Der Hamburger Energietisch

Für die Energiewende in Hamburg

LNG-Terminals in Stade?

Allgemeine Informationen zu verflüssigtem Erdgas und LNG-Terminals finden sich hier.

Bauauftrag für das LNG-Terminal in Stade

15. Oktober 2022: Für das geplante Importterminal für Flüssigerdgas (LNG) in Stade ist ein Bauauftrag erteilt worden. Das Terminal soll am Ende des kommenden Jahres betriebsbereit sein.

Die Hafengesellschaft Niedersachsen Ports hat die Arbeitsgemeinschaft „Neubau Anleger für verflüssigte Gase“ damit beauftragt, den Ausbau der Hafeninfrastruktur in Stade vorzunehmen. Der Arbeitsgemeinschaft gehören die Depenbrock Ingenieurwasserbau GmbH aus Hamburg, die Nordsee Nassbagger und Tiefbau GmbH aus Bremen und die Tiefbau GmbH Unterweser aus Oldenburg an.

Die Baumaßnahmen für das LNG-Terminal in Stade können beginnen

22. September 2022: Der LNG-Standort Stade, zwei LNG-Standorte in Wilhelmshaven, einer in Brunsbüttel sowie ein weiterer in Lubmin sind die fünf Standorte in Deutschland, an denen mit finanzieller Unterstützung des Bundes zeitnah schwimmende LNG-Terminals (FSRU) entstehen sollen. Der erste Standort in Wilhelmshaven („Wilhelmshaven I“) soll bereits in diesem Winter seine Arbeit aufnehmen können, die Standorte „Wilhelmshaven II“ und Stade sollen erst ab dem Winter 2023 Flüssigerdgas importieren können. Auch in Brunsbüttel werden schon Ende 2022 erste LNG-Lieferungen erwartet. In Lubmin für das private FSRU ebenfalls Ende 2022, für das Regierungs-FSRU Mitte bis Ende 2023.

Die Baumaßnahme in Stade soll durch die landeseigene Gesellschaft NPorts durchgeführt werden, die sich eng mit dem zuständigen Wirtschaftsministerium abstimmt. Die Bauarbeiten für das geplante LNG-Terminal auf dem Hafengebiet der Niedersachsen Ports GmbH und Co. KG können beginnen, da am 16.9.2022 die Zulassung zum vorzeitigen Baubeginn durch das NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) erfolgt ist.

Der Bau startet mit der Vorbereitung des Anlegers für verflüssigte Gase – ausgeführt durch die Firma Bodo Freimuth aus Bülkau. Hierzu zählen der Bau einer Deichrampe sowie die Herstellung der Zufahrt und der Baustelleneinrichtungsfläche. Danach werden das Baufeld geräumt und Baustraßen angelegt. Der Auftrag für die Hauptmaßnahme wird im Oktober erteilt. Insgesamt ist die Bauzeit für das Terminal auf zwei Jahre ausgelegt. Die nötige Infrastruktur für ein FSRU soll laut Planung Ende 2023 bereitstehen.

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat das LNG-Terminal Hanseatic Energy Hub (HEH) Stade für 25 Jahre von der Tarifregulierung zum Netzzugang freigestellt. Damit soll der HEH mit den Aktionären Buss Group, Fluxys and Partners Group und Dow das erste LNG-Projekt in Deutschland sein, das diese Vereinbarung mit der BNetzA  geschafft hat.

Als jährliche Produktionskapazität für das geplante LNG-Terminal an Land und für die langfristige Vermarktung werden 13,3 Milliarden Kubikmeter Erdgas angegeben mit einer Produktionskapazität von 21,7 GWh/h.

Der HEH will die langfristig vermarktbare Kapazität für das geplante LNG-Terminal in Stade bis zum Ende des Jahres vergeben. Vom 16. Juni bis zum 29. Juli hatte die Betreibergesellschaft eine Open Season zur verbindlichen Kapazitätsvergabe durchgeführt.

Die BNetzA hat der deutlich gestiegenen Nachfrage nach LNG in Deutschland Rechnung getragen und die Einspeisetarife für LNG-Terminals um 40 Prozent gesenkt. Dadurch wurde die Wettbewerbsfähigkeit des direkten Zugangs zum deutschen Gasmarkt THE erheblich gesteigert.

