Der Hamburger Energietisch

Für die Energiewende in Hamburg

11. November 2019
von Redaktion
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Die Hamburger Industrielobby will die Rechte der Umweltverbände beschneiden.

Der Umweltverband BUND Hamburg gab am 11. und am 12. November 2019 bekannt: Entsprechend einem nicht im Hamburger Senat abgestimmten „Geheimpapier“ zwischen Bürgermeister Tschentscher und dem Vorstandsvorsitzenden des Industrieverbands Hamburg (IVH) Boxberger soll die Industrie einseitig bevorzugt und die Öffentlichkeitsbeteiligung bei Planungen eingeschränkt werden.

So wolle der Bürgermeister auf die politische Entscheidungshoheit bei Konflikten zwischen der Industrie und schutzbedürftigen Nutzungen verzichten und auf Bundesebene auf die Einschränkung des Verbandsklagerechts und öffentlicher Beteiligungsmöglichkeiten hinwirken.

Auf der Pressekonferenz am 12. November 2019 sagte der BUND-Geschäftsführer Manfred Braasch „Unser Eindruck ist, dass der Bürgermeister dem jahrelangen Druck auf Deregulierung und Einschränkung von Verbandsklagerechten und Öffentlichkeitsbeteiligung jetzt nachgegeben hat … und dass er auch jetzt noch kurz vor den Wahlen … Geschenke Richtung Wirtschaft macht.“

Braasch: „Diese inakzeptable und einseitige Begünstigung des Lobbyverbandes der Hamburger Industrie durch den Ersten Bürgermeister muss umgehend zurückgenommen werden. Wenn dieses Papier umgesetzt wird, diktiert die Industrielobby dem Senat für sie günstige gesetzliche Regelungen in die Feder, erhält erleichterten Zugriff auf Gewerbeflächen und braucht sich vor einer gerichtlichen Überprüfung zweifelhafter Planungen nicht mehr zu fürchten. Damit outet sich der Sozialdemokrat Tschentscher als Feind von Transparenz und Bürgerbeteiligung“

Bürgermeister Tschentscher erklärte dazu, “ dass wir sehr viel aktiver die Belange der Industrie mit einbeziehen wollen in all das, was wir als Stadt tun.“

„Das ist ein Bündnis mit der Industrie für die Industrie, aber kein Bündnis mit der Industrie für das Klima und stellt somit die Glaubwürdigkeit des Bürgermeisters beim Klimaschutz in Frage“, erklären die Grünen laut WELT vom 12.11.2019. Ein grünes Industriebündnis würde anders aussehen, auch weil die Vereinbarung zwischen Senat und Industrie kaum konkrete Maßnahmen zur Senkung des CO-Ausstoßes enthalte. Dennoch, so heißt es von den Grünen weiter, hätten sie „Schlimmeres verhindert“.

Das Handelsblatt meldete am 16.11.19, die CDU wolle auf ihrem Bundesparteitag am 22. und 23. November in Leipzig das Klagerecht von Umweltverbänden einschränken, um schnelleres Planen und Bauen von Infrastrukturprojekten zu ermöglichen.

Der „jahrelange Druck“ durch den Industrieverband Hamburg, die Landesvertretung des Bundesverbands der Deutschen Industrie e.V. (BDI), und durch andere industrienahe Lobby-Gruppen und durch Parteien wie die CDU auf den Hamburger Bürgermeister lässt sich weit zurückverfolgen:

Im Mai 2018 zitierte das Hamburger Abendblatt den Vorstandsvorsitzenden des Industrieverbands Hamburg (IVH), Matthias Boxberger: „Angesichts wichtiger Infrastrukturprojekte für Verkehr und Energie ist es notwendig, das Verbandsklagerecht zu reformieren.“
Stein des Anstoßes: Die damals noch nicht ganz durchgesetzte neunte Elbvertiefung.
► Johannes Kahrs (SPD): „Wir müssen das Verbandsklagerecht im Umweltbereich auf seine Sinnhaftigkeit überprüfen.“ „Naturschutz ist eine gute Sache, aber wie mit allen guten Dingen sollte man es damit auch nicht übertreiben.“
► Auch der Wirtschaftsrat der CDU forderte eine Beschränkung der Verbandsklage.
► Der Präsident des Unternehmensverbands Hafen Hamburg, Gunther Bonz:. „Heute ist es eine Libelle, morgen ein Marienkäfer mit dreieinhalb Punkten. Wir fordern endlich die Gesetze zu ändern.“

Der langjährige Vorgänger von Boxberger als Vorstandsvorsitzender des Industrieverbands Hamburg (IHV) war Michael Westhagemann, der von Tschentscher Ende Oktober 2018 als Hamburger Wirtschaftssenator vorgeschlagen wurde.

