Der Hamburger Energietisch

Für die Energiewende in Hamburg

Aktuelles

Keine Verbrennung von Buschholz aus Namibia in Hamburger Kraftwerken!

Bild: Fridays for Future Namibia

Breiter Protest aus der Zivilgesellschaft gegen das Vorhaben der Hamburger Umweltbehörde, Steinkohle durch importiertes Buschholz zu ersetzen

In einer gemeinsamen Stellungnahme sprechen sich Organisationen der Zivilgesellschaft und Wissenschaftler*innen gegen Pläne aus, Hamburger Kraftwerke wie das Heizkraftwerk Tiefstack mit Buschholz aus Namibia zu befeuern.  

Im Mai 2020 war ein „Memorandum of Understanding“ bekannt geworden, wonach die Hamburger Umweltbehörde (BUKEA) und die Wärme Hamburg GmbH ein entsprechendes Vorhaben prüfen. Die Unterzeichner*innen lehnen dieses von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) vorangetriebene Projekt einer „Transkontinentalen Biomassepartnerschaft Namibia – Hamburg“ entschieden ab.

Mit dem 2013 erstrittenen Volksentscheid zum Rückkauf der Energienetze wurde der Hamburger Senat darauf verpflichtet, das Ziel einer „sozial gerechten, klimaverträglichen und demokratisch kontrollierten Energieversorgung aus erneuerbaren Energien“ zu verfolgen. Die beabsichtigte Verbrennung von Buschholz aus Namibia steht eindeutig in Widerspruch zu diesem Ziel.

Wegen des langen Transportweges und vor allem wegen Veränderungen der Landnutzung in Namibia wäre diese Form der Energieversorgung nicht klimaverträglich.

Das geplante Projekt ist auch nicht sozial gerecht, da der weitaus größte Teil der Wertschöpfung außerhalb Namibias stattfinden würde. Infolge einer Industrialisierung der Buschholz-Ernte würden zahlreiche Arbeitsplätze vernichtet. Profitieren würden in erster Linie Konzerne im globalen Norden, indem sie Maschinen und Transportfahrzeuge verkaufen und sich mit Rohstoffen versorgen könnten.

Eine öffentliche und ergebnisoffene Debatte über das Vorhaben in Hamburg findet bislang nicht statt; es mangelt an Transparenz und demokratischer Kontrolle.

Die angestrebte „Partnerschaft“ wird ausgerechnet mit Namibia gesucht, einem Land, das zwischen 1884 und 1915 als Deutsch-Südwestafrika unter deutscher Kolonialherrschaft stand.

„Der rot-grüne Senat in Hamburg soll das Projekt einer Biomasse-Partnerschaft mit Namibia stoppen. Wir fordern eine klimagerechte, zu 100 Prozent erneuerbare Energieversorgung, die ohne neokolonialen Import von Ressourcen aus dem globalen Süden auskommt“, sagt Ronja Heise, ROBIN WOOD-Energiereferentin. Die Umweltorganisation hat zusammen mit dem Hamburger Energietisch die gemeinsame Stellungnahme initiiert.

„Namibia befindet sich in einer Energiekrise und importiert bis zu 60 Prozent schmutzigen Kohlestrom aus Nachbarländern, um den lokalen Energiebedarf zu decken. Statt Biomasse zu exportieren, sollte Namibia sie im eigenen Land zur Stromproduktion nutzen. Dabei müssen nachhaltige Methoden zur Entbuschung angewendet werden. Büsche sind eine wichtige Kohlenstoffsenke. Sie dürfen daher nur gezielt geerntet werden, was bei einem Export sehr großer Holzmengen nicht garantiert werden kann“, sagt Bertchen Kohrs, Vorstand der Organisation Earthlife Namibia.

„Der Hamburger Senat hat in der Beantwortung einer Schriftlichen Kleinen Anfrage den Eindruck erweckt, den Nichtregierungs-Organisationen, die den Buschholz-Import ablehnen, stünden ähnlich viele Unterstützer*innen gegenüber. Das ist falsch“, sagt Gilbert Siegler vom Hamburger Energietisch. „Wir laden weitere Organisationen ein, sich gemeinsam mit den Unterzeichner*innen der Umsetzung einer ‚Biomassepartnerschaft mit Namibia‘ entgegenzustellen. Diese Vortäuschung von Klimaschutz muss verhindert werden.“

Die Unterzeichner*innen fordern die Hamburger Umweltbehörde auf, dieses Projekt nicht weiter zu verfolgen, sondern auf eine Energieversorgung Hamburgs hinzuwirken, die im Einklang mit den verbindlichen Zielen des Volksentscheids steht.