8. August 2022: Am 5.8.2022 meldete der NDR, das LNG-Projekt in Stade erhalte finanzielle Unterstützung aus Berlin. Wie Landrat Seefried (CDU) gegenüber dem NDR in Niedersachsen erklärte, hätte Bundeswirtschaftsminister Habeck (Grüne) seinem niedersächsischen Kollegen Althusmann (CDU) eine Zusage über 100 Millionen Euro gemacht. Das Geld solle Niedersachsens Hafengesellschaft N-Ports für den Bau der Hafen-Infrastruktur in Stade-Bützfleth erhalten.

Kurz danach meldete der NDR, dass eine Beteiligung des Bundes im Umfang von bis zu 100 Mio. Euro erst geprüft werde. Laut Bundeswirtschaftsministerium stehe noch nicht fest, ob sich der Bund finanziell beteiligen werde. Am 26.8.2022 bestätigte der NDR die Beteiligung des Bundes mit 100 Mio. Euro. Das FSRU-Terminal soll im Herbst 2023 fertiggestellt sein. Über Stade können dann rund fünf Milliarden Kubikmeter Flüssigerdgas pro Jahr umgeschlagen werden.

Am 13. 9.2022 wurde mitgeteilt, dass das Land Niedersachsen 100 Mio. € aus Mitteln des Umweltministeriums (Wirtschaftsförderfonds, ökologischer Bereich) für die Finanzierung des LNG-Terminals in Stade zur Verfügung stelle. Nachdem der Bund seinerseits bereits 100 Mio. € für das LNG-Terminal in Stade zugesichert habe, seien damit Landes- und Bundesanteile gesichert. Damit könne ein ganz wesentlicher Teil der anstehenden Projektkosten finanziert werden.

Auch Stade erhält ein schwimmendes LNG-Terminal

19. Juli 2022:  Vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klima (BMWK) wurde heute mitgeteilt, dass die  schwimmenden LNG-Terminals (FSRU) Nummer 3 und 4 in Stade und in Lubmin errichtet werden sollen. Für vier FSRU hat das BMWK LNG-Schiffe gemietet. In Lubmin ist zusätzlich ein privates fünftes schwimmendes LNG-Terminal geplant.

Zwei schwimmende Speicher- und Wiederverdampfungseinheiten zur Anlandung von LNG stehen bereits in diesem Jahr zur Verfügung und sollen zum Jahreswechsel in Wilhelmshaven an der Nordsee und Brunsbüttel an der Elbmündung eingesetzt werden. Die anderen zwei Schiffe seien ab Mai 2023 verfügbar. Der Standort Stade werde voraussichtlich ab Ende 2023 zur Verfügung stehen.

Planfeststellungsverfahren für ein stationäres LNG-Terminal in Stade

4. Juli 2022:  Die Unterlagen für die Genehmigung des geplanten stationären LNG-Terminals wurden zwischen dem 1. Juli und dem 1. August 2022 ausgelegt. Geplant wird eine Onshore-Anlage, die mit einer Inbetriebnahme frühestens im Jahr 2026 eine dauerhafte Abhängigkeit von fossilen Gas-Importen schaffen wird.

Der künftige Betreiber der Anlage, Hanseatic Energy Hub (HEH), gab bekannt, eine wichtige Hürde sei genommen worden. Die Bundesnetzagentur habe das Unternehmen für die kommenden 25 Jahre von der Regulierung freigestellt. Eine Inbetriebnahme im Jahr 2026 bedeutet Import von fossilem Gas bis mindestens 2051. Dadurch können im Unterschied zu den sonst geltenden Wettbewerbsregeln langfristige Abnahmeverträge für Erdgas geschlossen werden. Das macht das geplante Terminal attraktiver für potentielle Investoren und Abnehmer von LNG .

Am 16.6.2022 teilte HEH mit, es habe ein Open Season Verfahren zur verbindlichen Kapazitätsvermarktung gestartet. Das Verfahren für das geplante LNG-Terminal in Stade beginnt am 16. Juni und endet am 29. Juli 2022. Die Kapazität des Terminals soll 13,3 Mrd. m3 pro Jahr betragen. Zwölf Mrd. m3 stünden für die langfristige Vermarktung zur Verfügung.