Im Jahr 2013, während des laufenden Volksentscheids über den Rückkauf der Hamburger Energienetze von Vattenfall, war Westhagemann Sprecher für das Aktionsbündnis „Nein zum Netzkauf“, bestehend aus 15 Kammern, Verbänden, Parteien und Vereinen, welche gegen die Rekommunalisierung der Energienetze Stimmung machten. Im Jahr des Volksentscheids sah er die Kosten einer 100-prozentigen Übernahme der Strom-, Gas- und Fernwärmenetze in keinem vernünftigen Verhältnis zu ihrem Nutzen.

Boxberger (IVH) und Bürgermeister Tschentscher (Bild: Senatskanzlei HH)

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10. November 2019
von Redaktion
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Die Südvariante – zu kompliziert und zu ehrgeizig für die Hamburger Bürgerschaft?

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„Mit Sicherheit das komplizierteste und ehrgeizigste Energiewende-Projekt unseres Landes“, so schwärmte der Hamburger Umweltsenator Kerstan von der so genannten Südvariante mit dem „Energiepark Hafen“. Durch dieses von seiner Behörde für Umwelt und Energie (BUE) vorangetriebene Fernwärme-Projekt soll das alte Heizkraftwerk Wedel ersetzt werden. Schon mindestens 15 Jahre ziehen sich die Auseinandersetzungen um den Ersatz dieses Steinkohle-Heizkraftwerks hin. Verständlich ist daher, dass selbst langjährige umweltpolitische Sprecherinnen der Hamburger Bürgerschaft wie Dr. Monika Schaal (SPD) nicht mehr die gesamte Entwicklung überblicken, sich falsch erinnern und wichtige Zusammenhänge nicht mehr verstehen.

Das ist zu erkennen an ihren Antworten auf Fragen der Bürgerinitiative „Keine Elbtrasse!“ aus Anlass einer Veranstaltung am 1. November 2019 in der Aula der Volkshochschule West. Diese Volkshochschule in der Waitzstraße 31 soll ab Mitte 2021, nach dem Beginn des Baus einer etwa 200 Mio. € teuren Fernwärmetrasse von Bahrenfeld in den Hamburger Hafen, für etwa zwei Jahre fast vollständig von ihrer Umgebung abgeschnitten werden. In den Straßen, durch die die Trasse laufen soll, und in einmündenden Einbahnstraßen wird es über Monate Vollsperrungen geben. Kein Wunder, dass sich die Betroffenen in den Stadtteilen Othmarschen, Groß Flottbek und Bahrenfeld darüber empören, dass eine unsinnige Trasse durch ihre Stadtteile gebaut werden soll, obwohl es am Energiestandort Stellinger Moor eine bessere Alternative für den Ersatz des Kraftwerks in Wedel gibt – ohne zusätzliche Fernwärmetrassen und ohne den Verlust von Straßenbäumen.

Umweltpolitische Sprecherin der SPD Dr. Monika Schaal (Bild: HH Bürgerschaft)
Eine Analyse von Antworten von Frau Dr. Schaal (SPD)

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3. November 2019
von Redaktion
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Grüne Klima-Kompetenz?

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Am 1. November 2019 waren fünf umweltpolitische SprecherInnen der Hamburger Bürgerschaft in der Aula der Volkshochschule West zu Gast bei der Bürgerinitiative „Keine Elbtrasse!“. Die Bürgerinitiative hatte die Abgeordneten um Antworten auf 12 Fragen gebeten.