Für Rückfragen:

  • Hamburger Energietisch, Gilbert Siegler, Pressesprecher, Tel. 0176 510 19 592
  • Earthlife Namibia, Bertchen Kohrs, Vorsitzende, Tel. +264 81 2938085, earthl@iway.na
  • ROBIN WOOD, Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 0171 835 95 15; Ronja Heise, Energiereferentin, Tel. 040 380 892 21, energie@robinwood.de (ab 13.10.20 erreichbar)

Gas-Fernwärme aus Moorburg im Hamburger Fernwärmenetz?

Nach dem Koalitionsvertrag der rot-grünen Koalition soll bis zum 30 Juni 2021 in einer Machbarkeitsstudie die Beendigung der Steinkohle-Verbrennung im Kraftwerk Tiefstack geklärt werden. Ein Block des bisherigen Kohlekraftwerks könnte in ein Gas-Heizkraftwerk (GuD) umgerüstet werden,  das „der Stromproduktion bei gleichzeitiger Erzeugung von Wärme dienen würde.“

Wenn gleichzeitig auch das geplante GuD in Dradenau gebaut würde, dann könnten im westlichen Teil des Hamburger Fernwärmenetzes zu hohe Fernwärme-Leistungen entstehen, die einen teuren innerstädtischen Fernwärmeleitungsbau zur Vermeidung hydraulischer Restriktionen nach sich ziehen würden.

Stattdessen könnte Gas-Fernwärme aus Moorburg mit Hilfe einer neuen „Südschiene“ in den östlichen Teil des Fernwärmenetzes geleitet werden und dort zu einem zügigen Ausstieg des HKW Tiefstack aus der Kohleverbrennung führen.

In einem Kommentar „Ersatz der Steinkohle-Fernwärme aus Tiefstack mit Gas-Fernwärme aus Moorburg?“ wird dies eingehender diskutiert.

Eine „Südleitung“ von Moorburg in den östlichen Teil des Fernwärmentzes (Abbildung auf Basis eines Bilds von Wärme Hamburg)

Biomasse-Industrieparks in Namibia werden zahlreiche Arbeitsplätze zerstören

Die Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) plant die Errichtung von Biomasse-Industrieparks in Namibia. In diesen sollen große Mengen von namibischem Buschholz gesammelt und aufbereitet werden – unter anderem für den Export nach Hamburg. Die produzierten Holzpellets werden nur dann auf internationalen Märkten wettbewerbsfähig sein, wenn die Holzernte auf voll-mechanisierte Art mit Erntemaschinen aus Industrieländern durchgeführt wird.

Jährliche Holzernte einer Arbeitskraft in Abhängigkeit vom Grad der Mechanisierung

Die Arbeitsproduktivität dieser Art von Holzernte ist etwa zwanzigmal größer als die Arbeitsproduktivität der bisher gebräuchlichen manuellen und halb-mechanisierten Ernte des Buschholzes.

Nach der Einführung der Biomasse-Industrieparks wird daher die wenig produktive Holzernte Zug um Zug durch eine hochproduktive Holzernte verdrängt werden, da diese auch für die Landbesitzer attraktiver ist als die bisherige Holzbeschaffung, die viele, wenn auch einfache Arbeitsplätze für ungelernte Arbeiter geboten hat. Es kann gut sein, dass zehnmal mehr Arbeitsplätze verloren gehen werden als neue Arbeitsplätze für höher qualifizierte Arbeitskräfte geschaffen werden.

Da die Arbeitslosigkeit in Namibia bereits jetzt sehr hoch ist, wäre bei einer Errichtung von Biomasse-Industrieparks in der von der GIZ geplanten Geschwindigkeit mit großen Problemen in Namibia zu rechnen. Die GIZ argumentiert mit erheblichem Nutzen, der durch eine umfangreiche, großflächige Ausdünnung der Büsche für Namibia entstehen würde: Ergänzung des Grundwasserspeigels, Restaurierung agrarwirtschaftlicher Weideflächen für die Verdoppelung der Rinderzucht und erweiterte touristische Möglichkeiten. All das ist ungewiss.