Ein schwimmendes LNG-Terminal auch in Stade?

5. Mai 2022:  Für Niedersachsens Wirtschaftsminister Althusmann kommt auch Stade als möglicher Standort für ein schwimmendes Importterminal für Flüssigerdgas (LNG) in Frage. Ab Mitte 2023 könnten dort im Hafen LNG-Schiffe andocken. Auch für Bundeswirtschaftsminister Habeck ist neben Wilhelmshaven das niedersächsische Stade als Standort für ein Terminal zum Import von Flüssigerdgas geeignet. 

Bisher plant Hanseatic Energy Hub (HEH) zusammen mit dem US-Chemieunternehmen Dow in Stade den Bau eines stationären Importterminals bis 2026.

Zusammen mit dem Terminal in Wilhelmshaven könnten so pro Jahr 20 bis 30 Milliarden Kubikmeter Flüssigerdgas importiert und angelandet werden. „Wer die Lücke von 55 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr aus Russland schließen will durch verflüssigte Gase, der muss Stade und Wilhelmshaven jetzt so schnell wie möglich ausbauen“, sagte Althusmann.

Nach dem Zweiten Fortschrittbericht Energiesicherheit des BMWK vom 1. Mai 2022 ist aber der Anteil der zu ersetzenden russischen Gaslieferungen, der in der Vergangenheit im Mittel bei 55 Prozent lag, bis Mitte April 2022 schon auf etwa 35 Prozent gesunken. Dafür wurden der Erdgasbezug aus Norwegen und den Niederlanden erhöht und der Import aus  europäischen LNG-Terminals signifikant gesteigert.

12. April 2022:  Umweltminister Lies (SPD) nahm aus den Händen von Wirtschaftsminister Althusmann (CDU) die mehrere Tausend Seiten umfassenden Antragsunterlagen für die Genehmigung zum Bau eines Anlegers in Stade entgegen.

Das LNG-Terminal Stade soll auf dem Gelände des Standortes von Dow Chemical entstehen. Dazu soll die Zahl der Anlegestellen von drei auf fünf Schiffe erhöht werden. Einer der Plätze soll für große LNG-Carrier reserviert sein, die bis zu 300 Meter lang sind und ein LNG-Fassungsvermögen von 170 000 Kubikmeter haben. Es wird mit rund 110 Anläufen derartiger LNG-Tanker im Jahr gerechnet. In der Endstufe soll die Anlage über eine maximale Regasifizierungskapazität von 13,3 Milliarden Kubikmetern pro Jahr verfügen, was einem Anteil von bis zu 15 Prozent des deutschen Gasbedarfes entspräche. 

Man hofft auf eine Genehmigung für den Antrag bis März 2023. 2026 soll das Terminal in Betrieb gehen. Wirtschaftsminister Althusmann kündigte in Stade an, er wolle den Bund mit in die Pflicht nehmen. Von der öffentlichen Gesellschaft Niedersachsen Ports sollen in den kommenden Jahren Mittel von 200 Mio. Euro für Planung und Vorbereitung von Terminals in Stade und Wilhelnmshaven zur Verfügung gestellt werden, so Althusmann. Für das Projekt in Stade sind 800 Mio. Euro an Investitionen veranschlagt. Hinzu kommen etwa 150 bis 200 Mio. Euro für öffentliche Hafenanlagen. 

Deutsche Umwelthilfe: Geplantes LNG-Terminal in Stade: Kein Beitrag für die Energiekrise, große Bürde für die Klimaziele

Nach der Einreichung der Genehmigungsunterlagen für das geplante LNG-Terminal in Stade bei den zuständigen Landesbehörden, formulierte die DUH ihre Kritik gegen dieses Projekt so:

