Der Hamburger Energietisch

Für die Energiewende in Hamburg

Aktuelles

Eine Transparenz-Offensive für Hamburgs Energienetze?

Sogar für die Mitglieder der Hamburger Bürgerschaft war es bisher schwierig, aktuelle Daten zum Einsatz von Brennstoffen und zu den CO2-Emissionen der öffentlichen Energieunternehmen Hamburgs zu erfahren. Und das, obwohl der zweiten Satz des Volksentscheids zum Rückkauf der Hamburger Energienetze von 2013 mit Gesetzeskraft eine demokratische Kontrolle angeordnet hat.

Auf eine Schriftliche Kleine Anfrage des Abgeordneten Stephan Jersch (DIE LINKE) hin (Drs. 22/4979), in der dieser Missstand zur Sprache gebracht wurde, erklärte der Senat nun:

„Die hier vorliegende Anfrage wurde zum Anlass genommen, die bisherige Praxis zu überprüfen und eine Neubewertung in dieser Frage vorzunehmen. Die Prüfung hatte zum Ergebnis, dass für die Zukunft eine einfache und transparente Darstellung der entsprechenden Daten erarbeitet wird.“

Detaillierte Daten für eine frühe Überprüfung der Einhaltung der Selbstverpflichtung der Wärme Hamburg GmbH zur Senkung der Kohleverbrennung im Heizkraftwerk Wedel wurden bereits in der gleichen Senatsdrucksache bereitgestellt.

Nun dürfen wir gespannt darauf sein, wie die Transparenz-Offensive der Hamburger Energienetze aussehen wird.

Mehr dazu hier


Ätzende Partikel in Wedel – Gerichtsfarce in Schleswig

Am 12. Mai 2021 wies das Verwaltungsgericht Schleswig die Klagen von zwölf Anwohner:innen aus Wedel ab, die seit Jahren durch ätzende Partikel aus dem Heizkraftwerk Wedel gefährdet und geschädigt werden. Das Gericht befand, die Partikel seien nicht ätzend, obwohl sie stark sauer sind. Die Partikel stellten angeblich nicht einmal eine Belästigung dar.

Die Bürgerinitiative Stopp! Kein Mega-Kraftwerk Wedel bleibt nun auf hohen Gerichts- und Rechtsanwaltskosten sitzen. Der Hamburger Energietisch ruft daher zur finanziellen Unterstützung auf:

Konto der Bürgerinitiative:
Linda Clausen-Hansen
IBAN: DE68 2005 0550 1280 5301 46
Stichwort: Kein Mega-Kraftwerk Wedel

Mehr dazu hier.


Verbrennt die Hamburg Wärme GmbH mehr Kohle trotz Selbstverpflichtung zu einer erheblichen Reduzierung?

Laut der Pressemitteilung der Wärme Hamburg GmbH vom 26. Oktober 2020 hat der Aufsichtsrat eine Reduzierung der Kohleverbrennung im Heizkraftwerk Wedel beschlossen. Der Kohleeinsatz in Wedel sollte ab sofort um 20 Prozent reduziert werden.

Selbstverpflichtung der Wärme Hamburg zur Reduzierung der jährlichen Kohleverbrennung in Wedel (blau) und entsprechende Verminderung des CO2-Ausstoßes

Eine aktuelle Überprüfung der in Hamburg aus Kohle erzeugten Strommengen hat nun gezeigt, dass der Kohleeinsatz seit November 2020 offenbar nicht reduziert, sondern sogar gesteigert wurde.

Hamburg Wärme muss dazu Stellung nehmen!

Ausführlicher hier

Unsere Pressemeldung vom 10.6.2021 hierzu


Auch Hamburg braucht neue Klimaziele

Dem als epochal bezeichneten Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 24. März 2021 zufolge sind Teile des bisherigen Bundes-Klimaschutzgesetzes (KSG) verfassungswidrig. Die deutsche Bundesregierung leitete nun sehr rasch eine Novellierung ihres Klimaschutzgesetzes ein. Die deutschen Treibhausgas-Emissionen sollen bis 2030 um 65 Prozent statt nur um 55 Prozent im Vergleich zu 1990 gesenkt werden. Klimaneutralität soll in Deutschland schon 2045 und nicht erst 2050 erreicht werden.

Karikatur: Mester/sfv

Die Begründung des Bundesverfassungsgerichts gilt auch für Hamburg. Daher sollte auch das Bundesland Hamburg seinen Klimaplan möglichst bald verfassungskonform verschärfen.

Mehr dazu hier.


Nehmt Euch die Niederlande zum Vorbild

Kein Fördergeld in Milliardenhöhe für die Verbrennung von Holz in umgebauten Kohlekraftwerken!

Holzpellets aus intakten Wäldern im Südosten der USA, aus den baltischen Staaten und vielleicht auch aus Namibia sollen im Zuge des Kohleausstiegs – hoch mit Steuergeldern subventioniert – in umgerüsteten Steinkohlekraftwerken verbrannt werden. Bis nachwachsende Bäume die CO2-Emissionen aus der Verbrennung wieder gespeichert haben, vergehen viele Jahrzehnte. Die Klimakrise wartet aber nicht so lange. Ein Parlamentsbeschluss in den Niederlanden vom Februar 2021 lässt hoffen, dass das auch in der BRD allmählich verstanden wird.

Steinkohlekraftwerke an der norddeutschen Küste, deren Umrüstung auf die Verbrennung von Holz befürchtet wird

Eine neu gebildete Lobbyorganisation, das „Forum Nachhaltige Holzenergie“, will sichere Profite machen – mit einer meist sehr ineffizienten Verbrennung von Holz in großen Kraftwerken.

Mehr dazu im Diskussionspapier Mit hohen Fördergeldern Bäume statt Kohle verheizen?