Staat und Gesellschaft sollte daher ohne Einflussnahme der GIZ gründlich prüfen, welcher Entwicklungsweg für das Land am besten ist.

Hier eine ausführlichere Beschreibung der Problematik  –  auch als pdf-Datei auf Deutsch und auf Englisch.


Nach Angriffen in der Boulevardpresse gegen das HET-Gutachten zum Namibia-Buschholz werden Begründungen verweigert

Prof. Dr. Peter Heck, Leiter des Instituts für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) der Hochschule Trier, wurde von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) beauftragt, die Entwicklung von Biomasse-Partnerschaften mit Namibia zu entwickeln mit dem übergeordneten Ziel, strategische Partnerschaften mit deutschen Abnehmern zu arrangieren. Das ist dem Memorandum of Understanding (MoU) zwischen IfaS und Hamburger Umweltbehörde vom 7. Mai 2020 zu entnehmen, in dem es um eine Prüfung und den Aufbau einer Biomasse-Partnerschaft Hamburgs mit Namibia geht.

Der HET stellte am 15. Juni 2020 hierzu öffentlich ein wissenschaftliches Gutachten vor, das dringend von der energetischen Verwertung von Buschholz aus Namibia abrät. Denn je nach dem für Namibia gewählten Szenario wären die gesamten Treibhausgase von Buschholz aus Namibia in Hamburg im besten Fall nicht geringer als diejenigen von fossilem Erdgas und im schlechtesten Fall weit höher als diejenigen von Steinkohle.

Bild: Fridays for Future Namibia

Prof. Heck antwortete auf das HET-Gutachten nicht mit fachlichen Argumenten, wie unter Wissenschaftlern eigentlich selbstverständlich, sondern zog es vor, am 29. Juni 2020 in der Boulevard-Zeitung MOPO gegen den Autor des HET-Gutachtens zu polemisieren.

Der Pressesprecher des HET bat ihn daraufhin freundlich, die hinter seinen Aussagen in der MOPO stehenden Analysen und Argumente zur Verfügung zu stellen.

Prof. Heck kam dieser Bitte nicht nach, sondern teilte mit, es gebe einen offiziellen Prozess in Hamburg, in dem alle Fragen um die Biomasse aus Namibia diskutiert und nach Möglichkeit beantwortet werden würden. Sodann verwies er den Pressesprecher auf die Umweltbehörde, die seine „Fragen und Kritikpunkte sicherlich gerne in dieses Verfahren einspeisen wird.“

Der HET findet dieses Verhalten befremdlich und veröffentlicht daraufhin eine Erwiderung des Autors des HET-Gutachtens, Prof. Dietrich Rabenstein (HafenCity Universität Hamburg), auf die Ausführungen von Prof. Heck in der MOPO.


Ersatz des Steinkohle in Tiefstack:

Noch höhere Treibhausgas-Emissionen bei Nutzung von Buschholz aus Namibia

Am 12. Mai 2020 teilte die Hamburger Umweltbehörde in einer Pressemeldung mit, Hamburg und Namibia würden eine nachhaltige Verwertung von Biomasse aus Namibia prüfen. Zu diesem Zweck sei ein Memorandum of Understanding unterzeichnet worden.

Das Projekt, Buschholz aus Namibia in großem Umfang nach Hamburg zu transportieren, um es dort zur Fernwärmeerzeugung einzusetzen, war von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und dem Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) der Hochschule Trier, in einem Dossier vom 18. April 2019 vorgeschlagen worden. Seither war hinter den Kulissen der Einsatz im Heizkraftwerk Tiefstack als Ersatz für die Verbrennung von Steinkohle diskutiert worden. Auch andere Verwertungen von Buschholz in Hamburg wurden ins Auge gefasst.

Der HET gab nach der Veröffentlichung des GIZ-Dossiers ein Gutachten in Auftrag, das ermitteln sollte, wie hoch die Treibhausgas-Emissionen der Verfeuerung von Buschholz aus Namibia sein würden.

Das Ergebnis des jetzt veröffentlichten Gutachtens, zum dem es auch eine kurze Zusammenfassung in Deutsch und in Englisch gibt, ist überraschend eindeutig: Die Treibhausgas-Emissionen der Buschholz-Verbrennung wären höher als die der Steinkohle, die ersetzt werden soll. Das liegt vor allem an der Veränderung der Landnutzung in Namibia.

