Der Hamburger Energietisch

Für die Energiewende in Hamburg

17. September 2019
von Redaktion
Keine Kommentare

Fake News der Hamburger Umweltbehörde beim Hamburger Fernwärme-Konzept

Anlässlich einer Veranstaltung der Bürgerinitiative „Keine Elbtrasse!“ mit Umwelt-Senator Kerstan und Prof. Rabenstein vom Hamburger Energienetzbeirat berichtete das NDR Hamburg Journal erstaunlich einseitig zugunsten der Umweltbehörde BUE. Die meisten Fake News, die im Folgenden richtiggestellt werden, gingen vom Pressesprecher der Hamburger Umweltbehörde aus. 

NDR Hamburg Journal, am 16. September 2019:

Widerstand gegen geplanten Energiepark

Schon der Titel dieses Fernsehbeitrags im NDR Hamburg Journal ist nicht ganz richtig. Möglicher Widerstand aus den Elbvororten richtet sich gegen die geplante Elbtrasse mit dem Energiepark Hafen, nicht aber gegen einen Energiepark Stellinger Moor.

NDR: „Die Bürgerinitiative „Keine Elbtrasse!“, die auch eingeladen hat, fordert auch, dass eine zweite Variante nördlich der Elbe stärker geprüft werden müsse. Unterstützung dafür bekommt sie vom Verein Hamburger Energietisch. …

Hinter dem Betriebshof der Stadtreinigung Stellingen liegt das Areal, in das die Kritiker der Südvariante mit Elbtrasse ihre Hoffnung setzen. Dort entsteht eine hochmoderne Müllverbrennungsanlage, die künftig ein Viertel des Hamburger Fernwärmebedarf decken soll.“

Falsch: Das Zentrum für Ressourcen und Energie (ZRE) soll ein gutes Viertel der bisher vom Heizkraftwerk Wedel gelieferten Fernwärme ersetzen. Der Anteil des ZRE am gesamten Hamburger Fernwärmebedarf liegt nur bei gut sechs Prozent.

Außerdem entsteht das ZRE nicht auf „dem Areal“, sondern südlich davon.

Jan Dube, Sprecher der Umweltbehörde: „Die Südvariante setzt vor allem auf klimaneutrale Wärmequellen, die Nordvariante vor allem auf Gas.“

Doppelt falsch: Die Südvariante setzt vor allem auf Erdgas und Wärme aus der Müllverbrennung, die nur zur Hälfte als klimaneutral bilanziert werden kann. Die Nordvariante braucht viel weniger Gas als die Südvariante. Weiterlesen →

8. September 2019
von Redaktion
Kommentare deaktiviert für Kein Fracking-Erdgas für den Hamburger Hafen!

Kein Fracking-Erdgas für den Hamburger Hafen!

Import von Fracking-Erdgas steht in krassem Widerspruch zum notwendigen Klimaschutz in Deutschland

Vorweg:

Forderungen nach einer beschleunigten Energiewende unter Verzicht auf den Import von verflüssigtem Erdgas (LNG):

  • Der Bau von LNG-Terminals an der deutschen Küste muss verhindert werden. Denn über diese wird in großem Umfang Fracking-Erdgas eingeführt werden.
  • Der Gasverbrauch in Deutschland muss durch Effizienzmaßnahmen und erneuerbaren Strom rasch verringert werden, damit auch die Abhängigkeit von Gas-Importen aus Russland sinkt.
  • Im Hamburger Fernwärmenetz muss beim dringlichen Ersatz der Kohlewärme möglichst wenig Erdgaswärme und möglichst viel echte erneuerbare Wärme eingesetzt werden.
  • Der Hamburger Hafen braucht klimafreundliche Alternativen zu LNG.

Weiterlesen →

25. August 2019
von Redaktion
Kommentare deaktiviert für Ist der Bau einer Elbtrasse sinnvoll und notwendig?

Ist der Bau einer Elbtrasse sinnvoll und notwendig?

Veranstaltung der Bürgerinitiative „Keine Elbtrasse!“

Fernwärmetrasse
durch Othmarschen, Groß Flottbek und Bahrenfeld:
Ist der Bau dieser Trasse sinnvoll und notwendig?
Informations- und Diskussionsveranstaltung mit Senator Kerstan
am Montag, dem 16. September 2019 um 19:00 Uhr
in der Aula der Volkshochschule West, Waitzstraße 31

24. August 2019
von Redaktion
Kommentare deaktiviert für Aktueller Stand des Ersatzes des Heizkraftwerks Wedel

Aktueller Stand des Ersatzes des Heizkraftwerks Wedel

  1. Im Oktober 2018 wurden 120 Mio. Euro als Investitionskosten für die Elbtrasse angegeben.[1] Jetzt sind es Gesamtkosten zwischen 120 bis 180 Mio. Euro noch ohne die zugehörigen Betriebs- und Wartungskosten.[2] [3] Darin sind sogar schon Fördermittel aus dem KWK-Gesetz enthalten.[4] Zur Erhöhung der Kosten haben eine Verlängerung des Elbtunnels und der Kostenanstieg des vergangenen Jahres beigetragen.[5]

Faktisch ist daher mit mindestens 200 Mio. für die Elbtrasse und die Verbindungstrassen zu den einzelnen Wärmequellen zu rechnen.

