Der Hamburger Energietisch

Für die Energiewende in Hamburg

5. Juli 2020
von Redaktion
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Erwiderung von Prof. Rabenstein auf Prof. Hecks Behauptungen im Zusammenhang mit seinem Vorschlag einer Biomasse-Partnerschaft Hamburg – Namibia

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In der Hamburger Morgenpost (MOPO) erschien am 29. Juni 2020 ein Artikel mit dem Titel Professoren-Streit in Hamburg. Zoff um das „Namibia-Gestrüpp“.

Prof. Dr. Peter Heck, Leiter des Instituts für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) der Hochschule Trier, äußerte darin Kritik an dem KurzgutachtenVerwertung von Buschholz aus Namibia in Hamburg. Auswirkungen auf das globale Klima“, das im Auftrag des Hamburger Energietischs ausgearbeitet und am 15. Juni 2020 mit einer Pressemeldung des HET der Öffentlichkeit vorgestellt worden war. Zu diesem HET-Gutachten gibt es auch eine kurze Zusammenfassung.

Zum Verständnis des gesamten Vorgangs kann eine Beschreibung des von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)  und von IfaS bearbeiteten ProjektsNutzung von Busch-Biomasse“ dienen, das am 7. Mai 2020 zu einem Memorandum of Understanding (MoU) mit der Hamburger Umweltbehörde (BUE) führte. Nach diesem MoU soll in den kommenden zwei Jahren eine Biomasse-Partnerschaft Hamburgs mit Namibia geprüft und etabliert werden. Es geht um die Verwendung von Buschholz aus Namibia im Hamburger Energiesektor, insbesondere bei der Erzeugung von Fernwärme.

Institutionelle Struktur für das Memorandum of Understanding (Im MoU steht noch BUE. Jetzt lautet die Abkürzung der Umweltbehörde BUKEA).
  • Die Forst-Beratung UNIQUE (Grafik) erhielt von der GIZ den Auftrag, die Treibhausgas-Emissionen zu bewerten, die durch verschiedene Arten der Nutzung von namibischem Buschholz entstehen würden.
  • Das von Prof. Heck geleitete IfaS wurde von der GIZ beauftragt, die Entwicklung von Biomasse-Partnerschaften mit Namibia zu entwickeln mit dem übergeordneten Ziel, strategische Partnerschaften mit deutschen Abnehmern zu arrangieren (siehe MoU).

Von Prof. Heck (IfaS) und von Frank Gschwender (GIZ) stammt ein Dossier vom 18. April 2019, Transkontinentale Biomassepartnerschaft Namibia – Hamburg. Entwicklung eines Biomasse Industrieparks (BIP) in Namibia, in dem Hamburg vorgeschlagen wird, Buschholz aus Namibia zu importieren, um es in der Fernwärme-Erzeugung zu verbrennen.

Das HET-Gutachten rät dagegen dringend von einer langjährigen energetischen Nutzung von Buschholz aus Namibia in Hamburg ab, da Hamburg bis spätestens 2050 Klimaneutralität anstrebt. Im Gutachten zeigte sich bei einem Vergleich der Energieträger Buschholz aus Namibia, Erdgas, Steinkohle und Altholz aus der BRD, dass für den Einsatz in der Hamburger Fernwärmeerzeugung je nach dem für Namibia gewählten Szenario die gesamten Treibhausgase des importierten Buschholzes im besten Fall nicht geringer sind als diejenigen von fossilem Erdgas und im ungünstigsten Fall weit höher sind als diejenigen von Steinkohle.

Dazu kommt, dass wegen der Folgeeffekte der veränderten Landnutzung in Namibia die durch den Buschholzeinsatz in Hamburg ausgelösten Treibhausgasemissionen mit zunehmender Zeit sogar ansteigen würden.

Zu der von Prof. Rahmstorf dargestellten Absenkung der CO2-Emissionen in Deutschland, die für die Einhaltung der Ziele des Pariser Klimaabkommens notwendig ist, passt das wie die Faust aufs Auge.

Um das CO2-Restbudget Deutschlands einzuhalten, müssen die deutschen CO2-Emissionen wie im Bild von Prof. Rahmstorf gesenkt werden.

Die Veröffentlichung des HET-Gutachtens fand in Teilen der Hamburger Medien Aufmerksamkeit (MOPO 16.6.20).

Am 29.6.2020 äußerte sich Prof. Heck in einem Interview mit der Boulevard-Zeitung MOPO zum HET-Gutachten:

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2. Mai 2020
von Redaktion
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Die globalen Methan-Emissionen sind erneut alarmierend angestiegen

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Anfang April 2020 gab die Nationale Ozean- und Atmosphärenbehörde der USA (NOAA – National Oceanic and Atmospheric Administration) neue Werte der Treibhausgase CO2, CH4, N2O und SF6 bekannt.

Alarmierend ist, dass die Konzentration von Methan (CH4) in der Atmosphäre erneut beträchtlich angestiegen ist.