Das Gutachten rät deshalb dringend von diesem Abenteuer ab. Sollte sich Hamburg aus politischen Gründen dennoch auf den transkontinentalen Holztransfer einlassen, so müssten möglichst bald zum Ausgleich für die Klimaschädigung allein schon für den Einsatz von Buschholz im Heizkraftwerk Tiefstack mehr als 50 Millionen Bäume in Namibia gepflanzt werden, so das Gutachten. Als dauerhafter Wald und nicht als Holzplantage. Auch ein Ersatz für den Entzug von für das Pflanzenwachstum nötigen Mineralien  aus den kargen Böden Namibias müsste geleistet werden.

Im Gutachten wird hervorgehoben, dass eine stoffliche Nutzung von Buschholz aus Namibia im Sinne einer Kaskadennutzung wesentlich klimafreundlicher wäre als die Verbrennung.

Ausführlichere Beschreibungen des gesamten Vorgangs hier auf Deutsch und auf Englisch.


Sechs Forderungen des Hamburger Energietischs
an Bürgerschaft und Senat

Anlässlich der Koalitionsverhandlungen fordert der Hamburger Energietisch von Bürgerschaft und Senat
  1. die Kohle-Heizkraftwerke Wedel und Tiefstack im Sommer abzuschalten

  2. auf Fracking-Erdgas in Hamburg sowie auf LNG-Terminals an der norddeutschen Küste zu verzichten

  3. den Einsatz des extrem klimaschädlichen Begasungsmittel Sulfurylfluorid (SO2F2) im Hafen umgehend zu beenden

  4. die CO2-Emissionen der Müllverbrennung ehrlich zu bilanzieren

  5. die Diskussion über Namibisches Buschholz als Kohleersatz in Hamburger Heizkraftwerken öffentlich zu führen

  6.  200 Millionen Euro für den Bau einer Wärmetrasse unter der Elbe zu rechtfertigen.

    Ausführlicher: hier


Sommerpause für die Kohle-Heizkraftwerke in Hamburg

Nach einem Antrag der LINKEN-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft auf eine Sommerpause bei der Fernwärmeerzeugung aus Kohle und dem 10. Wärmedialog mit der Vorstellung eines Kurzgutachtens des Öko-Instituts muss der Hamburger Senat möglichst rasch ein umfassendes unabhängiges Gutachten zur Verminderung des Kohleeinsatzes in Hamburg in Auftrag geben. Es muss ermittelt werden, ob die Verbrennung von Kohle in den Heizkraftwerken Hamburgs im Sommer eingestellt werden oder wenigstens verringert werden kann.

Handlungsleitend ist die Vorschrift des Hamburgischen Klimaschutzgesetzes, nach dem der Einsatz  von  aus  Kohle  produzierter Wärme unter Beachtung des wirtschaftlich Vertretbaren möglichst weitgehend zu vermeiden ist.

Eine neue Stellungnahme des Hamburger Energietischs kam zum Ergebnis, dass die beim 10. Wärmedialog geführte Debatte den möglichen Rahmen für eine Vermeidung des sommerlichen Kohleeinsatzes wesentlich zu eng gezogen hat, unter anderem weil der Fokus nur auf das Heizkraftwerk Wedel gerichtet wurde und weil die Interessen und Aktivitäten der betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner ausgespart wurden.

Eine Verminderung des sommerlichen Kohle-Einsatzes sollte entsprechend den Zielen der Hamburgischen Verfassung als eine Klimaschutzmaßnahme der Stadt Hamburg durchgeführt werden. In der Verfassung steht: „Insbesondere nimmt die Freie und Hansestadt Hamburg ihre Verantwortung für die Begrenzung der Erderwärmung wahr.“ Dem Unternehmen Wärme Hamburg GmbH sollten die hierdurch  entstehende Kosten von der Stadt erstattet werden.

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Großdemonstration von Fridays for Future

am 21. Februar 2020  um 14:00 Uhr Heiligengeistfeld


Aufruf von Fridays for Future HH:
Am 23. Februar wird in Hamburg eine neue Bürgerschaft gewählt. Die Wähler*innen können dann entscheiden, wer die Hansestadt in den kommenden fünf Jahren politisch gestalten darf. Wir fordern von der Hamburger Politik parteiunabhängig die Umsetzung unserer Forderungen und eine Überarbeitung des Klimaplans. Dafür wollen wir zwei Tage vor den Wahlen gemeinsam ein Zeichen setzen – am 21. Februar sagen wir in unserer nächsten Großdemonstration deshalb: Hamburg, jetzt mal #butterbeidiefische! Nach über 50.000 Demonstrant*innen im November und über 100.000 im September zeigen wir mit eurer Hilfe, dass die einzige Landtagswahl im Jahr 2020 eine Klimawahl ist und Hamburg seine Verantwortung als globale Großstadt gerecht werden muss.