„Selbst im bestmöglichen Szenario werden Genehmigung und Bau des Terminals in Stade Jahre in Anspruch nehmen. Für die Lösung der heutigen Energiekrise und den kurzfristigen Ersatz von russischem Gas leistet die Anlage keinen Beitrag. Zudem ist der Standort an der Elbe zweifelhaft. Die gigantischen LNG-Tanker über die am stärksten befahrene Wasserstraße Deutschlands bis nach Stade zu lotsen, wäre fahrlässig. Für die Klimaziele wäre das Terminal eine Bürde: Trotz aller anderslautenden Bekundungen von Vorhabenträger und Politik kann das Terminal nur für den Import von fossiler Erdgas genutzt werden. Damit leistet es keinen Beitrag zur Energiewende , sondern zementiert auf Jahrzehnte unsere Abhängigkeit von klimaschädlicher Energie. Der Bau des Terminals würde auch den Erkenntnissen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung widersprechen: Dies hat in einer umfangreichen Untersuchung gerade erst belegt, dass Deutschland kein LNG-Terminal braucht.“

11. April 2022: Der Projektierer Hanseatic Energy Hub (HEH) reichte am 11.4.2022 beim Staatlichen Gewerbeaufsichtsamt Lüneburg den Antrag auf Genehmigung des LNG-Terminals in Stade ein, der rund 6000 Seiten umfassen soll.

Gleichzeitig wurde bekannt, dass der US-Chemiekonzern Dow Chemical in das Milliarden-Projekt als neuer Minderheitsgesellschafter beim Terminal-Konsortium HEH einsteigt. Für die Regasifizierung soll industrielle Abwärme vom Dow-Standort genutzt werden, um eine emissionsfreie Rückumwandlung des LNG zu ermöglichen. 

5. April 2022:  Nach der Ankündigung von Bundeskanzler Scholz, als Reaktion auf die Invasion russischer Truppen in der Ukraine einen schnellen Bau von LNG-Terminals in Brunsbüttel und Wilhelmshaven zu unterstützen, bemüht sich die niedersächsische Landesregierung darum, auch in Stade den Bau eines LNG-Terminals voranzubringen.

Der Rat der Hansestadt hat vorzeitig seine Zustimmung, das sogenannte kommunale Einvernehmen, für den geplanten Bau eines Flüssigerdgas-Terminals gegeben. Nur drei der 41 Mitglieder des Gremiums stimmten gegen diesen Beschluss.

Im normalen Ablauf des Antragsverfahrens müsste das kommunale Einvernehmen eigentlich erst nach der Antragsstellung gegeben werden. Noch sind die Genehmigungsunterlagen für den Hafen und das Terminal nicht bei der zuständigen Behörde in Lüneburg eingegangen. Nach letzten Angaben sollte dies noch vor Ostern passieren. Zunächst war dieser Schritt erst für den Sommer geplant.

Wirtschaftsminister Althusmann (CDU) schloss eine finanzielle Beteiligung durch Niedersachsen nicht aus. Er betonte aber, dass er zunächst die Bundesregierung in der Pflicht sehe: „Damit wir die bisherigen Investitionsrisiken schnellstmöglich überwinden, muss die Bundesregierung jetzt mehrere Maßnahmen zügig umsetzen. Regulatorische Hemmnisse müssen abgebaut werden, wir müssen Genehmigungsverfahren beschleunigen und alle Standorte brauchen eine direkte finanzielle Unterstützung.“

Eine Beteiligung Niedersachsens an einer Projektgesellschaft sei eine von mehreren Möglichkeiten, um Investitionsanreize zu verstärken. Die finanziellen Handlungsspielräume des Landes seien aber begrenzt. Daher brauche man ein „ehrgeiziges Förderprogramm“ des Bundes. Die Genehmigungsunterlagen für den Hafen und das Terminal sollen nun doch noch vor Ostern und nicht erst im Sommer eingereicht werden.

Der Projektierer Hanseatic Energy Hub (HEH) will die Entwicklung des LNG-Terminals in Stade so weit wie möglich beschleunigen. Vom 21. März bis zum 8. April können Unternehmen ihr Interesse an einer langfristigen Kapazitätsbuchung ab 2026 bekannt geben.

Fracking-Erdgasimport mit einem „Null-Emissions-Konzept“

Der Energieversorger EnBW mit Sitz in Karlsruhe will jährlich mindestens drei Milliarden Kubikmeter Flüssigerdgas (LNG) über das geplanten LNG-Terminal in Stade beziehen. LNG spiele bei der Brennstoff-Diversifizierung für die Energieerzeugung eine zentrale Rolle. Das teilten EnBW und der Betreiber Hanseatic Energy Hub (HEH) am 31.3.2022 mit. Das Terminal soll in der Endstufe über eine Regasifizierungs-Kapazität von zwölf Milliarden Kubikmeter pro Jahr verfügen und ab 2026 bereitstehen.

