Der Hamburger Energietisch

Für die Energiewende in Hamburg

18. Juni 2022
von Redaktion
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HKW Tiefstack  – CO2-Schleuder für mindestens 13 weitere Jahre

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Möglichst im Jahr 2028, spätestens 2030, soll der Ausstieg aus der Kohle im Hamburger Heizkraftwerk (HKW) Tiefstack erfolgen. So Senator Kerstan (BUKEA) und der Geschäftsführer der Hamburger Energiewerke (HEnW) Christian Heine bei einer Pressekonferenz am 17. Juni 2022.

Nach dem Ersatz des HKW Wedel mit Hilfe des „Energieparks Hafen“ und nach der Fertigstellung des „Energieparks Tiefstack“ (Bild aus einer Präsentation der HEnW am 17.6.2022) würden die CO2-Emissionen der zentralen Hamburger Stadtwärmeversorgung gegenüber heute um 70 bis 80 Prozent sinken. Die Hamburger Energiewerke würden mit dem Energiepark Hafen und dem Energiepark Tiefstack den größten Einzelbeitrag zum Erreichen von Hamburgs Klimaziele leisten, so Kerstan und Heine.

Wann aber wird der „Energiepark Tiefstack“ fertiggestellt sein?

Die Berichterstattung der Medien erweckte den Eindruck, der „Energiepark Tiefstack“ werde zusammen mit dem Kohle-Ausstieg im Jahr 2028 fertig werden, spätestens aber 2030.  So schreibt zum Beispiel die taz: „Bis alles umgesetzt ist, was Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) am Freitagvormittag verkündete, wird es zwar noch mindestens sechs, vielleicht sogar acht Jahre dauern.“ Ein großer Irrtum, zu dem die Pressekonferenz sicher bewusst beigetragen hat!

Aus Protokollen des „Begleitprozesses Tiefstack“ wie dem vom 23.11.2021 geht klar hervor, dass der „Energiepark Tiefstack“ nach einem Konzept mit drei Phasen erst um das Jahr 2035 fertig werden soll – frühestens.

In der ersten Phase, die 2028 bis 2030 abgeschlossen sein soll, soll das HKW Tiefstack während des laufenden Betriebs umgerüstet werden. Anstelle von Kohle soll von da ab Holz und Erdgas verfeuert werden in einem ähnlichen energetischen Umfang wie jetzt Kohle.

Erst deutlich nach 2030 sollen Flusswasser-Wärmepumpen in der Bille und in der Norderelbe einen größeren Teil der Wärme aus Tiefstack liefern. Ihre Installation soll nämlich erst in den Phasen 2 und 3 vorgenommen werden. Die kleinere Wärmepumpe Bille mit etwa 60 MW könnte zu Anfang der 30-er Jahre verfügbar sein. Eine Inbetriebnahme der großen Wärmepumpe mit etwa 170 MW wird wohl erst für 2035 oder später vorgesehen.

Der „Energiepark Tiefstack“ soll also erst in 13 Jahren – ab dem Jahr 2035 oder später – den Hamburger Osten mit „überwiegend klimaneutraler Wärme“ versorgen. Im Zeitraum zwischen 2022 und 2035 werden die CO2-Emissionen des HKW Tiefstack leider nur wenig abnehmen. Denn bei der Verfeuerung von Holz anstelle von Steinkohle wird sogar mehr CO2 freigesetzt werden. Erdgas wird über LNG-Terminals importiert werden und dieses Gas schleppt einen Riesen-Treibhausgas-Rucksack vom Fracking-Methan bis zur ganzen Gefrier-Transportkette mit sich. Und schließlich: Der Umfang der Fernwärmeversorgung soll erheblich ansteigen.

Nach dem Entwurf der „Richtlinie für die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW)“ ist von der Bundesregierung vorgesehen, nicht nur die Investitionskosten von Wärmepumpen in Wärmenetzen zu subventionieren, sondern auch einen großen Anteil der Betriebskosten, der Kosten für den Strom zum Antrieb der Wärmepumpen. Diese ungewöhnlich hohe Förderung macht die Nutzung von Wärmepumpen im Konzept des „Energieparks Tiefstack“ wirtschaftlich attraktiv.

Ob aber eine ähnlich hohe Förderung für große Flusswasser-Wärmepumpen auch noch im Jahr 2035 zur Verfügung stehen wird, ist zweifelhaft.  Was dann? Dann erlaubt das umgerüstete HKW Tiefstack eine einfache Fortsetzung der Verbrennung von Holz und/oder Erdgas in großem Umfang!

Tatsachen, die die BUKEA und die HEnW gar nicht gerne hören

1. Biomasse wird als Brennstoff von den HEnW und der BUKEA als Treibhausgas-neutral bewertet (siehe folgendes Bild nach Seite 7 der Präsentation der HEnW).