Methangehalt der Atmosphäre (ppb = Milliardstel) (Quelle: Global Monitoring Laboratory NOAA)

Wie das Bild zeigt, blieben die Werte der Methan-Konzentration von 1999 bis 2006 nahezu konstant. Da Methan im Gegensatz zu CO2 in der Atmosphäre nur eine mittlere Lebensdauer von 12,4 Jahren besitzt, hatten Wissenschaftler*innen gehofft, es werde nun so viel Methan abgebaut, wie gleichzeitig neu freigesetzt werde. Doch ab 2007 begann die Methan-Konzentration wieder stark zu steigen.

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27. April 2020
von Redaktion
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Holzkohle aus Buschholz in Namibia?

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Ein sehr großer Teil der aus Namibia exportierten Holzkohle wird in Europa beim Freizeitvergnügen Grillen verbrannt. Auch wenn es sich um Holzkohle handelt, die nicht aus Tropenholz hergestellt wurde und daher auch von großen Umweltverbänden als „grün“ bezeichnet wird, ist ihre Verwendung extrem klimaschädlich. Das liegt zum einen an der sehr ineffizienten Herstellung und zum anderen an riesigen Mengen von Treibhausgasen wie Methan und Kohlenstoffmonoxid, die bei der Produktion freigesetzt werden.

Der Hamburger Energietisch hat am 10. April 2020 ein Dossier öffentlich zugänglich gemacht, das von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und vom Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) an der Hochschule Trier erstellt wurde. Unter dem Titel „Transkontinentale Biomassepartnerschaft Namibia – Hamburg“ wird darin die Errichtung von Biomasse-Industrieparks in Namibia vorgeschlagen. Ein YouTube-Video „Biomass Industrial Parks – Namibia“ bietet einen Überblick über die Vorstellungen der GIZ.

Große Mengen von Buschholz aus Namibia sollen in Form von Holzhackschnitzeln oder Holzpellets nach Hamburg verschifft werden, um hier in der Fernwärmeerzeugung eingesetzt zu werden. Die Hamburger Umweltbehörde, die Wärme Hamburg GmbH und die GIZ verhandeln schon seit etwa einem Jahr unter Ausschluss der Öffentlichkeit über dieses Projekt. Auf die ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekte eines solchen Entwicklungs- und Kooperationsprojekts ging bereits eine erste kurze Analyse des HET ein, die die Veröffentlichung des Dossiers begleitete. Welche Vorteile sich Namibia und die GIZ von einer Reduzierung der Verbuschung des nördlichen Landesteils erhoffen, wurde in dieser Analyse kurz beschrieben.

Bild 1: Holzkohle-Produktion in Namibia (Bildquelle: gondwana-Collection.com)

Laut dem GIZ-Dossier wird derzeit geschätzt, „dass in ganz Namibia bereits heute jährlich rund 1,4 Millionen Tonnen Holzbiomasse zur Wertschöpfung beitragen und für Wertschöpfungsketten wie Holzkohle, Brennholz, Holzschnitzel, Zaunpfähle, Strauchfütterung usw. verwendet werden.“

Im Gegensatz zur Gewinnung von Holzkohle ist die Erzeugung von Holzschnitzeln und Holzpellets in Namibia noch nicht weit fortgeschritten. Hier soll daher die Produktion von Holzkohle in Namibia genauer unter die Lupe genommen werden. Das dürfte auch für die Beurteilung des GIZ-Projekts „Biomasse-Industriepark“ und für den Vorschlag einer Biomassepartnerschaft Namibia – Hamburg nützlich sein.

Zu betrachten sind dabei insbesondere

  • Art und Umfang der Holzkohle-Produktion und -Vermarktung in Namibia,
  • Ökologische Beurteilung der Produktion und des Einsatzes von Holzkohle,
  • Sozioökonomische Bedingungen der Holzkohle-Produktion in Namibia.

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10. April 2020
von Redaktion
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Hamburger Kraftwerke: Kohleausstieg mit Biomasse?

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Das eindrucksvolle Klimaschutzprojekt „German Zero“, an dem zurzeit mit Hochdruck gearbeitet wird, nimmt die Verpflichtungen Deutschlands aus dem Pariser Klimaabkommen von 2015 wirklich ernst.

Während den gegenwärtigen Zielen und Selbstverpflichtungen Deutschlands ein globaler Temperaturanstieg um etwa 3 °C bis 2100 entspricht – vorausgesetzt es käme nicht zum Überschreiten weiterer Kipppunkte – setzte sich German Zero das Ziel, einen Plan für den Beitrag Deutschlands zur Begrenzung der Erderhitzung um maximal 1,5 °C auszuarbeiten.

Der „1,5-Grad-Klimaplan für Deutschland“ von German Zero sieht Klimaneutralität von Deutschland bis 2035 vor. Der Plan wird als notwendig und machbar bezeichnet.

