Der Hamburger Energietisch

Für die Energiewende in Hamburg

Biomasse statt Kohle?

Dokumente zur Debatte um einen Ersatz der Kohle in deutschen Kraftwerken durch Buschholz aus Namibia

Das GIZ-Projekt „Bush Control and Biomass Utilisation“ (BCBU)

Das Projekt „Nutzung von Busch-Biomasse“ (BCBU) der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GIZ arbeitet seit Jahren systematisch auf einen großvolumigen Export von Buschholz aus Namibia nach Europa hin. Im globalen Norden soll das Buschholz in Kraftwerken als Ersatz für die Steinkohle eingesetzt werden. In Form von Holzpellets will man es auf dem allgemeinen Wärmemarkt anbieten.

Unterstützer des Buschholz-Exports in Namibia und in Deutschland

Den Lobbyverband N-BIG (Namibia Biomass industry Group) und das Informationssystem DAS hat das GIZ-Projekt in Namibia im Jahr 2015 gleich selbst gegründet. IfaS ist Mitglied dieses Lobbyverbands:

Das IfaS ist Group Member des Lobby-Verbands N-BIG (Bild: N-BIG)

IfaS und die Hamburger Umweltbehörde BUKEA unterzeichneten im Mai 2020 eine Absichtserklärung, ein Memorandum of Understanding (MoU), und starteten damit einen umfangreichen Prüfprozess mit drei Arbeitsgruppen. Mitte 2021 sollten die Ergebnisse veröffentlicht werden.

Das Unternehmen Forst-Beratung UNIQUE und das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement, Trier, (IfaS) führten im Auftrag der GIZ unterstützende Arbeiten aus, darunter die Ausarbeitung von Studien zur Klimawirkung und zur Machbarkeit von Biomasse-Indstrieparks.


Kritik der Verbrennung von namibischem Buschholz in Europa

► Am 31. März 2021 stellte der HET ein Gutachten zur Klimawirkung von Buschholz, das in Europa verbrannt wird, vor, in dem mehr als ein Dutzend Fehler in den Studien von UNIQUE und IfaS nachgewiesen wurden:  Buschholz aus Namibia: Ersatz für die Steinkohle in Deutschland? (Kurzfassung auf  deutsch und auf englisch)

Der HET forderte, die Studien von UNIQUE und IfaS sofort zurückzuziehen. Ausführlicher hier.

► Am 9. Oktober 2020 veröffentlichten zahlreiche umwelt- und entwicklungspolitische Organisationen eine Gemeinsame Stellungnahme gegen den Ersatz von Steinkohle in Hamburger Kraftwerken durch Buschholz aus Namibia. Ausführlicher hier.

►  Am 18. Februar 2021 forderten 40 umwelt- und entwicklungspolitische Organisationen in einem Offenen Brief Bundesminister Müller (BMZ) auf, das GIZ-Projekt BCBU einer umfassenden Prüfung zu unterziehen und die beiden grob irreführenden Auftragsstudien von UNIQUE (Seebauer 2019) und vom IfaS (Heck 2020) umgehend zurückzuziehen. Der Offene Brief hier deutsch und hier englisch.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit antwortete hierauf am 9. März 2021.

Die Namibia Nature Foundation (NNF) antwortete auf den Offenen Brief mit einer lesenswerten Presseerklärung in Englisch und in Deutsch.


Im Bericht „Import von Buschholz aus Namibia“ informieren wir darüber, wie es zu einem Memorandum of Understanding zwischen Hamburg und dem GIZ-Dienstleister IfaS zum Zweck einer energetischen Verwertung von namibischem Buschholz in Hamburg kam.
Danach stellen wir dar, welche Wirkung auf das globale Klima das Verheizen von namibischem Buschholz in Hamburg haben würde.

 ► Import von Buschholz aus Namibia

See in the report „Bushwood Import from Namibia“ how a Memorandum of Understanding was signed between Hamburg and IfaS for the purpose of energetic utilisation of Namibian bushwood in Hamburg.
Read in the same report about the impact of burning Namibian bushwood in Hamburg on the global climate.

 ► Bushwood Import from Namibia


Die von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)  in Namibia geplanten Biomasse Industrieparks werden viele Arbeitsplätze im traditionellen Geschäft mit Buschholz vernichten und nur wenige neue Arbeitsplätze schaffen. Profitieren von diesen Biomasse Industrieparks werden in erster Linie Konzerne in den Industrieländern, die die notwendigen Maschinen und Transport-Fahrzeuge liefern werden und das Buschholz als interessanten Rohstoff verwerten können.

The biomass industrial parks planned by the German International Cooperation Agency (GIZ) in Namibia will destroy many jobs in the traditional bushwood business and create only few new jobs. The main beneficiaries of these Biomass Industrial Parks will be companies in the industrialised countries, which will supply the necessary machinery and transport vehicles and can use the bushwood as an interesting raw material.

 ► Buschholz-Arbeitsplätze in Namibia

 ► Export of bushwood from Namibia – Impact on the Namibian labour market


Eine Pressemitteilung des ECONOMIC & SOCIAL JUSTICE TRUST, Namibia, vom 27. Januar 2021 zum Problem der Arbeitsplatzvernichtung durch vollmechanisierte Buschernte auf englisch und auf deutsch.