Die Klimakrise lässt sich aber durch Bilanzierungstricks nicht beeindrucken. Wer kann denn dem Erdklimasystem erfolgreich erklären, dass die CO2-Emissionen aus dem Schornstein des HKW Tiefstack langsam im Laufe von vielen Jahrzehnten durch nachwachsende Bäume wieder kompensiert werden sollen?

Biomasse sei ein Treibhaus-neutraler Brennstoff  –  Bild: HEnW

Das Gleiche gilt übrigens für die gewaltigen CO2-Emissionen der Müllverbrennung in Hamburg. Auch die Wärme aus der Müllverbrennung wird von der Umweltbehörde BUKEA und von den HEnW als klimaneutral bewertet, sogar für den nicht-biogenen Teil des Abfalls! BUKEA und HEnW stützen sich dabei fatalerweise auf Vorschläge des Lobbyverbands AGFW.

2. Von den gesamten CO2-Emissionen der Verbrennung von Steinkohle oder Holz im HKW Tiefstack wird nur etwa ein Drittel der Fernwärme zugerechnet. Etwa zwei Drittel betreffen die simultane Stromerzeugung und die Energieverluste. Würde die Kraftwärme-Kopplungs-Anlage ganz stillgelegt, dann würden auch diese CO2-Emissionen wegfallen. Hamburg schert sich wenig darum, weil statistisch die CO2-Emissionen der Stromerzeugung in Hamburg allen Verbrauchern in der BRD zugerechnet werden und nicht allein den Verursachern in Hamburg.

Christian Maaß, Leiter der Abteilung für „Energiepolitik – Wärme und Effizienz“ im Bundesministerium für Wirtschaft und Klima (BMWK) am 29. 4. 2022: „Auch in den Wärmenetzen soll die Wärmepumpe eine zentrale Rolle einnehmen und die heute häufig genutzte Kraftwärmekopplung ablösen.“

3. Im „Energiepark Hafen“ soll das auf Holz und Erdgas umgerüstete HKW Tiefstack laut HEnW nur in einem sehr begrenzten Umfang eingesetzt werden: „Zur Absicherung der Wärmeversorgung in Spitzenlastzeiten wird das bestehende Heizkraftwerk Tiefstack auf den wahlweisen Einsatz von Erdgas oder nachhaltiger Biomasse aus Rest- und Schadholz umgestellt.“ 

Senator Kerstan sprach in Hamburg 1 AKTUELL sogar von einem Einsatz nur an „sehr, sehr kalten Wintertagen.“ Er vergaß zu erwähnen, dass das bestenfalls für den fertigen Energiepark Tiefstack ab 2035 gilt. Bis dahin sollen Holz und Erdgas nach der Beendigung des Kohleausstiegs in großen Mengen im umgerüsteten Heizkraftwerk eingesetzt werden.

In SAT 1 Regional sprach Kerstan von der ausschließlichen Verbrennung von „Bruch- und Restholz, das für gar keine anderen wirtschaftlichen Prozesse mehr zur Verfügung steht“. Da muss ihm heftig widersprochen werden. Bruch und Restholz können sehr wohl in der Bau-, Papier- und Chemiewirtschaft wirtschaftlich verwertet werden. Der Bedarf wächst stark. Erst am Ende einer Kaskadennutzung, auf die das Umweltbundsamt großen Wert legt, kommt eine Verbrennung von nicht weiter verwendbaren Abfallstoffen in Frage. Die aber übernehmen die Hamburger Müllverbrennungsanlagen ohnehin besser als ein umgerüstetes HKW Tiefstack.

Auch für die Zeit nach 2035 ist Kerstans Beteuerungen nicht zu trauen. Die Emissionsgrafik aus der Präsentation der HEnW soll offenbar besagen, dass durch den Energiepark Tiefstack die jährlichen CO2-Emissionen von 640.000 t auf 200.000 t bei Biomasse-Verbrennung bzw. auf 300.000 t bei Erdgas-Verbrennung gesenkt würden.

Würde das auf Holz und Erdgas umgerüstete Heizkraftwerk nur an besonders kalten Tagen eingesetzt werden, dann ergäbe sich kein so großer Unterschied in der CO2-Bilanz wie in diesem Bild.

Erwartete CO2-Emissionen der Fernwärme um das Jahr 2035  –  Bild: HEnW

Die taz berichtete nach der Pressekonferenz: Ohne das Verbrennen von Biomasse sei die Versorgungssicherheit aber nicht zu gewährleisten. „Ohne Biomasse geht`s nicht“, sagte Kerstan – oder alternativ Erdgas. Rund 25 Prozent dürfte der Anteil dieser klimaschädlichen Erzeugung dann betragen. Nur Buschholz aus Namibia sei – zumindest vorerst – vom Tisch.