Unterzeichnen Sie die Petition von DUH, Robin Wood und P. Wohlleben an die Hamburger Umweltbehörde (BUKEA): „Keine Büsche und Bäume in Großkraftwerken verfeuern!“

Auch der BUND Hamburg hat zur Unterzeichnung dieser Petition aufgerufen. Er forderte die Umweltbehörde (BUKEA) auf, sich von der Idee, Busch-Biomasse aus Namibia in Hamburger Kraftwerken zu verbrennen, sofort und endgültig zu verabschieden. Bei Biomasse-Importen nach Hamburg sieht der BUND zudem die Gefahr, dass diese zu einem Türöffner für die Verbrennung von Holz in ganz Deutschland werden könnte – mit fatalen Folgen für das Klima. „Nambia zu helfen ist richtig, aber nicht mit klimaschädlichen Holzexporten“, so Christiane Blömeke.

Die EnthüllungsgeschichteVerirrt im Dornendickicht“ des ZEIT-ONLINE-Journalisten Drieschner, die leider nicht allgemein zugänglich ist, beantwortete der Hamburger Energietisch mit einer Satire.


Krasse Fehler in den Klima-Gutachten der GIZ zum Buschholz-Export aus Namibia

Mehr als ein Dutzend Fehler in den Klimawirkungs-Studien der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) wurden in einem Gutachten „Buschholz aus Namibia: Ersatz für die Steinkohle in Deutschland?“ (kurz, lang, englisch) nachgewiesen, das der HET Ende März 2021 veröffentlicht hat. Das GIZ-Projekt BCBU (Nutzung von Busch-Biomasse) will namibisches Buschholz in großindustriellem Maßstab nach Europa transportieren und hier verfeuern lassen, unter anderem in Hamburg.

Auf Grund dieser oft groben Fehler fordert der HET erneut, die einseitigen und unbrauchbaren Auftragsstudien von UNIQUE (Seebauer 2019) und vom IfaS (Heck 2020) umgehend zurückzuziehen.

Eine Verbrennung von Holzpellets aus Namibia in Europa wäre alles andere als klimafreundlich, sondern sogar erheblich klimaschädlicher als die von Verbrennung von Steinkohle.

Zwei weitere Ergebnisse des neuen Klimawirkungs-Gutachtens:

  1. Die Behauptung, es müsse Buschholz aus Namibia exportiert werden, um eine zunehmende Verbuschung zu verhindern, ist falsch.
  2. UNIQUE hat die Nutzung von Buschholz zur Stromerzeugung in Namibia systematisch schlechtgerechnet und beim exportorientierten Szenario Greenwashing betrieben.

Der ECONOMIC & SOCIAL JUSTICE TRUST (ESJT), Namibia, fordert, koloniale Handelsmuster zu durchbrechen und Wertschöpfung mit Buschholz ausschließlich in Namibia durchzuführen.

Hier die Präsentation von der Video-Konferenz am 31. März 2021

Hier eine Präsentation von einem Gespräch zwischen BUKEA und HET am 13. April 2021

Hier eine ausführlichere Darstellung mit dem neuen Klimawirkungs-Gutachten.

Eine Stellungnahme der NGO Earthlife Namibia bezieht sich hierauf.


Brief und Siegel
für das Buschholz aus Namibia?

Bild: Mester, sfv

Lobbyorganisationen und Industrieverbände wittern ein lukratives Geschäft bei der Vermarktung von Buschholz aus Namibia. Sie erhoffen sich die Unterstützung der Hamburger Umweltbehörde.

Die Objektivität von zwei Gutachten steht zur Debatte, auf die sich die Hamburger Umweltbehörde bei der Beurteilung der Klimawirkung von Buschholz aus Namibia als Brennstoff in den Hamburger Kraftwerken beruft.

Was die Umweltbehörde dazu bei der Beantwortung von Schriftlichen Kleinen Anfragen schreibt, ist ganz erstaunlich.

Näheres finden Sie in unserem Beitrag „Das Siegel der Hamburger Umweltbehörde“.


Herr Minister Müller, ziehen Sie die beiden grob irreführenden Auftragsstudien von UNIQUE (Seebauer 2019) und vom IfaS (Heck 2020) umgehend zurück!

Das forderten in einem Offenen Brief an den Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dr. Gerd Müller,  vierzig deutsche und internationale  umwelt- und entwicklungspolitische Organisationen am 18. Februar 2021.

Müller solle als verantwortlicher Minister das GIZ-Projekt BCBU in Namibia einer umfassenden Prüfung unterziehen in Bezug auf die mit dem BMZ vereinbarten Ziele für mehr Klimaschutz, bessere Lebensbedingungen und Einkommensmöglichkeiten ländlicher Bevölkerungsgruppen sowie besseren Schutz natürlicher Ressourcen und Biodiversität.

Mehr dazu hier.


Ablehnung des Exports von Buschholz
in der namibischen Zivilgesellschaft

Der ECONOMIC & SOCIAL JUSTICE TRUST in Namibia lehnt nach ausführlichen Beratungen mit der Zivilgesellschaft und mit Ministerien der namibischen Regierung den groß angelegten Export von Buschholz aus Namibia ab. Die Organisation fordert die namibische Regierung dringend auf, lokale Wertschöpfungsketten und die Schaffung erneuerbarer lokaler Energien als beste Option für Namibia direkt zu fördern.

In einer Presseerklärung vom 27. Januar 2021 wird die Ablehnung des Buschholz-Exports so zusammengefasst:

„Der vorgeschlagene groß angelegte Export von Busch-Biomasse nach Deutschland würde eine Fortsetzung der kolonialen Handelsmuster darstellen, wobei Afrika auf die Rolle des Lieferanten von halbverarbeiteten Materialien zurückgedrängt wird. Dies bietet keine Lösung für die Entwicklungsherausforderungen Namibias und das zentrale Ziel der Schaffung von Arbeitsplätzen vor Ort.“

Mehr zur Presseerklärung finden Sie hier.