  1. Als Bauzeit für die Elbtrasse vom Leitungsanschluss in Bahrenfeld nach Dradenau werden 2 ¼ Jahre geplant. Würde diese Bauzeit eingehalten, könnte das sicher als beispielloser Rekord gelten. [6] Immerhin handelt es sich um einen begehbaren Tunnel tief unter der Elbe, begrenzt durch zwei riesige, schwierig zu erstellende Schachtbauwerke.

Wie schon von einer Arbeitsgruppe des Energienetzbeirats [7] eingeschätzt, gilt die Elbtrasse als „Bottleneck“ in der Zeitplanung.[8] Zum Ausgleich soll wohl die unrealistisch kurze Bauzeitplanung dienen. Außerdem wurde ein „entsprechendes Risikomanagement“ eingeführt.[9]

Wenn entweder die Elbtrasse oder die Gas-KWK-Anlage oder beide bis Ende 2025 nicht vom Probebetrieb in den Dauerbetrieb übergehen, dann würden 190 Mio. Euro an KWK-Förderung verloren gehen, mit denen Hamburg bei der Begründung für den Rückkauf der Fernwärmesystems fest gerechnet hatte.

Man tröstet man sich mit der Hypothese einer Verlängerung der KWK-Förderung von 2025 auf 2030, wohl wissend, dass die vergangene Verlängerung von 2022 auf 2025 nur mit größter Mühe zustande kam und eine weitere Verlängerung  für die Umstellung von Kohle auf Gas so gut wie ausgeschlossen ist.[10]

  1. Der hohe Finanzeinsatz von ca. 400 Mio. Euro (200 Mio. für Elbtrasse, 190 Mio. bei Verlust der KWK-Förderung) soll mit der Erschließung großer Mengen an erneuerbarer Wärme südlich der Elbe gerechtfertigt werden. Tatsächlich soll nun aber südlich der Elbe sehr viel fossiles Erdgas eingesetzt werden.

Nur mit extremen Bilanzierungstricks kommen die Planer der Umweltbehörde (BUE) zu einem mäßigen Anteil an erneuerbarer Wärme: Wärme aus Müllverbrennung wird als „klimaneutral“ deklariert.[11] Begründung: Die  unbestreitbaren CO2-Emissionen der Müllverbrennung würden mit oder ohne Fernwärmeauskopplung entstehen.[12] Die CO2-Emissionen will man der Müll-Entsorgung zurechnen, obwohl sie bei der Verbrennung freigesetzt werden. Leider weiß das Klima von diesen sehr bemühten Unterscheidungen nichts.

  1. Die Nordvariante im Stellinger Moor, die von der Arbeitsgruppe des Energienetzbeirats im April 2019 befürwortet wurde, ist angeblich mit ihrem höheren Anteil an erneuerbarer Wärme nicht „konkurrenzfähig“ zur Südvariante.[13] Bei einem Verzicht auf die hohe Zusatzkosten der Elbtrasse wäre aber etwas teurere echte erneuerbare Wärme leicht finanzierbar.
  2. Der hoch gelobte Aquiferspeicher in Dradenau, der weltweites Aufsehen erregen sollte, wird wohl still und leise beerdigt.[14]

[1] Drs. 21/14636, 16.10.2018, Umsetzung des Volksentscheids über die Hamburger Strom-, Gas- und Fernwärmeleitungsnetze

[2] Diese werden als Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse deklariert. Frage 38

[3] Frage 35

[4] Frage 35

[5] Frage 36 und 37

[6] Frage 43

[7] Bericht der Arbeitsgruppe:

[8] Frage 33

[9] Frage 33.

[10] Frage 6

[11] Vorspann, Frage 12

[12] Frage 30

[13] Frage 33

[14] Antwort zu den Fragen 19 bis 23

11. Juli 2019
von Redaktion
Kommentare deaktiviert für Volksinitiative „Tschüss Kohle“:   Was wurde erreicht?

Volksinitiative „Tschüss Kohle“:   Was wurde erreicht?

Die Volksinitiative „Tschüss Kohle“ setzte sich seit dem 21. Februar 2018 für einen baldigen und wohlbegründeten Ausstieg aus der Kohle-Verbrennung in Hamburg ein. Bis zum 8. Juni 2018 konnten viele AktivistInnen 22.494 Unterschriften für die geforderten Ergänzungen des Hamburger Klimaschutzgesetzes sammeln. Die Unterstützung der Hamburger Bevölkerung für einen schnellen Kohleausstieg war groß. Sogar die führenden Politiker der Hamburger Grünen unterschrieben.