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Die Bürgeriniative „Keine Elbtrasse!“ hat eine Petition gegen die Elbtrasse gestartet

Die Bürgerinitiative „Keine Elbtrasse!“ hat am 1. Dezember 2019 eine Petition gestartet. Ziel der Petition ist die bisher nicht erfolgte ergebnisoffene Prüfung der ‚Nordvariante‘ im Stellinger Moor.
Mehr dazu hier.


Kandidat*innen für die Wahl zur Bürgerschaft wurden zur Elbtrasse befragt

Fernwärmetrasse
durch Othmarschen, Groß Flottbek und Bahrenfeld?

Die Bürgerinitiative „Keine Elbtrasse!“ hatte zu einer Veranstaltung in der Volkshochschule in Groß Flottbek am 10. Januar 2020 eingeladen.
Kandidatinnen und Kandidaten von fünf Bürgerschaftsparteien wurden zu ihren Positionen zur Elbtrasse befragt.

Mehr dazu hier und hier.


Import von Fracking-Erdgas für den Hamburger Hafen?

Im Hamburger Energienetzbeirat wurde am Donnerstag, dem 24. Oktober 2019, über den Import von verflüssigtem Erdgas (LNG), das überwiegend aus Fracking-Quellen stammen wird, informiert und diskutiert. Axel Liebich (ifeu)  referierte zunächst über die Klimaschädlichkeit von importiertem Fracking-Erdgas und von russischem Pipeline-Erdgas. Danach ging es um die umstrittene Planung von LNG-Terminals an der norddeutschen Küste, die von US-Präsident Trump gefordert wird, und um die Unterstützung des Hamburger Senats für den Bau dieser Terminals. Ein Referent der Hamburg Prot Authority (HPA) befasste sich mit dem Einsatz von LNG im Hamburger Hafen. Sönke Diesener vom NABU informierte über die Perspektiven eines LNG-Einsatzes bei Schiffen.

Von allen Umweltverbänden werden die an der Nordseeküste geplanten LNG-Terminals vehement abgelehnt, da ihr Bau in grassem Widerspruch zu den deutschen Klimazielen stehen würde. Auf einen Antrag und eine Präsentation des HET hin hatte der Energienetzbeirat bei seiner letzten Sitzung diese Information und Diskussion am 24.10.2019 beschlossen.

Die behandelten Fragestellungen sind politisch brisant. Die Regierungen von Hamburg und Schleswig-Holstein haben sich in ihren Koalitionsvereinbarungen gegen Fracking-Erdgas ausgesprochen. Jetzt aber setzen sich beide trotz Beteiligung der Grünen für den von Trump geforderten Bau von LNG-Terminals ein, über die ganz offensichtlich überschüssiges, stark klimaschädliches Fracking-Erdgas aus Nordamerika in großen Mengen nach Deutschland eingeführt werden soll.

Mehr dazu hier.


Bürgerschaftsabgeordnete wurden zur Elbtrasse befragt

Fernwärmetrasse
durch Othmarschen, Groß Flottbek und Bahrenfeld?

Die Bürgerinitiative „Keine Elbtrasse!“ lud zu einer Veranstaltung in Groß Flottbek am 1. November 2019 ein. Bei dieser wurden die umweltpolitischen Sprecherinnen und Sprecher von fünf Bürgerschaftsparteien zur Elbtrasse befragt.

Ein Flugblatt mit der Einladung zu dieser Veranstaltung.   Mehr dazu hier.


Senator Kerstan versuchte, die Elbtrasse in einer Veranstaltung der Bürgerinitiative „Keine Elbtrasse!“ zu verteidigen.

Fernwärmetrasse
durch Othmarschen, Groß Flottbek und Bahrenfeld:
Ist der Bau dieser Trasse sinnvoll und notwendig?