Zur drohenden Verbuschung wissenschaftlicher Standards bei der Hamburger Umweltbehörde

Die Hamburger Umweltbehörde (BUKEA) prüft eine energetische Nutzung von Buschholz aus Namibia in Hamburger Kraftwerken. Die BUKEA stützt sich bei der Beurteilung der Treibhausgas-Emissionen auf Gutachten der Forst-Beratung UNIQUE (Freiburg) und des Instituts für Angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) (Trier).

Eine schriftliche Kleine Anfrage der LINKEN in der Hamburger Bürgerschaft, Drs. 22/2792, weist nun auf tiefgreifende Interessenkonflikte bei diesen Gutachtern hin. Hier mehr dazu.

Der Senat, sprich die Umweltbehörde, kann sich eine Befangenheit ihrer Gutachter ganz und gar nicht vorstellen.

Wie wäre es mit einem peer review der BUKEA?


Das IfaS hat die Vorplanung zum ersten Biomasse Industriepark in Namibia fertiggestellt.

Vom ersten BIP am schönen Platz der Fetten Kühe
zu 104 weiteren BIPs in Namibia

Wenn Sie sich für Biomasse Industrieparks interessieren, die Buschholz aus Namibia nach Europa liefern sollen, dann müssen Sie das Masterdocument Road-Map to BIP studieren. Nach dem Dossier von Frank Gschwender (GIZ) und Prof. Dr. Peter Heck (IfaS) mit gerade einmal 10 Seiten auf Deutsch (19. April 2019) legten Prof. Heck und seine Mitarbeiter:innen vom IfaS jetzt am 19. November 2020 171 Seiten einer Machbarkeitsstudie oder Vorplanung nach HOAI auf Englisch vor, die es in sich haben.

Um ein Memorandum of Understanding allein mit Hamburg geht es längst nicht mehr. Das internationale Interesse an 105 Biomasse Industrieparks für den Buschholz-Export aus Namibia scheint groß zu sein.

Hier finden Sie erste Eindrücke des HET.


Wedeler Bürgerinitiative bittet um Spenden

Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht in Schleswig
am 22. März 2021 um 10:00 Uhr

Seit vielen Jahren wehrt sich die Bürgerinitiative „Stopp! Kein Mega-Kraftwerk Wedel“ gegen die Beregnung mit ätzenden Partikeln aus einem Schornstein des Kohle-Heizkraftwerks Wedel. Diese Partikel richten nicht nur Sachschäden an, sondern sie sind auch hochgradig gesundheitsgefährdend. Derzeit ist der Partikelniederschlag besonders schlimm. So etwas haben selbst die Aktiven der Bürgerinitiative (BI) noch nicht gesehen. 

Am 22. März 2021 findet die Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht Schleswig statt. Die BI freut sich über jede Spende.

Konto: Linda Clausen-Hansen
       IBAN:  DE68 2005 0550 1280 5301 46
Stichwort: Ätzende Partikel

Mehr dazu hier.


Die Rechenkünste des Trierer Instituts IfaS

Eine Reihe von Video-Seminaren, für die auf der Internetseite der Hamburger Umweltbehörde geworben wird, bietet dem Trierer Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) ideale Möglichkeiten seine Erzählungen zum Import von Buschholz aus Namibia zu verbreiten, ohne dass sie dabei ernsthaft in Frage gestellt werden.

Erzählung Numero 1 des IfaS:

Aus Namibia importiertes Buschholz würde in Hamburg nicht nur klimaneutral verbrannt werden, sondern dabei würde sogar noch CO2 aus der Atmosphäre entfernt werden.

Die Hamburger Umweltbehörde will sich das „genau angucken“. Das wird allerdings nicht einfach, da vom IfaS keine nachvollziehbare Beschreibung (Gutachten oder Studie) zu ihren Berechnungen vorgelegt wurde, wie die Behörde auf Anfrage mitteilte. Der HET kann schon einmal etwas helfen, indem er auf einen fetten Rechenfehler in den spärlichen Zahlenwerten aufmerksam macht, die vom IfaS vorgelegt wurden. Näheres hier.

Im Übrigen wurde vom HET schon im Juni 2020 ein Gutachten vorgelegt, aus dem folgt, dass die energetische Nutzung von  Buschholz aus Namibia in Hamburg in seiner Klimawirkung schlechter wäre als die Nutzung von fossilem Erdgas oder sogar von Steinkohle.

Auch darin ist noch nicht die verschlechternde Klimawirkung eines Basis-Szenarios enthalten, die auch bei den IfaS-Berechnungen fehlt. Mehr dazu hier.

Erzählung Numero 2 des IfaS:

In Namibia wächst ständig so viel störendes Buschholz nach, dass jährlich etwa 15 Mio. Tonnen exportiert werden müssen, um wenigstens das Buschholz-Wachstum zu stoppen.

Das hieße, es müssten möglichst schnell 60 Biomasse-Industrieparks in Namibia errichtet und betrieben werden, wenn Namibia nicht im Buschholz ersticken soll. Investoren aufgehorcht!

Der HET hat das nachgerechnet und kam zum Ergebnis: Ein Export von Buschholz aus Namibia ist für einen Stopp der Verbuschung gar nicht nötig. Der Holzzuwachs kann zum Vorteil Namibias im Land selbst verwendet werden. Näheres hier.

Zum richtigen Verständnis: Das IfaS arbeitet als Dienstleister für das Projekt Bush Control and Biomass Utilisation (BCBU) der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Dieses GIZ-Projekt treibt den Buschholz-Export aus Namibia voran – unterstützt von Lobbyisten, auch solchen aus Namibia.


Diskussion in Hamburg –
Maulkörbe in Namibia?

Die Hamburger Umweltbehörde bemüht sich um Akzeptanz für den intransparenten Prüfprozess „Biomasse-Partnerschaft Hamburg-Namibia“. Zu diesem Zweck wurde von den am Prüfprozess Mitwirkenden eine Seminarreihe veranstaltet, in der auch Experten aus Namibia auftreten. Beim Aufruf zu diesen Seminaren geht es um den Anschein von „Ergebnisoffenheit“, auch wenn in den Arbeitsgruppen des Prüfprozesses so gut wie ausschließlich Unterstützer der energetischen Verwertung von namibischem Buschholz in Hamburg vertreten sind.