Ulrike Sparr, umweltpolitische Sprecherin der Grünen (Bild: Bürgerschaft)

Besonders bemerkenswert sind die Antworten der umweltpolitischen Sprecherin der Grünen, Ulrike Sparr. Bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass der grünen Partei unter allen Parteien noch immer mit Abstand die höchste Kompetenz bei Fragen des Klima- und Umweltschutzes zugeordnet wird.

Um ein Fazit aus den Antworten von Frau Sparr vorwegzunehmen: Vielleicht kommt es nicht von ungefähr, dass das Vertrauen in die Klimaschutz-Kompetenz der Grünen in den letzten 10 Jahren um 17 % gesunken ist. Das ist sehr bedenklich: Denn zur Verhinderung der fortschreitenden Erderhitzung kann auf vertrauenswürdige grüne Parteien nicht verzichtet werden.

Entsprechend dem Namen der Bürgerinitiative ging es bei den Fragen an die Abgeordneten natürlich darum, ob für den Ersatz des Heizkraftwerks Wedel eine Elbtrasse gebaut werden soll, wie es die Hamburger Grünen wollen (Südvariante mit dem „Energiepark Hafen“), oder ob diese insgesamt rund 200 Mio. € teure Trasse überflüssig ist, weil das Heizkraftwerk Wedel auch am Energiestandort Stellinger Moor ersetzt werden kann (Nordvariante im Stellinger Moor).

Fragen und Antworten von Frau Sparr

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17. Oktober 2019
von Redaktion
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Was hat Senator Kerstan gegen den Energiestandort Stellinger Moor?

Senator Kerstan wirft einer Nutzung des Energiestandorts Stellinger Moor für den Ersatz des Heizkraftwerks Wedel immer neue Steine in den Weg. Der Grund: Er will diese Nordvariante ohne Elbtrasse verhindern, um seine Ersatzlösung südlich der Elbe mit einer teuren und überflüssigen Elbtrasse durchzusetzen.
Lesen Sie, was von seinen neuesten Einfällen zu halten ist.

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Gibt es im Stellinger Moor keine Fläche für eine Nordvariante?

Auf Einladung der Bürgerinitiative „Keine Elbtrasse!“ hielt Senator Kerstan am 16. September 2019 in der Volkshochschule Waitzstraße einen Vortrag „Wärmewende & Energiepark Hafen“.

Er räumte ein: Im Stellinger Moor gibt es auf der an das Zentrum für Ressourcen und Energie (ZRE) angrenzenden Fläche, die Hamburg Wasser gehört, ausreichend Platz für eine Nordvariante ohne Elbtrasse, mit der das Heizkraftwerk Wedel ersetzt werden könnte. Allerdings werde diese Fläche bis 2025 als Baufeld und Materiallager für den Bau des ZRE gebraucht.

Kerstan:

„ …also, ich habe nicht gesagt, dass die Fläche nicht ausreicht, sondern dass ein Teil der Fläche für das ZRE benutzt wird und der Rest der Fläche eben während des Baus nicht zur Verfügung steht, weil er in der Bauphase mitbenutzt wird.“

Bei Nachforschungen stellte sich heraus:

Die Stadtreinigung Hamburg (SRH) versicherte beim Scoping-Termin für das ZRE am 4.10.2017 (Abschnitt 6.2.1 Bauphase):

„Die Flächeninanspruchnahme für Baustelleneinrichtungsflächen und Materialzwischenlager erfolgt ausschließlich auf dem Betriebsgelände.“

In einer Schriftlichen Kleinen Anfrage (Drs. 21/18476, 1.10.19) fragte die LINKEN-Fraktion sicherheitshalber noch einmal nach. Ergebnis:

„Die SRH plant weiterhin, die Baustelleneinrichtungsflächen und Materialzwischenlager auf dem Betriebsgelände zu konzentrieren.“

Zur Entlastung der Situation würden parallel auch Gespräche mit Eigentümern der Nachbargrundstücke geführt.

Kerstans Behauptung, eine für die Nordvariante in Frage kommende Fläche werde vom ZRE bis 2025 als Baufeld gebraucht, ist also falsch.