Warum muss die Realisierung des vollständigen „Energieparks Tiefstack“
so lange dauern?

Es gibt nicht nur die gesetzliche Verpflichtung zum Ausstieg Hamburgs aus der Kohleverbrennung bis 2030, sondern es gibt auch das wegweisende Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 29. April 2021, das eine Verschiebung von Emissionsreduzierungen auf nachfolgende Generationen verbietet.

Das BVerfG hatte sich in diesem Urteil auf Berechnungen des Sachverständigenrats für Umweltfragen der Bundesregierung (SRU) zu dem für Deutschland verbleibenden CO2-Emissions-Budgets gestützt. Der SRU hat gerade eine Aktualisierung dieser Berechnungen vorgenommen. Daraus geht hervor, dass Deutschland schon 2031 klimaneutral sein muss.

Hamburg sollte seinen Beitrag dazu leisten, indem es dem Klimaschutz Priorität vor der Wirtschaftlichkeit der „Transformation Tiefstack“ einräumt.

19. April 2022
von Redaktion
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Keine Beimischung von Wasserstoff in das Hamburger Erdgasnetz!

Die „Öffentliche Erklärung“ gegen eine Beimischung von Wasserstoff ins Erdgasnetz
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Hamburger Umweltverbände lehnen in einer „Öffentlichen Erklärung“ die vom städtischen Unternehmen Gasnetz Hamburg geplante Beimischung von Wasserstoff ins Erdgasnetz ab:

Öffentliche Erklärung gegen eine Beimischung von Wasserstoff ins Hamburger Erdgasnetz

In nicht einmal 25 Jahren soll Deutschland nach Beschlüssen des Bundestages klimaneutral sein.1 Für einen raschen Ausstieg aus der Verbrennung von Kohle, Erdgas und Erdöl sind daher weit größere Anstrengungen zu unternehmen als bisher.

Die Beheizung der Gebäude in Hamburg beruhte im Jahr 2019 zu 31 % auf kohlelastiger Fernwärme und zu 61 % auf fossilem Gas und Heizöl.2 Nicht nur die Wärme aus Kohle, sondern auch die aus Erdgas und Heizöl ist daher so rasch wie möglich durch klimaneutrale Wärme zu ersetzen.3 4

Unter unabhängigen Fachleuten besteht große Einigkeit darüber, dass Heizwärme und Warmwasser in Zukunft von mit erneuerbarem Strom angetriebenen Wärmepumpen und klimafreundlichen Wärmenetzen geliefert werden sollten.5 Eine mit elektrischem Strom angetriebene Wärmepumpe kann etwa 6-mal mehr Heizwärme bereitstellen, als ein Heizkessel, für den Wasserstoff aus der gleichen Menge Strom erzeugt wurde.6

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31. März 2022
von Redaktion
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LNG-Terminals an der deutschen Nordseeküste werden nicht gebraucht

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Nach dem Beginn der russischen Invasion in die Ukraine am 24. Februar 2022 kündigte Bundeskanzler Scholz am 27. Februar 2022 in einer Regierungserklärung an, in Brunsbüttel und in Wilhelmshaven sollten mit Unterstützung der Bundesregierung schnell Terminals für den Import von Flüssigerdgas (LNG) gebaut werden. Seither meldet sich fast jede Woche ein neues LNG-Terminal-Projekt, das ebenfalls auf staatliche finanzielle Unterstützung hofft.

Am 25. März 2022 veröffentlichte das Bundesministeriums für Wirtschaft und Klima (BMWK) einen „Fortschrittsbericht Energiesicherheit“. Die Einschätzung der Medien reichte von „Weniger Abhängigkeit von Russland“ bis zu „Habeck: Deutschland kann bis Sommer 2024 unabhängig von russischen Energie-Importen sein“.

Aus einer genaueren Analyse des „Fortschrittberichts“ geht hervor, dass der Bau von Land-Terminals für den Import von LNG in Brunsbüttel, Rostock, Stade und Wilhelmshaven gar nicht nötig ist, um die „Energieabhängigkeit von Russland in hohem Tempo zu verringern und die Energieversorgung auf eine breitere Basis zu stellen.“

Nach dem „Fortschrittbericht“ stünde das LNG-Terminal Brunsbüttel, das sich mit einer Kapazität von 8 Mrd. m³ Gas pro Jahr in Planungsprozessen befindet, erst ab 2026 für die Versorgung bereit. Bei den geplanten LNG-Terminals an Land in Stade, Wilhelmshaven und Rostock wird es kaum schneller gehen.