Maulkörbe in Namibia

Ganz anders in Namibia. Kaum war die von 21 Umweltverbänden und wissenschaftlichen Einrichtungen aus dem globalen Norden getragene Gemeinsame Stellungnahme gegen den Import von Buschholz aus Namibia für Hamburger Kraftwerke bekannt geworden, verhängte der einflussreiche Vorsitzende der namibischen Umweltkammer, Dr. Chris Brown, mit scharfen Worten allen Mitglieder-Verbänden in Namibia einen Maulkorb. Erst müssten die Ergebnisse der Experten in Hamburg abgewartet werden. Dann könnte sich auch die Öffentlichkeit in Namibia damit beschäftigen. Wer sich wie der Umweltverband Earthlife Namibia nicht an diese Vorgabe halten wollte, dem drohen nun soziale Ausgrenzung, Anfeindungen und  Einschüchterung.

Abgesehen von einer kleinen Elite sollen die Betroffenen in Namibia erst dann besser informiert werden, wenn die Entscheidungen gefallen und vertraglich festgezurrt sind.

Eine ausführliche Dokumentation dazu finden Sie hier.


Wozu noch Fachjournalismus
für Umwelt und Energie?

Das Hamburger Fernwärmeunternehmen Hamburg Wärme GmbH (WH) und die Hamburger Umweltbehörde (BUKEA) haben am 26. Oktober 2020 Pressemeldungen veröffentlicht:

Im Steinkohle-Heizkraftwerk Wedel soll ab sofort 20 Prozent weniger Kohle verbrannt werden, ab 2023 sogar 30 Prozent weniger.

Diese Ankündigungen betreffen eine Situation, die technisch, sozial, wirtschaftlich und politisch kompliziert ist. Leser:Innen könnten darauf hoffen, dass Fachjournalist:innen sich die Sache genauer ansehen und ihren Leser:innen erläutern, was sie von diesem „Meilenstein“ halten.

Was in den Medien bisher zu finden ist, könnten Produkte von Künstlicher Intelligenz (KI) sein. Im Spektrum der Wissenschaft 11/2020 wird ausgeführt, dass KI-Algorithmen längst in der Lage sind, aus Pressemeldungen inhaltlich sinnvolle Zeitungsartikel zu machen. Sie versagen, wenn es darum geht, diese Texte auch zu verstehen. Auch in den Qualitätsmedien von Süddeutscher Zeitung bis taz und ndr wurden die beiden Pressemeldungen eigentlich nur umgeschrieben und nicht analysiert.

Dabei drängen sich nach den Ankündigungen von WH und BUKEA eine ganz Reihe von Fragen auf, zum Beispiel, um wieviel sich der Einsatz von Kohle in Wedel in den nächsten Jahren ohnehin verringert hätte, ob die Akteure mit ihrer Ankündigung wirklich überzeugend zeigen, dass sie „es ernst meinen mit dem Klimaschutz und der Wärmewende“, oder ob sie nicht in erster Linie andere Ziele verfolgen.

Der Hamburger Energietisch hat versucht, einigen dieser Fragen in einem Beitrag „Meilenstein für den Klimaschutz bei der Kohleverbrennung in Wedel?“ nachzugehen.


Bitte unterzeichnen Sie die Petition
gegen die geplanten LNG-Terminals!

Die Petition gegen LNG-Terminals in Deutschland

Petitionsbild

Zahlreiche Umweltverbände und Einzelpersonen haben öffentlich ihr „Desinteresse“ an einem Terminal zum Import von verflüssigtem Fracking-Erdgas in Wilhelmshaven bekundet.

Nun hat Uniper das geplante LNG-Terminal in Wilhelmshaven abgesagt und die Prüfung einer Import-Infrastruktur für Wasserstoff angekündigt.

Ausführliche Information hier.


Keine Verbrennung von Buschholz aus Namibia in Hamburger Kraftwerken!

Bild: Fridays for Future Namibia

Breiter Protest aus der Zivilgesellschaft gegen das Vorhaben der Hamburger Umweltbehörde, Steinkohle durch importiertes Buschholz zu ersetzen

In einer gemeinsamen Stellungnahme sprechen sich Organisationen der Zivilgesellschaft und Wissenschaftler*innen gegen Pläne aus, Hamburger Kraftwerke wie das Heizkraftwerk Tiefstack mit Buschholz aus Namibia zu befeuern.  

Im Mai 2020 war ein „Memorandum of Understanding“ bekannt geworden, wonach die Hamburger Umweltbehörde (BUKEA) und die Wärme Hamburg GmbH ein entsprechendes Vorhaben prüfen. Die Unterzeichner*innen lehnen dieses von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) vorangetriebene Projekt einer „Transkontinentalen Biomassepartnerschaft Namibia – Hamburg“ entschieden ab.

Mit dem 2013 erstrittenen Volksentscheid zum Rückkauf der Energienetze wurde der Hamburger Senat darauf verpflichtet, das Ziel einer „sozial gerechten, klimaverträglichen und demokratisch kontrollierten Energieversorgung aus erneuerbaren Energien“ zu verfolgen. Die beabsichtigte Verbrennung von Buschholz aus Namibia steht eindeutig in Widerspruch zu diesem Ziel.

Wegen des langen Transportweges und vor allem wegen Veränderungen der Landnutzung in Namibia wäre diese Form der Energieversorgung nicht klimaverträglich.

Das geplante Projekt ist auch nicht sozial gerecht, da der weitaus größte Teil der Wertschöpfung außerhalb Namibias stattfinden würde. Infolge einer Industrialisierung der Buschholz-Ernte würden zahlreiche Arbeitsplätze vernichtet. Profitieren würden in erster Linie Konzerne im globalen Norden, indem sie Maschinen und Transportfahrzeuge verkaufen und sich mit Rohstoffen versorgen könnten.