Theoretisch kann Deutschland seinen Energiebedarf mit im eigenen Land erzeugten erneuer­baren Energien decken. Ergänzend kann aber auch, so wie heute, Energie importiert werden. „Partnerschaften mit potenziellen Lieferländern sind zu schließen und die notwendi­gen Infrastrukturen zu schaffen. … Wie viele Windräder und Photovoltaikanla­gen aufgestellt werden müssen, hängt davon ab, in welchem Maße Energie eingespart wird und in wel­cher Menge klimaneutrale Kraftstoffe importiert werden.“

German Zero zeigt als vereinfachtes Beispiel für eine Aufteilung der jährlich benötigten Energie durch Erzeugung in Deutschland und durch Importe aus anderen Ländern:

(Quelle: German Zero)

Gegenwärtig ist nicht bekannt, wie viele und welche „erneuerbar erzeugten Brennstoffe“ schon 2035 in großen Mengen importiert werden können. Denn es geht dabei um den Aufbau einer auf dem Weltmarkt operierenden Wasserstoff-Wirtschaft. Biomasse könnte schon in Kürze nach Hamburg importiert werden, wie das folgende Angebot zur Nutzung von Buschholz aus Namibia in der Hamburger Fernwärme-Erzeugung zeigt.

Eine Energie-Partnerschaft zwischen Hamburg und Namibia?

In einer etwa ein Jahr alten Projektbeschreibung wird eine Partnerschaft zwischen Hamburg und Namibia für den Import von Biomasse vorgeschlagen. Zu diesem Projekt mit dem Titel „Transkontinentale Biomassepartnerschaft Namibia – Hamburg. Entwicklung eines Biomasse Industrieparks (BIP) in Namibia“ gibt es ein Dossier vom 18. April 2019, das von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und vom Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) an der Hochschule Trier stammt.

Ein Youtube-Video „Biomass Industrial Parks – Namibia“ bietet einen Überblick über die Vorstellungen der GIZ.

Weitere allgemeine Informationen enthält ein Sonderdruck aus der Zeitschrift energie aus PflanzenBuschernte ersetzt Import von Kohle. Bioenergie in Namibia“.

Umfangreiche Informationen finden sich auch auf namibischen Internetseiten unter www.dasnamibia.org und www.n-big.org.

(Quelle: Zeitschrift energie aus pflanzen, Sonderdruck)

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21. März 2020
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Sommerpause für Hamburgs Kohle-Heizkraftwerke

Erdüberhitzung als farbiger Strichcode

Mit der Verabschiedung des Hamburger Klimaschutzgesetzes im Januar 2020 und zuvor schon mit dem Hamburger Kohleausstiegsgesetz hat sich Hamburg verpflichtet, Wärmeerzeugung aus Kohle unter Beachtung des wirtschaftlich Vertretbaren möglichst weitgehend zu vermeiden. Hiervon sind die Hamburger Steinkohle-Heizkraftwerke Tiefstack und Wedel betroffen, die sich vollständig im Hamburger Eigentum befinden.

Etwa zwei Drittel der Fernwärme im zentralen Hamburger Fernwärmenetz wird immer noch durch Verbrennung von Steinkohle in diesen Heizkraftwerken erzeugt: Mindestens für fünf weitere Jahre in Wedel, wahrscheinlich länger, und noch für bis zu elf Jahren in Tiefstack.

Während der drei bis vier wärmsten Sommermonate kann die Verbrennung von Kohle schon kurzfristig vermieden werden: Im Sommer wird nur vergleichsweise wenig Fernwärme für den Warmwasserbedarf benötigt. Mit dem Einsatz der Müllverbrennungsanlagen in der Borsigstraße und dem Gas- und Dampfkraftwerk Tiefstack kann während dieses Zeitraums vollständig auf Kohle-Verbrennung verzichtet werden.  Wenn die Freie und Hansestadt Hamburg das Hamburger Klimaschutzgesetz ernst nimmt, kann sie dieser Maßnahme nur ausweichen, wenn sie zeigen kann, dass das nicht im Rahmen des wirtschaftlich Vertretbaren möglich ist.

In einer umfangreichen Stellungnahme „Debatte um eine Sommerpause für Hamburgs Kohle-Heizkraftwerke“ wird gezeigt, dass viele Vorbehalte, die beim 10. Hamburger Wärmedialog am 4. Februar 2020 von Vertretern des Unternehmens Hamburg Wärme GmbH, aber auch in einem Kurzgutachten des Öko-Instituts vorgebracht wurden, nicht stichhaltig sind.

Da das Kohle-HKW Tiefstack nur etwa halb so alt ist wie das HKW Wedel kann dieses ähnlich wie das Kohle-Heizkraftwerk München Nord in den Sommermonaten seinen Betrieb einstellen. Auch eine sommerliche Konservierung des HKW Wedel ist möglich. Wenn diese als zu riskant erscheint, so kann das HKW Wedel im Sommer zumindest mit der Minimal-Leitung betrieben werden.

Nach bisherigen Schätzungen des Öko-Instituts handelt es sich wie in München um eine Maßnahme mit relativ geringen CO2-Minderungskosten. Diese Kosten für eine entsprechende Klimaschutzmaßnahme Hamburgs sollten dem Unternehmen Hamburg Wärme GmbH aus öffentlichen Geldern erstattet werden.