Seit dem 29. Oktober 2018 liefen Verhandlungen der drei Vertrauensleute der Volksinitiative mit den Regierungsfraktionen der Hamburger Bürgerschaft – mit Kienscherf und Dr. Schaal von der SPD, mit Sparr und Tjarks von den Grünen sowie mit zahlreichen Behördenvertretern. Es ging darum, wieviel von den Forderungen der VI die rot-grünen Bürgerschaftsfraktionen übernehmen würden. Als Streitpunkte sahen die Vertrauensleute der VI selbst das Ende der Kohleverbrennung in Tiefstack bis 2025 und das Hinwirken auf das Kohle-Aus in Moorburg 2030 voraus. Weiterlesen →

6. Juni 2019
von Redaktion
Kommentare deaktiviert für Die Hamburger Umweltbehörde will bei der Bilanzierung von CO2-Emissionen weiter schummeln

Die Hamburger Umweltbehörde will bei der Bilanzierung von CO2-Emissionen weiter schummeln

Die Hamburger Umweltbehörde (BUE) tut sich ersichtlich schwer damit, zu erklären, warum beim Ersatz des Kohle-Heizkraftwerks Wedel die von ihr favorisierte „Südvariante“ besser sein soll als eine „Nordvariante“ im Stellinger Moor, die Alternative ohne den teuren und langwierigen Bau einer Elbtrasse. Die Südvariante ist wesentlich teurer, weil für die Elbtrasse mindestens 140 Mio. € aufzubringen sind. Daher will die BUE wenigstens mit der Behauptung punkten, durch diese Trasse würden umfangreiche erneuerbare Wärmequellen erschlossen. Zu diesem Zweck erklärt sie, Fernwärme aus der Müllverbrennung sei praktisch CO2-frei. Weiterlesen →

5. Mai 2019
von Redaktion
Kommentare deaktiviert für Gegen den Import von verflüssigtem Fracking-Erdgas nach Deutschland

Gegen den Import von verflüssigtem Fracking-Erdgas nach Deutschland

Antrag des HET im Energienetzbeirat am 18. April 2019

Mit einem Antrag, der im Energienetzbeirat am 18. April 2019 beraten wurde, wurde Umwelt-Senator Jens Kerstan gebeten, sich unter Ausschöpfung aller bestehenden Möglichkeiten gegen den geplanten Import von flüssigem Erdgas (LNG) aus Fracking-Quellen in die Bundesrepublik Deutschland einzusetzen. Insbesondere sollten die Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums verhindert werden, die Kosten für die Anschlussleitungen zu den Terminals von den Gas-Verbrauchern tragen zu lassen. Weiterlesen →

22. April 2019
von Redaktion
Kommentare deaktiviert für Hamburger Energienetzbeirat: Elbtrasse, ein ökonomischer und ökologischer Fehler!

Hamburger Energienetzbeirat: Elbtrasse, ein ökonomischer und ökologischer Fehler!

Die geplante Elbtrasse gehört umgehend auf den Prüfstand!

Zwei Tage, nach der Mitteilung der EU-Kommission, dass dem Rückkauf des Hamburger Fernwärmenetzes nichts mehr im Wege stehe, legte eine  neunköpfige Arbeitsgruppe (AG) des Energienetzbeirats zu dessen Sitzung am 18. April 2019 einen Bericht zum „Ersatz des HKW Wedel“ vor. Hier die zugehörige Präsentation und eine Pressemeldung des HET.

Die Arbeitsgruppe hat eine Nordvariante im Stellinger Moor mit der von der Umweltbehörde (BUE) gewünschten Südvariante in Dradenau verglichen.

Weiterlesen →

5. April 2019
von Redaktion
Kommentare deaktiviert für Der Energienetzbeirat stimmt Anträgen des HET zugunsten der Nordvariante zu

Der Energienetzbeirat stimmt Anträgen des HET zugunsten der Nordvariante zu

Für den Ersatz des HKW Wedel im Stellinger Moor

Der Hamburger Energienetzbeirat (ENB) hat auf seiner Sitzung am 29. November 2018 einem Antrag des Hamburger Energietischs (HET) zugestimmt, in dem ein ergebnisoffener Vergleich der Südvariante mit Elbtrasse und der Nordvariante im Stellinger Moor ohne Elbtrasse gefordert wird. Der Vertreter der Umweltbehörde teilte mit, die Umweltbehörde werde dieser Empfehlung des ENB nicht folgen, solange nicht zusätzliche Potenziale für erneuerbare Wärme in der Nordvariante aufgezeigt würden. Weiterlesen →