Eine öffentliche und ergebnisoffene Debatte über das Vorhaben in Hamburg findet bislang nicht statt; es mangelt an Transparenz und demokratischer Kontrolle.

Die angestrebte „Partnerschaft“ wird ausgerechnet mit Namibia gesucht, einem Land, das zwischen 1884 und 1915 als Deutsch-Südwestafrika unter deutscher Kolonialherrschaft stand.

„Der rot-grüne Senat in Hamburg soll das Projekt einer Biomasse-Partnerschaft mit Namibia stoppen. Wir fordern eine klimagerechte, zu 100 Prozent erneuerbare Energieversorgung, die ohne neokolonialen Import von Ressourcen aus dem globalen Süden auskommt“, sagt Ronja Heise, ROBIN WOOD-Energiereferentin. Die Umweltorganisation hat zusammen mit dem Hamburger Energietisch die gemeinsame Stellungnahme initiiert.

„Namibia befindet sich in einer Energiekrise und importiert bis zu 60 Prozent schmutzigen Kohlestrom aus Nachbarländern, um den lokalen Energiebedarf zu decken. Statt Biomasse zu exportieren, sollte Namibia sie im eigenen Land zur Stromproduktion nutzen. Dabei müssen nachhaltige Methoden zur Entbuschung angewendet werden. Büsche sind eine wichtige Kohlenstoffsenke. Sie dürfen daher nur gezielt geerntet werden, was bei einem Export sehr großer Holzmengen nicht garantiert werden kann“, sagt Bertchen Kohrs, Vorstand der Organisation Earthlife Namibia.

„Der Hamburger Senat hat in der Beantwortung einer Schriftlichen Kleinen Anfrage den Eindruck erweckt, den Nichtregierungs-Organisationen, die den Buschholz-Import ablehnen, stünden ähnlich viele Unterstützer*innen gegenüber. Das ist falsch“, sagt Gilbert Siegler vom Hamburger Energietisch. „Wir laden weitere Organisationen ein, sich gemeinsam mit den Unterzeichner*innen der Umsetzung einer ‚Biomassepartnerschaft mit Namibia‘ entgegenzustellen. Diese Vortäuschung von Klimaschutz muss verhindert werden.“

Die Unterzeichner*innen fordern die Hamburger Umweltbehörde auf, dieses Projekt nicht weiter zu verfolgen, sondern auf eine Energieversorgung Hamburgs hinzuwirken, die im Einklang mit den verbindlichen Zielen des Volksentscheids steht.

Für Rückfragen:

  • Hamburger Energietisch, Gilbert Siegler, Pressesprecher, Tel. 0176 510 19 592
  • Earthlife Namibia, Bertchen Kohrs, Vorsitzende, Tel. +264 81 2938085, earthl@iway.na
  • ROBIN WOOD, Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 0171 835 95 15; Ronja Heise, Energiereferentin, Tel. 040 380 892 21, energie@robinwood.de (ab 13.10.20 erreichbar)

Gas-Fernwärme aus Moorburg
im Hamburger Fernwärmenetz?

Nach dem Koalitionsvertrag der rot-grünen Koalition soll bis zum 30 Juni 2021 in einer Machbarkeitsstudie die Beendigung der Steinkohle-Verbrennung im Kraftwerk Tiefstack geklärt werden. Ein Block des bisherigen Kohlekraftwerks könnte in ein Gas-Heizkraftwerk (GuD) umgerüstet werden,  das „der Stromproduktion bei gleichzeitiger Erzeugung von Wärme dienen würde.“

Wenn gleichzeitig auch das geplante GuD in Dradenau gebaut würde, dann könnten im westlichen Teil des Hamburger Fernwärmenetzes zu hohe Fernwärme-Leistungen entstehen, die einen teuren innerstädtischen Fernwärmeleitungsbau zur Vermeidung hydraulischer Restriktionen nach sich ziehen würden.

Stattdessen könnte Gas-Fernwärme aus Moorburg mit Hilfe einer neuen „Südschiene“ in den östlichen Teil des Fernwärmenetzes geleitet werden und dort zu einem zügigen Ausstieg des HKW Tiefstack aus der Kohleverbrennung führen.

In einem Kommentar „Ersatz der Steinkohle-Fernwärme aus Tiefstack mit Gas-Fernwärme aus Moorburg?“ wird dies eingehender diskutiert.

Eine „Südleitung“ von Moorburg in den östlichen Teil des Fernwärmentzes (Abbildung auf Basis eines Bilds von Wärme Hamburg)

Biomasse-Industrieparks in Namibia werden zahlreiche Arbeitsplätze zerstören

Die Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) plant die Errichtung von Biomasse-Industrieparks in Namibia. In diesen sollen große Mengen von namibischem Buschholz gesammelt und aufbereitet werden – unter anderem für den Export nach Hamburg. Die produzierten Holzpellets werden nur dann auf internationalen Märkten wettbewerbsfähig sein, wenn die Holzernte auf voll-mechanisierte Art mit Erntemaschinen aus Industrieländern durchgeführt wird.

Jährliche Holzernte einer Arbeitskraft in Abhängigkeit vom Grad der Mechanisierung

Die Arbeitsproduktivität dieser Art von Holzernte ist etwa zwanzigmal größer als die Arbeitsproduktivität der bisher gebräuchlichen manuellen und halb-mechanisierten Ernte des Buschholzes.

Nach der Einführung der Biomasse-Industrieparks wird daher die wenig produktive Holzernte Zug um Zug durch eine hochproduktive Holzernte verdrängt werden, da diese auch für die Landbesitzer attraktiver ist als die bisherige Holzbeschaffung, die viele, wenn auch einfache Arbeitsplätze für ungelernte Arbeiter geboten hat. Es kann gut sein, dass zehnmal mehr Arbeitsplätze verloren gehen werden als neue Arbeitsplätze für höher qualifizierte Arbeitskräfte geschaffen werden.