Wie der Kohleausstieg in Deutschland zum Holzeinstieg werden kann, darüber informierte Almuth Ernsting (Biofuelwatch) bei klimareporter:
Pellets mit schmutzigem Geheimnis.

Almuth Ernsting mit einem Gastkommentar bei OXFAM, Brot für die Welt und germanclimatefinance.de auf englisch und auf deutsch.

Von hier lässt sich ein Report von Almuth Ernsting zum Buschholz-Projekt in Namibia vom Januar 2021 herunterladen.


Ersatz der Steinkohle in Hamburger Kraftwerken durch Buschholz aus Namibia

Gemeinsame Stellungnahme zahlreicher umwelt- und entwicklungspolitischer Organisationen und wissenschaftlicher Einrichtungen vom 9. Oktober 2020 hier auf Deutsch und hier auf Englisch

Presseerklärungen hierzu auf Deutsch und auf Englisch

♣  GIZ-Projekt „Nutzung von Busch-Biomasse“ (BCBU)

BCBU-Projekt: Projektbeschreibung der GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH) und Projektdaten

Dossier „Transkontinentale Biomassepartnerschaft Namibia – Hamburg“ (2019): von GIZ und IfaS (Institut für angewandtes Stoffstrommanagement)

Präsentation von IfaS vom 14. Januar 2020 in Hamburg

Memorandum of Understanding (MoU) zwischen der Hamburger Umweltbehörde BUKEA und IfaS (Juni 2020)

Internet-Informationen der Hamburger Umweltbehörde BUKEA zum Projekt Biomasse-Partnerschaft Hamburg Namibia. bzw. to the Project Biomass Partnership Hamburg-Namibia. Wiedergegeben werden im Wesentlichen die Auffassungen von IfaS und GIZ. Die BUKEA bezeichnet sich nur als „Herausgeber dieser Website“.

♣  Biomasse Industrieparks in Namibia

IfaS: Road Map to a Biomass Industrial Park, 19.11.2020

N-BIG: Kohle-Ersatz in Hamburg durch Buschholz aus Namibia, 7.7.2020

♣  Klimaverträglichkeit der energetischen Nutzung von Buschholz in Hamburg

Kurzgutachten „Auswirkungen auf das globale Klima“ – im Auftrag des HET e.V. (Hamburger Energietisch), Juni 2020:   Langfassung,    Kurzfassung,   Kurzfassung auf Englisch

Forst-Beratung UNIQUE: Treibhausgas-Emissionen nach der von der GIZ beauftragten Studie „Greenhouse Gas Assessment of Bush Control and Biomass Utilization in Namibia“ (12. 2019): LangfassungKurzfassung

GIZ, UNIQUE: Treibhausgas-Bewertung des GIZ-Projekts „Bush Control and Biomass Utilisation“: Policy Brief, April 2020

IfaS: Treibhausgas-Emissionen für die energetische Verwertung von Buschholz aus Namibia in Hamburg:  Präsentation, Dezember 2020

♣  Soziale Gerechtigkeit

Buschholz-Export aus Namibia –  Auswirkungen auf den namibischen Arbeitsmarkt (2020):  Fassungen auf Deutsch und auf Englisch


Weitere Beiträge des Hamburger Energietischs zur Debatte um den Import von Buschholz aus Namibia

IfaS Trier – Rechenschwäche Nr. 3

IfaS Trier – Rechenschwäche Nr. 2

IfaS Trier Rechenschwäche Nr. 1

Dr. Brown verordnet einen Lockdown für Diskussionen über Buschholz-Exporte aus Namibia

Die Hamburger Umweltbehörde prüft weiter mit handverlesenen Willigen

Erwiderung auf Prof. Hecks Behauptungen im Zusammenhang mit seinem Vorschlag einer Biomasse-Partnerschaft Hamburg – Namibia

Holzkohle aus Buschholz in Namibia?

Hamburger Kraftwerke: Kohleausstieg mit Biomasse?

Schriftliche Kleine Anfragen in der Hamburger Bürgerschaft

  • Drs. 22/1421, 22.9.20: MoU zur Biomassepartnerschaft mit Namibia 
  • Drs. 22/1831, 27.10.20: Projekt „Biomasse-Partnerschaft Hamburg-Namibia“
  • Drs. 22/2352, 4.12.20: Buschholz aus Namibia – ergebnisoffene Prüfung? 
  • Drs. 22/2792, 19.1.21: Buschholz aus Namibia – Interessenkonflikte bei der Prüfung durch die BUKEA?
  • Drs. 22/3385, 2.3.21: Nachfrage zur Schriftlichen Kleinen Anfrage „Buschholz aus Namibia – Interessenkonflikte bei der Prüfung durch die BUKEA?“, Drs. 22/2792
  • Drs. 22/3555, 19.3.21: Nachfrage zur Schriftlichen Kleinen Anfrage „Nachfrage zur Schriftlichen Kleinen Anfrage „Buschholz aus Namibia – Interessenkonflikte bei der Prüfung durch die BUKEA?“, Drs. 22/2792“ (Drs. 22/3385)

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