Der Senat sollte unverzüglich eine vertiefende Untersuchung durch ein externes Beratungsbüros in Auftrag geben, mit der möglichst bald eine unabhängige und transparente Bewertung der in der Stellungnahme beschriebenen fünf Varianten zur sommerlichen Kohlevermeidung vorgenommen werden.

26. Februar 2020
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Wasserstoff-Produktion in Moorburg – gut für die Energiewende?

Am 20. Februar 2020, drei Tage vor der Bürgerschaftswahl in Hamburg, kündigten Hamburgs Erster Bürgermeister Tschentscher und Wirtschaftssenator Westhagemann an, das Kohlekraftwerk Moorburg solle schneller vom Netz genommen werden: Einer der beiden 800-MW-Blöcke des erst seit 2015 laufenden Kohlekraftwerks könne auf Gas umgestellt werden. Der zweite 800-MW-Block würde vom Netz gehen, sobald der erste Block umgerüstet sei. Die CO2-Emissionen des Kraftwerks Moorburg würden so auf einen Schlag halbiert, so Tschentscher nach Berichten von NDR und von SAT.1.

Tschentscher machte deutlich, dass bis zu einer Realisierung der Idee noch viele Schritte zu gehen seien. Erste Gespräche mit dem Kraftwerksbetreiber Vattenfall habe es aber bereits gegeben. Westhagemann möchte die Gespräche gerne fortführen. Denn Vattenfall wolle ja so schnell wie möglich aus der Kohle aussteigen. Eine Machbarkeitsstudie, so Tschentscher, sei „ein wichtiger Punkt, den wir in die Koalitionsverhandlungen einführen werden“.

Auf dem Gelände des Kraftwerks Moorburg soll eine Anlage zur Produktion von Wasserstoff aus „überflüssigem“ Strom errichtet werden. „Wasserstoff hilft uns für den Klimaschutz nur weiter, wenn er mit regenerativ erzeugtem Strom hergestellt wird“, so Tschentscher in CAPITAL.

Bundesumweltministerin Schulze: „Das wäre eine Lösung, die sehr intelligent Klimaschutz und Industriepolitik zusammenbringt. Weil es geht ja hier darum, den Strom aus erneuerbarer Energie, den Strom aus dem Wind, besser zu nutzen, ihn dazu zu nutzen, auch Wasserstoff herzustellen und gleichzeitig ein Kohlekraftwerk vom Netz zu nehmen.“

Vattenfall zeigte sich in einer Pressemeldung aufgeschlossen gegenüber diesem Vorhaben und verwies ausführlich auf seine Kompetenz in Sachen Wasserstoff-Technologie.

Westhagemann hatte schon im September 2019 eine 100-MW-Anlage zur Wasserstoff-Erzeugung mit Wasser-Elektrolyse angekündigt. Der Bau dieser Anlage solle durch Fördermittel vom Bund und der EU ermöglicht werden. Es sollen ungefähr zwei Tonnen oder 22.000 Kubikmeter Wasserstoff pro Stunde produziert werden. Im Januar 2020 wurden 150 Millionen Euro als Kosten für das Projekt angegeben.

Einen Investorenvertrag gab es jedoch noch nicht. Und ebensowenig einen konkreten Zeitplan für die Umsetzung der Pläne.

Bild 1: Stromerzeugung in den Kraftwerken Brokdorf und Moorburg sowie Tiefstack und Wedel in TWh pro Jahr (nach Daten der Energy Charts des Fraunhofer ISE. Im Jahr 2017 stand das Kernkraftwerk Brokdorf mehrere Monate still, weil die Brennstäbe stark oxidiert waren.)

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21. Februar 2020
von Redaktion
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Was plant Vattenfall für sein Steinkohle-Kraftwerk Moorburg?

Drei Tage vor der Bürgerschaftswahl am 23. Februar 2020 und einen Tag vor der großen Demonstration von Fridays for Future in Hamburg überraschte der Erste Bürgermeister Tschentscher mit einem Plan für einen schnelleren Ausstieg des Kraftwerks Moorburg aus der Kohle.

(NDR-Video und SAT.1-Video von einer Pressekonferenz am 20.2.2020.)

Westhagemann, Schulze und Tschentscher bei einer Pressekonferenz am 20.2.2020

Bürgermeister Tschentscher: „Unser Wirtschaftssenator hat in den letzten Monaten an einer Idee gearbeitet, die dazu führen kann, dass wir Moorburg sehr viel schneller als Kohlekraftwerk vom Netz nehmen, um an dieser Stelle etwas sehr Innovatives zu tun, nämlich eine Wasserstoff-Produktionsanlage mit grünem Strom zu errichten.“

Ein Kohle-Block des Kraftwerks Moorburg mit einer elektrischen Leistung von 800 MW soll stillgelegt, der andere mit ebenfalls 800 MW auf Gas umgerüstet werden. „Wir wollen mit dem Betreiber Vattenfall darüber sprechen, in Moorburg so bald wie möglich aus der Kohle auszusteigen“, sagte Tschentscher. Die CO2-Emissionen des Kraftwerks Moorburg würden so auf einen Schlag halbiert, so Tschentscher dem NDR zufolge.