Gesellschafter des HEH sind der belgische Gasinfrastrukturbetreiber Fluxys, das Schweizer Private Equity Unternehmen Partners Group und die Buss-Gruppe aus Hamburg um den geschäftsführenden Gesellschafter Johann Killinger.

Für das Projekt unmittelbar an der Elbe auf dem Gelände des Chemiekonzerns Dow Chemical sind 800 Millionen Euro an Investitionen geplant. Hinzu kommen etwa 150 bis 200 Millionen Euro für öffentliche Hafenanlagen. Die nächste Anbindung an das Gas-Pipeline-Netzwerk soll nur etwa 10 Kilometer entfernt sein.

Besonders unappetitliches Greenwashing betreibt der im EnBW-Vorstand für „Nachhaltige Erzeugungs-Infrastruktur“ zuständige Georg Stamatelopoulos, wenn er als Pluspunkt des geplanten LNG-Terminals in Stade dessen „Null-Emissions-Konzept“ hervorhebt: 12 Mrd. Kubikmeter LNG, vermutlich größtenteils äußerst klimaschädliches Fracking-Erdgas, importiert per „Null-Emissions-Konzept“! Für wie dumm hält EnBW seine Kundinnen und Kunden?

28. Februar 2022:  Bundeskanzler Scholz erklärte am 27. Februar 2022 die Unterstützung der Bundesregierung für einen schnellen Bau der beiden LNG-Terminals in Wilhelmshaven und Brunsbüttel. Der dritte LNG-Kandidat Stade fehlte. Das mag mit den hohen Kosten von einer Mrd. Euro für das LNG-Terminal Stade zusammenhängen.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Althusmann (CDU) wies daraufhin auf die Vorzüge von Stade hin: „Stade ist das Projekt, das am weitesten vorangeschritten ist. Noch bis Ostern werden die Planfeststellungsunterlagen eingereicht.“ Die Projektgesellschaft Hanseatic Energy Hub (HEH) konkretisierte, die Unterlagen für das Terminal könnten Ende März und die für die Hafenanlage Ende April eingereicht werden.

Johann Killinger, geschäftsführender Gesellschafter des Hanseatic Energy Hubs (HEH) hob hervor, das geplante Terminal sei neben verflüssigtem Erdgas in einer ersten Phase auch für kohlenstoffarme Energieträger wie Bio-LNG und synthetisches Methan ausgelegt. Wenn man weiß, dass Erdgas zum größten Teil aus Methan besteht, ist das nicht besonders beeindruckend.

Killinger beschwerte sich darüber, dass die Ausgestaltung der Gasmarktregulierung in Deutschland für Terminalprojekte im Vergleich zum europäischen Ausland nachteilig sei. Es würden vergleichsweise hohe Netzzugangsentgelte gefordert. Es sei deshalb wichtig, „zügig die Standortnachteile in Deutschland zu beseitigen und die Netzzugangsentgelte für LNG-Terminals an das Niveau anderer EU-Mitgliedstaaten anzupassen.”

Für Investoren sei es zudem ein wichtiges Signal, wenn zeitnah verbindliche Kriterien für die gesamte Betriebsdauer eines LNG-Terminals festgelegt werden würden. Der Geschäftsplan eines Terminals sieht üblicherweise einen Betrieb über mehrere Jahrzehnte vor, entsprechend lang sind Betriebsgenehmigungen und Abschreibungen angelegt.

Der Import von Fracking-Erdgas steht aber in Widerspruch zu den Klimazielen. Jahrzehntelange Betriebsdauern für neue LNG-Terminals kann es also nicht geben. Das sehen sicher auch die möglichen Investoren.

24. Februar 2022:    Neben Brunsbüttel galt Stade im Februar 2022 als zweiter aussichtsreicher Standort für den Bau eines LNG-Terminals. Es soll am Stader Seehafen im Ortsteil Bützfleth gebaut werden. Die Kapazität läge bei rund 13 Milliarden Kubikmetern.