Da die Arbeitslosigkeit in Namibia bereits jetzt sehr hoch ist, wäre bei einer Errichtung von Biomasse-Industrieparks in der von der GIZ geplanten Geschwindigkeit mit großen Problemen in Namibia zu rechnen. Die GIZ argumentiert mit erheblichem Nutzen, der durch eine umfangreiche, großflächige Ausdünnung der Büsche für Namibia entstehen würde: Ergänzung des Grundwasserspeigels, Restaurierung agrarwirtschaftlicher Weideflächen für die Verdoppelung der Rinderzucht und erweiterte touristische Möglichkeiten. All das ist ungewiss.

Staat und Gesellschaft sollte daher ohne Einflussnahme der GIZ gründlich prüfen, welcher Entwicklungsweg für das Land am besten ist.

Hier eine ausführlichere Beschreibung der Problematik  –  auch als pdf-Datei auf Deutsch und auf Englisch.


Nach Angriffen in der Boulevardpresse gegen das HET-Gutachten zum Namibia-Buschholz werden Begründungen verweigert

Prof. Dr. Peter Heck, Leiter des Instituts für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) der Hochschule Trier, wurde von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) beauftragt, die Entwicklung von Biomasse-Partnerschaften mit Namibia zu entwickeln mit dem übergeordneten Ziel, strategische Partnerschaften mit deutschen Abnehmern zu arrangieren. Das ist dem Memorandum of Understanding (MoU) zwischen IfaS und Hamburger Umweltbehörde vom 7. Mai 2020 zu entnehmen, in dem es um eine Prüfung und den Aufbau einer Biomasse-Partnerschaft Hamburgs mit Namibia geht.

Der HET stellte am 15. Juni 2020 hierzu öffentlich ein wissenschaftliches Gutachten vor, das dringend von der energetischen Verwertung von Buschholz aus Namibia abrät. Denn je nach dem für Namibia gewählten Szenario wären die gesamten Treibhausgase von Buschholz aus Namibia in Hamburg im besten Fall nicht geringer als diejenigen von fossilem Erdgas und im schlechtesten Fall weit höher als diejenigen von Steinkohle.

Bild: Fridays for Future Namibia

Prof. Heck antwortete auf das HET-Gutachten nicht mit fachlichen Argumenten, wie unter Wissenschaftlern eigentlich selbstverständlich, sondern zog es vor, am 29. Juni 2020 in der Boulevard-Zeitung MOPO gegen den Autor des HET-Gutachtens zu polemisieren.

Der Pressesprecher des HET bat ihn daraufhin freundlich, die hinter seinen Aussagen in der MOPO stehenden Analysen und Argumente zur Verfügung zu stellen.

Prof. Heck kam dieser Bitte nicht nach, sondern teilte mit, es gebe einen offiziellen Prozess in Hamburg, in dem alle Fragen um die Biomasse aus Namibia diskutiert und nach Möglichkeit beantwortet werden würden. Sodann verwies er den Pressesprecher auf die Umweltbehörde, die seine „Fragen und Kritikpunkte sicherlich gerne in dieses Verfahren einspeisen wird.“

Der HET findet dieses Verhalten befremdlich und veröffentlicht daraufhin eine Erwiderung des Autors des HET-Gutachtens, Prof. Dietrich Rabenstein (HafenCity Universität Hamburg), auf die Ausführungen von Prof. Heck in der MOPO.


Ersatz des Steinkohle in Tiefstack:

Noch höhere Treibhausgas-Emissionen bei Nutzung von Buschholz aus Namibia

Am 12. Mai 2020 teilte die Hamburger Umweltbehörde in einer Pressemeldung mit, Hamburg und Namibia würden eine nachhaltige Verwertung von Biomasse aus Namibia prüfen. Zu diesem Zweck sei ein Memorandum of Understanding unterzeichnet worden.

Das Projekt, Buschholz aus Namibia in großem Umfang nach Hamburg zu transportieren, um es dort zur Fernwärmeerzeugung einzusetzen, war von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und dem Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) der Hochschule Trier, in einem Dossier vom 18. April 2019 vorgeschlagen worden. Seither war hinter den Kulissen der Einsatz im Heizkraftwerk Tiefstack als Ersatz für die Verbrennung von Steinkohle diskutiert worden. Auch andere Verwertungen von Buschholz in Hamburg wurden ins Auge gefasst.

Der HET gab nach der Veröffentlichung des GIZ-Dossiers ein Gutachten in Auftrag, das ermitteln sollte, wie hoch die Treibhausgas-Emissionen der Verfeuerung von Buschholz aus Namibia sein würden.

Das Ergebnis des jetzt veröffentlichten Gutachtens, zum dem es auch eine kurze Zusammenfassung in Deutsch und in Englisch gibt, ist überraschend eindeutig: Die Treibhausgas-Emissionen der Buschholz-Verbrennung wären höher als die der Steinkohle, die ersetzt werden soll. Das liegt vor allem an der Veränderung der Landnutzung in Namibia.

Das Gutachten rät deshalb dringend von diesem Abenteuer ab. Sollte sich Hamburg aus politischen Gründen dennoch auf den transkontinentalen Holztransfer einlassen, so müssten möglichst bald zum Ausgleich für die Klimaschädigung allein schon für den Einsatz von Buschholz im Heizkraftwerk Tiefstack mehr als 50 Millionen Bäume in Namibia gepflanzt werden, so das Gutachten. Als dauerhafter Wald und nicht als Holzplantage. Auch ein Ersatz für den Entzug von für das Pflanzenwachstum nötigen Mineralien  aus den kargen Böden Namibias müsste geleistet werden.

Im Gutachten wird hervorgehoben, dass eine stoffliche Nutzung von Buschholz aus Namibia im Sinne einer Kaskadennutzung wesentlich klimafreundlicher wäre als die Verbrennung.

Ausführlichere Beschreibungen des gesamten Vorgangs hier auf Deutsch und auf Englisch.