Nach einem Bericht der Harburger SPD ließ Tschentcher offen, ob das neue Kraftwerk sowie die Wasserstoffproduktion privat betrieben werden sollen oder ob städtische Unternehmen wie Hamburg Energie mit einspringen könnten. „Wir drängen uns nicht“, sagte er, schloss eine unternehmerische Beteiligung der Stadt aber auch nicht aus.

Wirtschaftsenator Westhagemann: „Natürlich müsste man einen Umbau vornehmen. Also das heißt, die Turbine muss ersetzt werden, der Kessel muss ersetzt werden, aber alles, was drum rum ist, die Dampfaggregate, die ich dort habe, das bleibt alles bestehen. Das heißt, ein Teil der Infrastruktur bleibt vorhanden.“

Vattenfall schrieb dazu in einer Pressemeldung vom 20.2.2020: „Das Hamburger Kraftwerk Moorburg ist das letzte kohlegefeuerte Kraftwerk von Vattenfall ohne Fernwärmeauskopplung und passt langfristig nicht zu unserem Unternehmensziel. Aus diesem Grund haben wir schon vor einiger Zeit einen Prozess eingeleitet, um Lösungen zu finden, die zu unserer strategischen Ausrichtung der Dekarbonisierung passen. Neben einem Brennstoffwechsel kann auch unter anderem eine Veräußerung als Option nicht ausgeschlossen werden.“

Die Pressemeldung geht danach ausführlich auf die Perspektiven von Wasserstoff in Hamburg ein und preist die Erfahrungen von Vattenfall mit dieser Technologie: „Auch in Berlin beabsichtigen wir, Wasserstoff als Brennstoff auf unserem Weg in eine fossilfreie Wärmeversorgung einzusetzen. Und in Hamburg planen wir schon länger unsere Wasserstoffaktivitäten mit dem Fokus auf Industrie und Transport auszuweiten. … Darüber und zur Frage, ob und wie der Standort Moorburg für eine klimafreundliche Energieversorgung umgebaut werden kann, sprechen wir sehr gerne mit den Regierungen von Hamburg und der Bundesrepublik.“

Zeitgleich mit der Pressekonferenz Tschentschers wurde bekannt, dass Vattenfall der Stadt durch einen Verkauf seiner Mehrheitsanteile an der Müllverbrennungsanlage Rugenberger Damm (MVR) entgegengekommen ist. Über diesen Verkauf zwischen der Stadtreinigung Hamburg und Vattenfall war seit Jahren verhandelt worden, ohne dass bisher Fortschritte zu erkennen waren. Nähere Einzelheiten sollen erst später veröffentlich werden.

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19. Februar 2020
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Hamburg als Vorreiter bei „CO2-freier“ Müll-Fernwärme

Gabriela Keller in der Berliner Zeitung zum „Nullsummenspiel“ Müll-Fernwärme

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Es war zu erwarten!

Wenn eine grün geführte Energie- und Umweltbehörde trotz aller Einsprüche der Zivilgesellschaft und trotz Empfehlungen des Hamburger Energienetzbeirats nicht davon ablässt, den Einflüsterungen der Fernwärme-Lobby-Organisation AGFW zu folgen und Fernwärme aus Müllverbrennungsanlagen als klimaneutral bewertet, dann finden sich bald eilfertige Nachahmer.

In Berlin wurde das Nullsummenspiel – die trickreiche Verlagerung von CO2-Emissionen aus Müllverbrennungsanlagen – immerhin von der örtlichen Presse, der Berliner Zeitung, aufgegriffen, entlarvt und problematisiert:

Aus dieser Reportage von Gabriela Keller:

Die grüne Senatorin Regine Günther [stützt sich] auf ein methodisch auffälliges Konzept: Die Studie berücksichtigt „Abwärmequellen mit einem Emissionsfaktor von 0 g pro kWh“. Anders gesagt: Die Energie, die bei der Verbrennung von Müll entsteht, wird als zu hundert Prozent CO2-frei verbucht.

Dies widerspricht üblichen Berechnungsmethoden und bringt Umweltschützer und Wissenschaftler auf: „Es ist strikt falsch, und es ist interessengeleitet“, sagt Günter Dehoust, Senior Researcher am renommierten Öko-Institut in Berlin, „und das Drama ist, dass sich viele Leute diese Berechnung zu eigen machen.“ Es gebe klare Berechnungsvorgaben für Abwärme, wie sie auch das Bundesumweltamt zu Grunde legt, sagt er: „Alle Studien, die ich kenne, berücksichtigen die CO2-Emissionen aus der Abwärme.“