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9. Oktober 2019
von Redaktion
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Senator Kerstan erklärt die Klimaneutralität der Müllverbrennung

Senator Kerstan kündigt einen Ersatz des Heizkraftwerks Wedel mit 55 % erneuerbarer Wärme an. Dieser Anteil wird aber nur deshalb erreicht, weil Kerstan die CO2-Emissionen der Müllverbrennung leugnet.

Es ist unstrittig, dass bei der Verbrennung von Müll – Hausmüll oder Industriemüll – viel klimaschädliches CO2 ausgestoßen wird. Man denke nur an all die Plastik-Verpackungen, die aus fossilen Erdöl-Derivaten hergestellt werden und meist im Müll landen.

Für die CO2-Bilanzierung hat sich der Länderarbeitskreis (LAK) Energiebilanzen schon vor langer Zeit darauf verständigt, dass eine Hälfte des bei der Müllverbrennung ausgestoßenen CO2 fossilen Quellen zugerechnet wird und die andere Hälfte erneuerbaren Quellen. Schließlich sind im Müll nicht nur Produkte fossilen Ursprungs, sondern auch Holz- und Pflanzen-Reststoffe, Papier und Ähnliches enthalten und viel davon wird noch immer verbrannt. Das Verhältnis 50 : 50 wurde aus pragmatischen Gründen zur Vereinfachung der Bilanzierung gewählt. Wahrscheinlich wird bei den Hamburger Müllverbrennungsanlagen der fossile Anteil in Zukunft sogar größer als 50 Prozent sein.

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8. Oktober 2019
von Redaktion
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Die Hamburger Umweltbehörde wirbt für eine neue Förderung fossiler Heizungen

Subventionen für fossile Brennstoffe beenden! Kaum eine Forderung wird so einheitlich von der gesamten umweltbesorgten Zivilgesellschaft und vom Umfeld grüner Parteien gestellt.

Mit dem Vorwurf „Klimakiller. Bundesregierung fördert fossile Heizungen“ stellt die Bundestagsfraktion der Grünen die Bundesregierung an den Pranger. Allein im letzten Jahr habe sie fast 150 Millionen Euro an Zuschüssen für neue Öl- und Gasheizungen aus Steuermitteln verteilt. Dazu kämen rund 500 Millionen Euro an vergünstigen Krediten für den Heizungstausch.(Karikatur: Mester)

In einem Antrag vom 10. September 2019 „Ölheizungen ersetzen, Subventionen für fossile Heizungen streichen“ fordert die Bundestagsfraktion der Grünen, die staatliche Subventionen neuer Öl- oder Gasheizungen sofort einzustellen. Sie stellt fest: „Der bloße Austausch von Erdöl durch Erdgas kann hierbei kein zielführender Beitrag für den Klimaschutz im Gebäudebereich sein.“

Hochinnovativ sieht das die von Grünen geführte Hamburger Umweltbehörde (BUE) ganz anders:

Ölwechsel jetzt! Klimabonus bei Umstellung auf Gas“, so bewirbt die BUE einen Klimabonus von 1.000 Euro für Hausbesitzer, den das städtische Unternehmen Gasnetz Hamburg neuerdings für einen Wechsel von Öl auf Gas bietet.

„Damit schaffen wir einen intelligenten finanziellen Anreiz, von Öl auf Gas umzustellen“, sagte Umweltsenator Jens Kerstan, der Aufsichtsratsvorsitzender der städtischen Gasnetz Hamburg GmbH ist.

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3. Oktober 2019
von Redaktion
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Hamburger Fernwärme-Konzept – überteuert und fossil

Investitionskosten von 750 Millionen Euro

750 Millionen Euro soll der „Energiepark Hafen“ kosten, den Umweltsenator Kerstan mit seinem  Fernwärme-Konzept am 13. September 2019 vorstellte. Durch diesen „Energiepark Hafen“ sollen 73 Prozent der Fernwärme aus dem Heizkraftwerk Wedel ersetzt werden. Die restliche Fernwärme für den Ersatz soll das neue Zentrum für Ressourcen und Energie (ZRE) im Stellinger Moor liefern.

Alles in allem sollen also annähernd 1000 Mio. Euro für den Ersatz des HKW Wedel investiert werden.