Informations- und Diskussionsveranstaltung mit Senator Kerstan
am Montag, dem 16. September 2019 um 19:00 Uhr in der Aula der Volkshochschule West, Waitzstraße 31

auf Einladung der Bürgerinitiave „Keine Elbtrasse!“

Mitwirkende:
Etwa 200 Diskussions-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer
Ute Heucke, Sprecherin der Bürgerinitiative „Keine Elbtrasse!“
Umweltsenator Jens Kerstan (BUE)
Prof. Dr. Dietrich Rabenstein (HCU Hamburg)
Moderation: Dr. Ing Manuel Gottschick (OCF Consulting)

Eine Kritik der Berichterstattung des ndr Hamburg Journals und des Sprechers der Umweltbehörde anlässlich dieser Veranstaltung mit Senator Kerstan am 16.9.2019. Hier auch als pdf-Datei.

Ein Bericht von der Veranstaltung am 16. September 2019.

Ausführliche Dokumente zu dieser Veranstaltung gibt es auf der Internetseite (Aktivitäten) der Bürgerinitiative „Keine Elbtrasse!“ – auch zum Herunterladen.

Hier ein Flyer der Bürgerinitiative zu dieser Veranstaltung.


Aktueller Stand des Projekts „Erneuerbare Wärme in Hamburg

Der Hamburger Senats hat am 23. August 2019 eine Große Anfrage der LINKEN zum aktuellen Stand des Projektes für den Ersatz des Heizkraftwerks Wedel in der Bürgerschaftsdrucksache 21/17901 beantwortet.

Eine Analyse findet sich hier


Ergebnisse der Volksinitiative „Tschüss Kohle“

Seit dem 21. Februar 2018 haben UnterstützerInnen der Hamburger Volksinitiative „Tschüss Kohle“ mehr als 22.000 Unterschriften für die Beendigung des Kohleeinsatzes in Hamburg gesammelt. Ab 2030 sollte in Hamburg keine Kohle mehr eingesetzt werden. In der Hamburger Fernwärmeerzeugung sollte schon 2025 auf Kohle verzichtet werden. Am 3. Juli 2018 stellte der Senat das „Zustandekommen“ dieser Volksinitiative fest.

Die Vertrauenspersonen und eine Unterstützergruppe einigten sich in langwierigen Verhandlungen mit dem Senat auf Änderungen des Hamburger Klimaschutzgesetzes. Das „Hamburgische Kohleausstiegsgesetz vom 20. Juni 2019“ wurde am 5. Juni 2019 von der Bürgerschaft beschlossen. Am 28. Juni 2019 erschien es im Gesetzesblatt. Folgerichtig erklärten die Initiatoren am 5. Juni 2019 gegenüber dem Senat die Rücknahme der Volksinitiative. Auf ein Volksbegehren und einen Volksentscheid wurde damit verzichtet.

Eine ausführliche Bewertung der Ergebnisse der Volksinitiative „Tschüss Kohle“ durch den Hamburger Energietisch, der eine der Trägerorganisationen der Volksinitiative war, findet sich hier.


Bessere Luft im Hamburger Hafen dank Fracking-Erdgas?

Der Hamburger rot-grüne Senat will die Luft im Hafen durch den Einsatz von verflüssigtem Erdgas (LNG) verbessern. Mit LNG aus gefracktem Erdgas, das über die an der norddeutschen Küste geplanten LNG-Terminals eingeführt werden soll, wird dabei dem Klima schwer geschadet. 

Ein Flugblatt gegen die Nutzung von verflüssigtem Erdgas (LNG) im Hamburger Hafen.

Mehr zu LNG:

Kein Fracking-Erdgas für den Hamburger Hafen!

Ein Antrag des HET im Energienetzbeirat: Gegen den Import von verflüssigtem Fracking-Erdgas nach Deutschland

Vattenfall will den Import von Fracking-Erdgas aus den USA „veredeln“.


Das große Hamburger Fernwärmeunternehmen ging in den Besitz Hamburgs über

Am 3. September 2019 gab der Hamburger Senat bekannt, dass der Rückkauf des zentralen Hamburger Fernwärmeunternehmens, das noch mehrheitlich im Besitz von Vattenfall war, endgültig vollzogen worden sei und zwar rückwirkend zum 1. Januar 2019. Das jetzt vollständig städtische Fernwärmeunternehmen heißt jetzt Wärme Hamburg GmbH (WHH).

Hier zu einer ausführlichen Chronik der Rückkaufs der Hamburger Fernwärme.