Es ist nicht so, dass er die Müllverbrennung generell ablehne. Für bestimmte Mengen von Restmüll gebe es keine andere Lösung, und so lange dabei Wärme anfällt, solle man sie auch nutzen. „Man darf sie deswegen aber nicht klimaneutral darstellen.“ Ökologisch weitaus vorteilhafter wäre es, Abfälle zu recyceln. Wer dagegen Abfallwärme als CO2-neutral bilanziert, setze fragwürdige Signale: „Es ist ein Taschenspielertrick, denn es geht ja darum: Wie plane ich die Wärmeversorgung in der Zukunft? Wenn ich mir die Emissionen schön rechne, habe ich falsche Planungsgrundlagen, die dann bei politischen Entscheidungen zu Grunde gelegt werden.“

Und so lässt sich an diesem Beispiel verfolgen, wie Methoden von Lobbygruppen in die Bilanzierungsmethoden einfließen – und von politischer Seite akzeptiert werden:

Berlin ist nicht die einzige Stadt, in der Müllverbrennung als CO2-neutraler Energielieferant auftaucht. Auch Hamburg kalkuliert die Emissionen seines Fernwärmenetzes seit wenigen Jahren nach diesem Prinzip – ebenfalls unter Berufung auf den AGFW – auch dort ist ein grüner Umweltsenator verantwortlich.

Im Entwurf des Gebäudeenergie-Gesetzes findet sich der CO2-Faktor Null bei der Müll-Abwärme auf Bundesebene wieder.

Als „Primärenergiefaktor für den nicht erneuerbaren Anteil“ steht in Anlage 4 zu § 22, Absatz 1 des Entwurfs des Gebäudeenergiegesetzes von Ende Januar 2020:

16       Siedlungsabfälle        0,0

Gabriela Keller fand in der Machbarkeitsstudie von BET für einen Kohleausstieg in Berlin bis 2030 auf Seite xxxi einen

Satz, der stutzig macht: „Die Bewertung zeigt, dass eine Reduktion der Abfallmenge die kumulierten Emissionen erhöht, eine Erhöhung der Abfallmengen führt zu sinkenden Emissionen.

Heißt das, je mehr Müll verbrennt, umso besser fürs Klima? BET antwortet: „Dieses Thema ist sehr komplex und hier sind falsche Rückschlüsse schnell möglich.“ Grundsätzlich solle Müll bei der Verbrennung „thermodynamisch so hochwertig wie möglich“ verwertet werden. Die gemäß der Studie umgebaute Anlage weise „eine sehr hohe Effizienz auf und deswegen ist es tatsächlich gut für das Klima, wenn Müll dort (statt anderswo mit schlechterer Effizienz) thermisch verwertet wird.“

Eine bei komplexen Themen häufig verwendete Methode, unangenehme Fragen abzuwimmeln. Man geht nicht auf die gestellte Frage ein, sondern redet unter Verwendung von vielen nicht geläufigen Fachbegriffen über etwas, was gar nicht in Frage steht.

BET wählte für Vattenfall und die Stadt Berlin die Schwindel-Methode des AGFW für die Bilanzierung der Müll-Wärme:

Dabei weiß das Beratungsunternehmen sehr genau Bescheid, wie sich in der ausführlichen Fortsetzung dieses Kastens auf Seite 92 seiner Machbarkeitsstudie zeigt.

20. Januar 2020
von Redaktion
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Der extensive Einsatz des Klimakillers Sulfurylfluorid in Hamburg wirft viele Fragen auf

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Ein Flugblatt der AG UEV der LINKEN

Erst durch eine Schriftliche Kleine Anfrage des LINKEN-Abgeordneten Stephan Jersch scheint die Hamburger Umweltbehörde (BUE) auf den sehr stark gestiegenen Einsatz des extrem klimaschädlichen Insektizids Sulfurylfluorid (SO2F2, kurz SF) aufmerksam geworden zu sein, mit dem im Hamburger Hafen, aber wohl ebenso in anderen Häfen, vor allem Holzexporte begast werden. Bei den Berechnungen der BUE zum gegenwärtig viel diskutierten neuen Hamburger Klimaplan blieb SF völlig unberücksichtigt.

Die Klimaschädlichkeit der Freisetzungen von Sulfurylfluorid wurde in den bisherigen Presse-Berichten sogar noch untertrieben. Für das Treibhausgaspotenzial (GWP) von SF ist im Zusammenhang mit den Klimazielen von Paris nicht ein Zeithorizont von 100 Jahren (GWP = 4732), sondern ein Zeithorizont von 20 Jahren anzusetzen (GWP = 6965). Bei 203,65 Tonnen SF gemäß der Bürgerschaftsdrucksache 21/19518 vom 10.1.2020 geht es im Jahr 2019 daher um 1,418 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Das ist mehr als der Ausstoß des Hamburger Steinkohle-Heizkraftwerks Tiefstack von 1,21 Millionen Tonnen CO2 im Jahr 2017.

Seit 2018 stieg die im Hamburger Hafen eingesetzte Menge von SF sehr stark an.