Gegenüber früheren Kosten-Vorhersagen hat sich eine gewaltige Steigerung der Investitionskosten ergeben.

Vor etwa einem Jahr, am 13. November 2018, wurden dem Haushaltsausschuss der Hamburger Bürgerschaft noch 320 Mio. Euro für die neuen Versorgungsanlagen und das benötigte Leitungsnetz des späteren „Energieparks Hafen“ angegeben. Nun gab es eine Kostensteigerung um 134 Prozent!

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17. September 2019
von Redaktion
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Fake News der Hamburger Umweltbehörde beim Hamburger Fernwärme-Konzept

Anlässlich einer Veranstaltung der Bürgerinitiative „Keine Elbtrasse!“ mit Umwelt-Senator Kerstan und Prof. Rabenstein vom Hamburger Energienetzbeirat berichtete das NDR Hamburg Journal erstaunlich einseitig zugunsten der Umweltbehörde BUE. Die meisten Fake News, die im Folgenden richtiggestellt werden, gingen vom Pressesprecher der Hamburger Umweltbehörde aus. 

NDR Hamburg Journal, am 16. September 2019:

Widerstand gegen geplanten Energiepark

Schon der Titel dieses Fernsehbeitrags im NDR Hamburg Journal ist nicht ganz richtig. Möglicher Widerstand aus den Elbvororten richtet sich gegen die geplante Elbtrasse mit dem Energiepark Hafen, nicht aber gegen einen Energiepark Stellinger Moor.

NDR: „Die Bürgerinitiative „Keine Elbtrasse!“, die auch eingeladen hat, fordert auch, dass eine zweite Variante nördlich der Elbe stärker geprüft werden müsse. Unterstützung dafür bekommt sie vom Verein Hamburger Energietisch. …

Hinter dem Betriebshof der Stadtreinigung Stellingen liegt das Areal, in das die Kritiker der Südvariante mit Elbtrasse ihre Hoffnung setzen. Dort entsteht eine hochmoderne Müllverbrennungsanlage, die künftig ein Viertel des Hamburger Fernwärmebedarf decken soll.“

Falsch!

Das Zentrum für Ressourcen und Energie (ZRE) soll ein gutes Viertel der bisher vom Heizkraftwerk Wedel gelieferten Fernwärme ersetzen. Der Anteil des ZRE am gesamten Hamburger Fernwärmebedarf liegt nur bei gut sechs Prozent.

Außerdem entsteht das ZRE nicht auf „dem Areal“, sondern südlich davon.

Jan Dube, Sprecher der Umweltbehörde: „Die Südvariante setzt vor allem auf klimaneutrale Wärmequellen, die Nordvariante vor allem auf Gas.“

Doppelt falsch!

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25. August 2019
von Redaktion
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Ist der Bau einer Elbtrasse sinnvoll und notwendig?

Veranstaltung der Bürgerinitiative „Keine Elbtrasse!“

Fernwärmetrasse
durch Othmarschen, Groß Flottbek und Bahrenfeld:
Ist der Bau dieser Trasse sinnvoll und notwendig?
Informations- und Diskussionsveranstaltung mit Senator Kerstan
am Montag, dem 16. September 2019 um 19:00 Uhr
in der Aula der Volkshochschule West, Waitzstraße 31

24. August 2019
von Redaktion
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Aktueller Stand des Ersatzes des Heizkraftwerks Wedel

  1. Im Oktober 2018 wurden 120 Mio. Euro als Investitionskosten für die Elbtrasse angegeben.[1]
    Jetzt sind es Gesamtkosten zwischen 120 bis 180 Mio. Euro noch ohne die zugehörigen Betriebs- und Wartungskosten.[2] [3]
    Darin sind sogar schon Fördermittel aus dem KWK-Gesetz enthalten.[4]
    Zur Erhöhung der Kosten haben eine Verlängerung des Elbtunnels und der Kostenanstieg des vergangenen Jahres beigetragen.[5]

Faktisch ist daher mit mindestens 200 Mio. für die Elbtrasse und die Verbindungstrassen zu den einzelnen Wärmequellen zu rechnen.

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11. Juli 2019
von Redaktion
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Volksinitiative „Tschüss Kohle“:  Was wurde erreicht?