Sechs Forderungen des Hamburger Energietischs
an Bürgerschaft und Senat

Anlässlich der Koalitionsverhandlungen fordert der Hamburger Energietisch von Bürgerschaft und Senat
  1. die Kohle-Heizkraftwerke Wedel und Tiefstack im Sommer abzuschalten

  2. auf Fracking-Erdgas in Hamburg sowie auf LNG-Terminals an der norddeutschen Küste zu verzichten

  3. den Einsatz des extrem klimaschädlichen Begasungsmittel Sulfurylfluorid (SO2F2) im Hafen umgehend zu beenden

  4. die CO2-Emissionen der Müllverbrennung ehrlich zu bilanzieren

  5. die Diskussion über Namibisches Buschholz als Kohleersatz in Hamburger Heizkraftwerken öffentlich zu führen

  6.  200 Millionen Euro für den Bau einer Wärmetrasse unter der Elbe zu rechtfertigen.

    Ausführlicher: hier


Sommerpause
für die Kohle-Heizkraftwerke in Hamburg

Nach einem Antrag der LINKEN-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft auf eine Sommerpause bei der Fernwärmeerzeugung aus Kohle und dem 10. Wärmedialog mit der Vorstellung eines Kurzgutachtens des Öko-Instituts muss der Hamburger Senat möglichst rasch ein umfassendes unabhängiges Gutachten zur Verminderung des Kohleeinsatzes in Hamburg in Auftrag geben. Es muss ermittelt werden, ob die Verbrennung von Kohle in den Heizkraftwerken Hamburgs im Sommer eingestellt werden oder wenigstens verringert werden kann.

Handlungsleitend ist die Vorschrift des Hamburgischen Klimaschutzgesetzes, nach dem der Einsatz  von  aus  Kohle  produzierter Wärme unter Beachtung des wirtschaftlich Vertretbaren möglichst weitgehend zu vermeiden ist.

Eine neue Stellungnahme des Hamburger Energietischs kam zum Ergebnis, dass die beim 10. Wärmedialog geführte Debatte den möglichen Rahmen für eine Vermeidung des sommerlichen Kohleeinsatzes wesentlich zu eng gezogen hat, unter anderem weil der Fokus nur auf das Heizkraftwerk Wedel gerichtet wurde und weil die Interessen und Aktivitäten der betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner ausgespart wurden.

Eine Verminderung des sommerlichen Kohle-Einsatzes sollte entsprechend den Zielen der Hamburgischen Verfassung als eine Klimaschutzmaßnahme der Stadt Hamburg durchgeführt werden. In der Verfassung steht: „Insbesondere nimmt die Freie und Hansestadt Hamburg ihre Verantwortung für die Begrenzung der Erderwärmung wahr.“ Dem Unternehmen Wärme Hamburg GmbH sollten die hierdurch  entstehende Kosten von der Stadt erstattet werden.

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Großdemonstration von Fridays for Future

am 21. Februar 2020  um 14:00 Uhr Heiligengeistfeld


Aufruf von Fridays for Future HH:
Am 23. Februar wird in Hamburg eine neue Bürgerschaft gewählt. Die Wähler*innen können dann entscheiden, wer die Hansestadt in den kommenden fünf Jahren politisch gestalten darf. Wir fordern von der Hamburger Politik parteiunabhängig die Umsetzung unserer Forderungen und eine Überarbeitung des Klimaplans. Dafür wollen wir zwei Tage vor den Wahlen gemeinsam ein Zeichen setzen – am 21. Februar sagen wir in unserer nächsten Großdemonstration deshalb: Hamburg, jetzt mal #butterbeidiefische! Nach über 50.000 Demonstrant*innen im November und über 100.000 im September zeigen wir mit eurer Hilfe, dass die einzige Landtagswahl im Jahr 2020 eine Klimawahl ist und Hamburg seine Verantwortung als globale Großstadt gerecht werden muss.

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Die Bürgeriniative „Keine Elbtrasse!“
hat eine Petition gegen die Elbtrasse gestartet

Die Bürgerinitiative „Keine Elbtrasse!“ hat am 1. Dezember 2019 eine Petition gestartet. Ziel der Petition ist die bisher nicht erfolgte ergebnisoffene Prüfung der ‚Nordvariante‘ im Stellinger Moor.
Mehr dazu hier.


Kandidat*innen für die Wahl zur Bürgerschaft wurden zur Elbtrasse befragt

Fernwärmetrasse
durch Othmarschen, Groß Flottbek und Bahrenfeld?

Die Bürgerinitiative „Keine Elbtrasse!“ hatte zu einer Veranstaltung in der Volkshochschule in Groß Flottbek am 10. Januar 2020 eingeladen.
Kandidatinnen und Kandidaten von fünf Bürgerschaftsparteien wurden zu ihren Positionen zur Elbtrasse befragt.

Mehr dazu hier und hier.


Import von Fracking-Erdgas
für den Hamburger Hafen?

Im Hamburger Energienetzbeirat wurde am Donnerstag, dem 24. Oktober 2019, über den Import von verflüssigtem Erdgas (LNG), das überwiegend aus Fracking-Quellen stammen wird, informiert und diskutiert. Axel Liebich (ifeu)  referierte zunächst über die Klimaschädlichkeit von importiertem Fracking-Erdgas und von russischem Pipeline-Erdgas. Danach ging es um die umstrittene Planung von LNG-Terminals an der norddeutschen Küste, die von US-Präsident Trump gefordert wird, und um die Unterstützung des Hamburger Senats für den Bau dieser Terminals. Ein Referent der Hamburg Prot Authority (HPA) befasste sich mit dem Einsatz von LNG im Hamburger Hafen. Sönke Diesener vom NABU informierte über die Perspektiven eines LNG-Einsatzes bei Schiffen.

Von allen Umweltverbänden werden die an der Nordseeküste geplanten LNG-Terminals vehement abgelehnt, da ihr Bau in grassem Widerspruch zu den deutschen Klimazielen stehen würde. Auf einen Antrag und eine Präsentation des HET hin hatte der Energienetzbeirat bei seiner letzten Sitzung diese Information und Diskussion am 24.10.2019 beschlossen.