Die Umweltbehörde gab sich laut Hamburger Abendblatt überrascht. Sie monierte, die Hafen-Behörden hätte doch früher auf das Problem aufmerksam machen können. Die bisherigen Prognosen weltweit hätten eine wesentlich geringere Freisetzung von SF vermuten lassen, als es die Zahlen aus Hamburg jetzt ergeben hätten. Doch auch die Einsatzmenge von 51,20 Tonnen SF im Jahr 2018 entspricht schon 357.000 Tonnen CO2-Äquivalenten. Das ist ungefähr so viel, wie beim geplanten Ersatz des Heizkraftwerks Wedel an CO2 pro Jahr eingespart werden soll.

Die Umweltbehörde als Ganzes hat also geschlafen. Auf der Arbeitsebene wusste man möglicherweise Bescheid. Dafür spricht die Ausführlichkeit der Beantwortung der Anfrage von Jersch. Beim kürzlich vorgelegten neuen Hamburger Klimaplan wird bisher überhaupt nur CO2 berücksichtigt, nicht dagegen alle anderen klimaschädlichen Stoffe wie Sulfurylfluorid, aber auch Methan.

In der Presse wird jetzt behauptet, es gebe keinen Ersatz und die Importländer bestünden auf dem Einsatz von SF. Dabei nennen die von der Hamburger Wirtschaftsbehörde veröffentlichten  Vorschriften Australiens (Stand 31.8.2018) „für die „Behandlung von Hochrisikowaren“  „Hitzebehandlung bei 50°C für mindestens 20 Minuten (gemessen am kältesten Teil der Ware)“ noch vor der „Sulfurylfluorid-Begasung“.

Auch in der Senatsdrucksache wird auf Frage 9, ob es alternative Stoffe beziehungsweise Verfahren gebe, die den Zweck des Einsatzes von Sulfurylfluorid erfüllen, geantwortet: „Ja.“ Nämlich: „Thermische Behandlung (Wärmeentwesung): … Sämtliches nach China exportiertes Schnittholz wird wärmebehandelt.“ Warum sollte das nicht auch bei Stammholz machbar sein? Vermutlich ist für die Hafenwirtschaft der Einsatz des Klimakillers SF nur einfacher.

„Die zur Begasung eingesetzte Gasmenge wird nach der Begasung im Wesentlichen in die Atmosphäre freigesetzt, da die Substanz sich während der Begasung nicht zersetzt und das Abgas nicht gereinigt wird.“, so der Senat in der Drucksache (Frage 4).

Wenn SF überhaupt eingesetzt wird, warum wird es dann nicht nach Gebrauch durch Wasser geleitet?

Hierzu aus Fact Sheets: “In water, sulfuryl fluoride is rapidly broken down; half-lives of about 10 minutes to 3 days have been reported.” In Wasser würde es nach spätestens einigen Tagen zersetzt, im Gegensatz zur Freisetzung in die Atmosphäre, bei der das nicht geschieht.

SF ist nicht nur ein Klimakiller, sondern auch ein sehr gefährliches Gift. Dem Amt für Arbeitsschutz sind aber laut Drucksache keine Arbeitsunfälle mit SF bekannt. Es ist jedoch wirklich nicht schwer, Fallstudien zu tödlichen Vergiftungsfällen zu finden.

Deutschland verbraucht mehr Holz, als es selbst erzeugt. Dass nun auch in den zuständigen Behörden die Frage auftaucht, warum überhaupt Holz, noch dazu insektenbefallenes, in großen Mengen um den halben Erdball geschickt werden muss – ob der freie globale Handel in jedem Fall wichtiger ist als globaler Klimaschutz – das ist positiv. Man darf gespannt sein auf Ergebnisse.

Gegenwärtig wird die Schuld an diesem krassen Klimaschutz-Versagen nun hin und her geschoben. Von den Behörden zum Hafen und weiter.

Treibhausgas-Emissionen im Hamburger Hafen

Ein aktuelles, fast schon groteskes Beispiel, wie den Menschen, die einen ernsthaften Klimaschutz fordern, von den Entscheidungsträgern Sand in die Augen gestreut wird:

Auf ein Bürgerschaftliches Ersuchen hin (Drs. 21/10779 vom 8. November 2017) legte Wirtschaftssenator Westhagemann soeben einen „Nachhaltigkeitsbericht für den gesamten Hafen“ vor.

Darin ist vielfach von Treibhausgas-Emissionen (THG) die Rede. Als klimaschädigender Stoffe kommt in diesem 123 Seiten umfassenden Bericht aber nur CO2 vor – nicht Methan und auch nicht Sulfurylfluorid. Zufall oder ist dafür nur einfach niemand zuständig?

Die THG-Emissionen der Hamburg Port Authority (HPA) – sprich die CO2-Emissionen (direkte und indirekte) – liegen nach dem Nachhaltigkeitsbericht im Jahr 2018 zwar höher als im Jahr 2014, aber der Öffentlichkeit wird anderes mitgeteilt.
Die Botschaft für die Öffentlichkeit: „Hafen reduziert CO2-Ausstoß um 100.000 Tonnen“.