Die Volksinitiative „Tschüss Kohle“ setzte sich seit dem 21. Februar 2018 für einen baldigen und wohlbegründeten Ausstieg aus der Kohle-Verbrennung in Hamburg ein. Bis zum 8. Juni 2018 konnten viele AktivistInnen 22.494 Unterschriften für die geforderten Ergänzungen des Hamburger Klimaschutzgesetzes sammeln. Die Unterstützung der Hamburger Bevölkerung für einen schnellen Kohleausstieg war groß. Sogar die führenden Politiker der Hamburger Grünen unterschrieben.

Seit dem 29. Oktober 2018 liefen Verhandlungen der drei Vertrauensleute der Volksinitiative mit den Regierungsfraktionen der Hamburger Bürgerschaft – mit Kienscherf und Dr. Schaal von der SPD, mit Sparr und Tjarks von den Grünen sowie mit zahlreichen Behördenvertretern. Es ging darum, wieviel von den Forderungen der VI die rot-grünen Bürgerschaftsfraktionen übernehmen würden. Als Streitpunkte sahen die Vertrauensleute der VI selbst das Ende der Kohleverbrennung in Tiefstack bis 2025 und das Hinwirken auf das Kohle-Aus in Moorburg 2030 voraus. Weiterlesen →

6. Juni 2019
von Redaktion
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Die Hamburger Umweltbehörde will bei der Bilanzierung von CO2-Emissionen weiter schummeln

Die Hamburger Umweltbehörde (BUE) tut sich ersichtlich schwer damit, zu erklären, warum beim Ersatz des Kohle-Heizkraftwerks Wedel die von ihr favorisierte „Südvariante“ besser sein soll als eine „Nordvariante“ im Stellinger Moor, die Alternative ohne den teuren und langwierigen Bau einer Elbtrasse. Die Südvariante ist wesentlich teurer, weil für die Elbtrasse mindestens 140 Mio. € aufzubringen sind. Daher will die BUE wenigstens mit der Behauptung punkten, durch diese Trasse würden umfangreiche erneuerbare Wärmequellen erschlossen. Zu diesem Zweck erklärt sie, Fernwärme aus der Müllverbrennung sei praktisch CO2-frei. Weiterlesen →

5. Mai 2019
von Redaktion
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Gegen den Import von verflüssigtem Fracking-Erdgas nach Deutschland

Antrag des HET im Energienetzbeirat am 18. April 2019

Mit einem Antrag, der im Energienetzbeirat am 18. April 2019 beraten wurde, wurde Umwelt-Senator Jens Kerstan gebeten, sich unter Ausschöpfung aller bestehenden Möglichkeiten gegen den geplanten Import von flüssigem Erdgas (LNG) aus Fracking-Quellen in die Bundesrepublik Deutschland einzusetzen. Insbesondere sollten die Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums verhindert werden, die Kosten für die Anschlussleitungen zu den Terminals von den Gas-Verbrauchern tragen zu lassen. Weiterlesen →

22. April 2019
von Redaktion
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Hamburger Energienetzbeirat: Elbtrasse, ein ökonomischer und ökologischer Fehler!

Die geplante Elbtrasse gehört umgehend auf den Prüfstand!

Zwei Tage, nach der Mitteilung der EU-Kommission, dass dem Rückkauf des Hamburger Fernwärmenetzes nichts mehr im Wege stehe, legte eine  neunköpfige Arbeitsgruppe (AG) des Energienetzbeirats zu dessen Sitzung am 18. April 2019 einen Bericht zum „Ersatz des HKW Wedel“ vor. Hier die zugehörige Präsentation und eine Pressemeldung des HET.

Die Arbeitsgruppe hat eine Nordvariante im Stellinger Moor mit der von der Umweltbehörde (BUE) gewünschten Südvariante in Dradenau verglichen.