Die behandelten Fragestellungen sind politisch brisant. Die Regierungen von Hamburg und Schleswig-Holstein haben sich in ihren Koalitionsvereinbarungen gegen Fracking-Erdgas ausgesprochen. Jetzt aber setzen sich beide trotz Beteiligung der Grünen für den von Trump geforderten Bau von LNG-Terminals ein, über die ganz offensichtlich überschüssiges, stark klimaschädliches Fracking-Erdgas aus Nordamerika in großen Mengen nach Deutschland eingeführt werden soll.

Mehr dazu hier.


Bürgerschaftsabgeordnete
wurden zur Elbtrasse befragt

Fernwärmetrasse
durch Othmarschen, Groß Flottbek und Bahrenfeld?

Die Bürgerinitiative „Keine Elbtrasse!“ lud zu einer Veranstaltung in Groß Flottbek am 1. November 2019 ein. Bei dieser wurden die umweltpolitischen Sprecherinnen und Sprecher von fünf Bürgerschaftsparteien zur Elbtrasse befragt.

Ein Flugblatt mit der Einladung zu dieser Veranstaltung.   Mehr dazu hier.


Senator Kerstan versuchte, die Elbtrasse in einer Veranstaltung der Bürgerinitiative „Keine Elbtrasse!“ zu verteidigen.

Fernwärmetrasse
durch Othmarschen, Groß Flottbek und Bahrenfeld:
Ist der Bau dieser Trasse sinnvoll und notwendig?

Informations- und Diskussionsveranstaltung mit Senator Kerstan
am Montag, dem 16. September 2019 um 19:00 Uhr in der Aula der Volkshochschule West, Waitzstraße 31

auf Einladung der Bürgerinitiave „Keine Elbtrasse!“

Mitwirkende:
Etwa 200 Diskussions-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer
Ute Heucke, Sprecherin der Bürgerinitiative „Keine Elbtrasse!“
Umweltsenator Jens Kerstan (BUE)
Prof. Dr. Dietrich Rabenstein (HCU Hamburg)
Moderation: Dr. Ing Manuel Gottschick (OCF Consulting)

Eine Kritik der Berichterstattung des ndr Hamburg Journals und des Sprechers der Umweltbehörde anlässlich dieser Veranstaltung mit Senator Kerstan am 16.9.2019. Hier auch als pdf-Datei.

Ein Bericht von der Veranstaltung am 16. September 2019.

Ausführliche Dokumente zu dieser Veranstaltung gibt es auf der Internetseite (Aktivitäten) der Bürgerinitiative „Keine Elbtrasse!“ – auch zum Herunterladen.

Hier ein Flyer der Bürgerinitiative zu dieser Veranstaltung.


Aktueller Stand des Projekts
„Erneuerbare Wärme in Hamburg“

Der Hamburger Senats hat am 23. August 2019 eine Große Anfrage der LINKEN zum aktuellen Stand des Projektes für den Ersatz des Heizkraftwerks Wedel in der Bürgerschaftsdrucksache 21/17901 beantwortet.

Eine Analyse findet sich hier


Ergebnisse der Volksinitiative „Tschüss Kohle“

Seit dem 21. Februar 2018 haben UnterstützerInnen der Hamburger Volksinitiative „Tschüss Kohle“ mehr als 22.000 Unterschriften für die Beendigung des Kohleeinsatzes in Hamburg gesammelt. Ab 2030 sollte in Hamburg keine Kohle mehr eingesetzt werden. In der Hamburger Fernwärmeerzeugung sollte schon 2025 auf Kohle verzichtet werden. Am 3. Juli 2018 stellte der Senat das „Zustandekommen“ dieser Volksinitiative fest.

Die Vertrauenspersonen und eine Unterstützergruppe einigten sich in langwierigen Verhandlungen mit dem Senat auf Änderungen des Hamburger Klimaschutzgesetzes. Das „Hamburgische Kohleausstiegsgesetz vom 20. Juni 2019“ wurde am 5. Juni 2019 von der Bürgerschaft beschlossen. Am 28. Juni 2019 erschien es im Gesetzesblatt. Folgerichtig erklärten die Initiatoren am 5. Juni 2019 gegenüber dem Senat die Rücknahme der Volksinitiative. Auf ein Volksbegehren und einen Volksentscheid wurde damit verzichtet.

Eine ausführliche Bewertung der Ergebnisse der Volksinitiative „Tschüss Kohle“ durch den Hamburger Energietisch, der eine der Trägerorganisationen der Volksinitiative war, findet sich hier.


Bessere Luft im Hamburger Hafen
dank Fracking-Erdgas?

Der Hamburger rot-grüne Senat will die Luft im Hafen durch den Einsatz von verflüssigtem Erdgas (LNG) verbessern. Mit LNG aus gefracktem Erdgas, das über die an der norddeutschen Küste geplanten LNG-Terminals eingeführt werden soll, wird dabei dem Klima schwer geschadet. 

Ein Flugblatt gegen die Nutzung von verflüssigtem Erdgas (LNG) im Hamburger Hafen.

Mehr zu LNG:

Kein Fracking-Erdgas für den Hamburger Hafen!

Ein Antrag des HET im Energienetzbeirat: Gegen den Import von verflüssigtem Fracking-Erdgas nach Deutschland

Vattenfall will den Import von Fracking-Erdgas aus den USA „veredeln“.


Das große Hamburger Fernwärmeunternehmen
ging in den Besitz Hamburgs über

Am 3. September 2019 gab der Hamburger Senat bekannt, dass der Rückkauf des zentralen Hamburger Fernwärmeunternehmens, das noch mehrheitlich im Besitz von Vattenfall war, endgültig vollzogen worden sei und zwar rückwirkend zum 1. Januar 2019. Das jetzt vollständig städtische Fernwärmeunternehmen heißt jetzt Wärme Hamburg GmbH (WHH).

Hier zu einer ausführlichen Chronik der Rückkaufs der Hamburger Fernwärme.


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