Schifftransporte sowie die Industrie vor Ort sollen durch das von der Hamburger Firma Hanseatic Energy Hub (HEH) geplante LNG-Terminal mit verflüssigtem Erdgas versorgt werden.

800 Millionen Euro soll das Projekt im Stader Hafen kosten. Hinzu kommen etwa 150 bis 200 Millionen Euro für öffentliche Hafenanlagen. Jährlich sollten bis zu 12 Milliarden Kubikmeter Gas in das nur rund 10 Kilometer entfernten Gasnetz eingespeist werden.

Sollte die Planung erfolgreich sein, würde nach den Planungen der Firme HEH 2023 mit dem Bau begonnen werden und das LNG-Terminal würde 2026 in Betrieb gehen.

Die Firma erklärte Mitte Dezember 2021, sie liege gut im Zeitplan. Die Antragsunterlagen würden im Winter 2021/2022 eingereicht. Erstes Interesse von Gas-Lieferanten gebe es bereits, darunter auch einige Bio-Kraftstoff-Anbieter wie Verbio. Dass gerade in Amerika noch viel Gas durch Fracking abgebaut werde, könne im Ankauf nicht beeinflusst werden. Ein regulierter Infrastrukturanbieter müsse einen diskriminierungsfreien Zugang anbieten und habe keinen Einfluss auf die Herkunft des Gases.

Am 22. Februar 2022 gab HEH bekannt, dass die Antragsunterlagen für das Projekt in Stade erst im Sommer 2022 eingereicht werden sollen. Das Genehmigungsverfahren wird mindestens ein bis eineinhalb Jahre dauern. Erst danach könnte mit dem Bau begonnen werden.

Der BUND gab am 17.1.2022 zu bedenken, der Vorhabenträger HEH habe einen wichtigen weiteren Schritt zur Realisierung des Projektes, den Start der verbindlichen Open Season, erneut um mindestens ein halbes Jahr verschieben müssen. Die öffentlich kommunizierte Inbetriebnahme im Jahr 2026 sei damit unmöglich geworden. Der BUND appellierte erneut an HEH, seine Pläne für das LNG-Terminal einzustellen und sich deutlich zukunftsfähigeren Investitionen in erneuerbare Energien zuwenden.

Hier ein Steckbrief der Deutschen Umwelthilfe zum LNG-Terminal-Projekt Stade vom Juli 2021.

Allgemeine Informationen über verflüssigtes Erdgas (LNG) und LNG-Terminal-Projekte an der Nordseeküste hier.

Bekundung des „Desinteresses“ an einem LNG-Terminal in Stade

1. Februar 2021:   Die Hanseatic Energy Hub GmbH (HEH) fragte Ende 2020 nach dem Marktinteresse an der Buchung von Kapazitäten eines geplanten LNG-Terminals in Stade.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat am 1. Februar 2021 zusammen mit 32 nationalen und internationalen Organisationen und Bürger-Initiativen, darunter auch dem HET, einen „Letter of Disinterest“ an die möglichen Betreiber eines LNG-Terminals Stade versandt. Über das Terminal sollen jährlich etwa 12 Milliarden Kubikmeter Flüssigerdgas anlanden – ein Großteil davon sehr wahrscheinlich als Fracking-Gas aus den USA. Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner fordern Betreiber und Investoren auf, die Pläne für das Terminal zu stoppen und stattdessen in klimafreundliche Energien zu investieren.

Hintergrund:

In Deutschland sind drei LNG-Terminals an den Standorten Wilhelmshaven, Brunsbüttel und Stade geplant. Für keines der Terminals wurde bislang ein Antrag auf Genehmigung gestellt, es liegt auch noch keine finale Investitionsentscheidung seitens der Geldgeber vor. Die Pläne in Wilhelmshaven wurden nach Ankündigung des Betreibers Uniper aufgegeben. Von der DUH in Auftrag gegebene Rechtsgutachten belegen, dass keines der drei Terminals in Stade, Wilhelmshaven und Brunsbüttel genehmigungsfähig ist, da sie alle gegen Naturschutzrecht sowie Sicherheitsbestimmungen verstoßen und die Folgen auf das globale Klima von den Vorhabenträgern nicht betrachtet werden.