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5. April 2019
von Redaktion
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Der Energienetzbeirat stimmt Anträgen des HET zugunsten der Nordvariante zu

Für den Ersatz des HKW Wedel im Stellinger Moor

Der Hamburger Energienetzbeirat (ENB) hat auf seiner Sitzung am 29. November 2018 einem Antrag des Hamburger Energietischs (HET) zugestimmt, in dem ein ergebnisoffener Vergleich der Südvariante mit Elbtrasse und der Nordvariante im Stellinger Moor ohne Elbtrasse gefordert wird. Der Vertreter der Umweltbehörde teilte mit, die Umweltbehörde werde dieser Empfehlung des ENB nicht folgen, solange nicht zusätzliche Potenziale für erneuerbare Wärme in der Nordvariante aufgezeigt würden.

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3. November 2019
von Redaktion
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Klappt es beim neuen Küstenkraftwerk Kiel bis zum kommenden Jahresende?

Im Vergleich zum neuen Küstenkraftwerk Kiel sind die von Umweltsenator Kerstan für den geplanten Energiepark Hafen angekündigten Kosten völlig unangemessen.

Bekanntlich sollte das neue große Gasmotoren-Heizkraftwerk, das die Versorgung mit Fernwärme in Kiel übernehmen soll, schon 2018 in Betrieb gehen. Dann gab es wie schon einige Male zuvor erneut eine unangenehme Überraschung.

„Der Kühler muss wieder runter.“  „Die gesamte Kühlanlage auf dem Dach des Küstenkraftwerks in Kiel muss wieder abgebaut werden.“

Gegenwärtig laufen in Kiel mit einer Übergangslösung die letzte Tests.

Küstenkraftwerk soll Ende des Jahres in Betrieb gehen.“

Wir gehen aktuell davon aus, dass wir zum Ende des Jahres den kommerziellen Betrieb aufnehmen können.

Es  ist sehr zu hoffen, dass der Probebetrieb jetzt klappt.

Küstenkraftwerk Kiel. Bild: Stadtwerke Kiel

Was geht uns in Hamburg das an?

Einiges!


Es zeigt zum einen, dass bei großen Kraftwerksprojekten eigentlich immer auch mit großen Überraschungen und großen Verzögerungen zu rechnen ist. Senator Kerstan mit seinem Spruch „Wir liegen voll im Plan!“ wird das noch erleben und er weiß es wahrscheinlich auch.

Noch wichtiger: Das Gasmotoren-Heizkraftwerk in Kiel kostet einschließlich Speicher 290 Mio. Euro und zwar bei 840 Gigawattstunden (GWh) Fernwärme pro Jahr.

In Hamburg werden beim Ersatz des HKW Wedel für 950 GWh pro Jahr aus dem Energiepark Hafen schon jetzt Investitionskosten in Höhe von 750 Mio. Euro angesetzt (Folien 19 und 15 des Geschäftsführers von Wärme Hamburg, Dr. Beckereit am 24.10.2019).

Ein enormer Kostenunterschied!

Lässt sich dieser große Kostenunterschied damit erklären, dass in Kiel ausschließlich Erdgas verfeuert wird und in Hamburg auch klimaneutrale und erneuerbare Wärme genutzt werden soll?

Nein. Denn bei genauerer Betrachtung stellt sich heraus, dass der Anteil an klimaneutraler Wärme aus dem Energiepark Hafen recht bescheiden ist.

Von den angeblich 55 % klimaneutraler Wärme im Wedelersatz würde fast die Hälfte gar nicht vom „Energiepark Hafen“, sondern vom Zentrum für Ressourcen und Energie (ZRE) im Stellinger Moor nördlich der Elbe bereitgestellt. Südlich der Elbe wären nach Berechnungen der Arbeitsgruppe „Ersatz des HKW Wedel“ des Energienetzbeirats weniger als 20 % der Ersatzwärme für das HKW Wedel klimaneutral.

Die angesetzten 750 Mio. Euro für den „Energiepark Hafen“ sind daher völlig unangemessen, auch wenn es „mit Sicherheit“ um das „komplizierteste und ehrgeizigste Energiewende-Projekt unseres Landes“ geht (Kerstan).

Allein schon für die geplante Elbtrasse sind mit allen Zubringertrassen und mit Betriebs- und Wartungskosten rund 200 Mio. Euro zu veranschlagen. Für den Klimaschutz bringen diese Millionen nichts. Sie könnten besser für erneuerbare Wärme eingesetzt werden.