Wie passt das zusammen? Im Nachhaltigkeitsbericht erfährt man, dass die genannte CO2-Reduzierung „allein“ durch Maßnahmen der Teilnehmenden an einer „Projektgruppe“ erbracht wurde. Diese hat auch irgend etwas mit dem Hafen zu tun. Dazu gehören außer der Hamburg Port Authority, der Industrieverband Hamburg, die Logistik-Initiative Hamburg, der Verein Hamburger Spediteure, der Zentralverband Deutscher Schiffsmakler, der DGB  Hamburg, die Umwelt- und die Wirtschaftsbehörde und so weiter.

Leider weiß der Nachhaltigkeitsbericht noch nicht genau, wieviele Tonnen CO2 diese „Projektgruppe“ eingespart hat:
„Im Berichtszeitraum konnten allein durch Maßnahmen der Teilnehmenden der Projektgruppe circa 100.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Die CO2-Emissionen, die ihren Ursprung im Hamburger Hafen haben, können aktuell noch nicht verlässlich ermittelt werden. Die Projektgruppe regt an, dass diese Daten in Zukunft validiert erfasst und auf einer transparent zugänglichen Plattform verfügbar gemacht werden.“

100.000 Tonnen CO2 – ist das nun viel oder wenig? „Die Hamburger Industrie hat von allen Sektoren bislang die mit Abstand geringste Einsparung an CO2-Emissionen geleistet.“ so der BUND Hamburg am 15. Mai 2019.

25. November 2019
von Redaktion
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Sommerpause für Kohlestrom aus Wedel und Tiefstack!

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Hier als kurzes Flugblatt

Die Fraktion der LINKEN in der Hamburger Bürgerschaft beantragte am 23. Oktober 2019, das Kohleheizkraftwerk Wedel und den mit Steinkohle betriebenen Block in Tiefstack ab sofort außerhalb der für die Wärmeerzeugung notwendigen Heizperiode außer Betrieb zu nehmen (Drucksache 21/18777). Dieser Antrag wurde am 6. November 2019  in der Hamburger Bürgerschaft diskutiert.

Außerhalb der Heizperiode wird die für das Hamburger Fernwärmesystem notwendige Wärmemenge allein durch die Müllverbrennungsanlage Borsigstraße bereitgestellt. Die Kohle-Kraftwerke in Wedel und Tiefstack werden dafür nicht gebraucht. Auch nicht die Erdgas-Heizwerke und -Heizkraftwerke, die zum Fernwärmesystem gehören.

Dennoch verbrennen – abgesehen von einer etwa vierwöchigen Revisionspause – diese Kohlekraftwerke auch im Sommer fleißig Steinkohle, um den in Tiefstack und in Wedel mit einem schlechten Wirkungsgrad von nur 32 % (!) gewonnenen Strom zu vermarkten . Das folgende Bild zeigt die tägliche Stromerzeugung im Jahr 2018, aufgeschlüsselt nach Kohlekraftwerken in Hamburg.

Tägliche Stromerzeugung der Kohleblöcke Tiefstack 2 (hellgrün), Wedel 1 (hellblau) und Wedel 2 (dunkelblau) im Jahr 2018 (mit Daten von Fraunhofer ISE)

Der Rat der Stadt Wedel hatte schon am 1. Juli 2017 einstimmig beschlossen: „Der Rat der Stadt Wedel fordert die Freie und Hansestadt Hamburg dazu auf, das Heizkraftwerk Wedel nur noch in der Heizperiode zu nutzen und nicht – so wie aktuell – ganzjährig zur Stromerzeugung.“

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6. Juni 2019
von Redaktion
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Die Hamburger Umweltbehörde will bei der Bilanzierung von CO2-Emissionen weiter schummeln

Die Hamburger Umweltbehörde (BUE) tut sich ersichtlich schwer damit, zu erklären, warum beim Ersatz des Kohle-Heizkraftwerks Wedel die von ihr favorisierte „Südvariante“ besser sein soll als eine „Nordvariante“ im Stellinger Moor, die Alternative ohne den teuren und langwierigen Bau einer Elbtrasse. Die Südvariante ist wesentlich teurer, weil für die Elbtrasse mindestens 140 Mio. € aufzubringen sind. Daher will die BUE wenigstens mit der Behauptung punkten, durch diese Trasse würden umfangreiche erneuerbare Wärmequellen erschlossen. Zu diesem Zweck erklärt sie, Fernwärme aus der Müllverbrennung sei praktisch CO2-frei.

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5. Mai 2019
von Redaktion
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Gegen den Import von verflüssigtem Fracking-Erdgas nach Deutschland

Antrag des HET im Energienetzbeirat am 18. April 2019

Mit einem Antrag, der im Energienetzbeirat am 18. April 2019 beraten wurde, wurde Umwelt-Senator Jens Kerstan gebeten, sich unter Ausschöpfung aller bestehenden Möglichkeiten gegen den geplanten Import von flüssigem Erdgas (LNG) aus Fracking-Quellen in die Bundesrepublik Deutschland einzusetzen. Insbesondere sollten die Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums verhindert werden, die Kosten für die Anschlussleitungen zu den Terminals von den Gas-Verbrauchern tragen zu lassen. Weiterlesen →