Bild 1: Reduzierung der Abhängigkeit Deutschlands von russischem Gas. Erläuterungen im Text.
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22. März 2022
von Redaktion
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Wie Gasnetz Hamburg für mehr Erdgas-Heizungen wirbt

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Die Gasnetz Hamburg GmbH
hält immer noch an einer Wasserstoff-Beimischung zum Erdgas fest

„Raus aus der Abhängigkeit von russischem Gas!“ – schon vor dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine fand diese Forderung breite Unterstützung. Die übermäßige Abhängigkeit Deutschlands und der EU von russischem Erdgas ist durch die Invasion in die Ukraine schlagartig klar geworden.

Gut geeignete Alternativen zu Gasheizungen in neuen und in Bestandgebäuden stehen zur Verfügung und sind sogar wirtschaftlicher als neue Gasheizungen. Die deutsche Bundesregierung arbeitet auf einen baldigen Rollout von Wärmepumpen-Heizungen als Ersatz für Heizöl- oder Erdgas-Heizungen hin. Die Gewinnung von erneuerbarem Strom soll stark ausgebaut werden. Elektrische Wärmepumpen könnten damit schon in etwa zehn Jahren vollständig klimaneutrale Wärme liefern. Auch durch den Anschluss an klimafreundliche Fern- und Nahwärmenetze soll der Ausstieg aus Heizöl und Erdgas beschleunigt werden.

Nach dem Koalitionsvertrag der deutschen Bundesregierung soll ab 2025 jede neu eingebaute Heizung auf Basis von mindestens 65 Prozent Erneuerbarer Energien betrieben werden. Mit ihrem „Entlastungspaket“ hat die Bundesregierung diese Vorschrift sogar auf den 1. Januar 2024 vorgezogen. Der Einbau neuer Erdgas- und Heizöl-Heizungen kommt dann nicht mehr in Frage – auch nicht in Bestandsgebäuden.

Die mit diesen Maßnahmen verbundene Senkung des Erdgasverbrauchs sollte Vorrang haben vor der Beschaffung von fossilem Gas aus anderen Quellen, also auch vor dem Bau neuer Terminals für den Import von verflüssigtem Erdgas (LNG)  –  Fracking-Gas zumeist.

Karikatur: Mester/ sfv
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11. März 2022
von Redaktion
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Was kostet das Heizen mit einer Wärmepumpe wirklich? Irreführung durch den Energieversorger HAMBURG ENERGIE

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Die Bundesregierung hofft auf einen baldigen Rollout von Wärmepumpen-Heizungen. Der Ausstieg aus der Nutzung von fossilem Erdgas hat in der Energie- und Klimapolitik hohe Priorität. Viele Menschen, die über die Art ihrer Heizungen verfügen können, sollen sich nicht für neue Erdgas- oder Erdöl-Heizungen, sondern für Wärmepumpen-Heizungen oder einen Anschluss an ein Wärmenetz entscheiden. Eine wichtige Voraussetzung ist dabei, dass sie objektiv über Vor und Nachteile dieser Heizungsalternativen unterrichtet werden.

1. Tarife des Energieversorgers HAMBURG ENERGIE für „Wärmestrom“

Auf Internetseiten des städtischen Energieversorgers HAMBURG ENERGIE zu Strom-Tarifen für Wärmepumpen-Heizungen finden sich unter „Spezialtarife“ irreführende Darstellungen:
Berechnet werden die Stromkosten nach den „Spezialtarifen“
     •   für Direktstrom (Nachtspeicher-Heizungen) oder
     •   für Wärmepumpenstrom.


Bild 1: Internetseite „WÄRMESTROM“ mit voreingestellten Werten (abgesehen von der Postleitzahl). Bemerkenswert ist, dass rechts im Bild BUND und NABU als „Empfehlende“ in Bezug genommen werden.

Bild 1 zeigt ein Beispiel für die Internetseite von HAMBURG ENERGIE mit der Überschrift „WÄRMESTROM“.

Diese Internetseite enthält Voreinstellungen zur Wohnfläche (oder Heizfläche?) und zum Stromverbrauch:

                       Wohnfläche: 125 m²     Verbrauch: 15.000 kWh   

Der Wert für die „Wohnfläche“ lässt sich mit Hilfe der Button + oder – auf kleinere Werte als die anfangs eingestellten 125 m² einstellen. Der „Verbrauch“ passt sich proportional an. Man kann ihn aber direkt angeben.

Nach Drücken des Buttons „PREIS BERECHNEN“ folgen in Bild 2 zu den Werten in Bild 1 berechnete Stromkosten,  links für einen „Nachtspeichertarif“ und rechts für einen „Wärmepumpentarif“.

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4. Februar 2022
von Redaktion
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Erdgas-Ausstieg in Hamburg

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Hamburg kann die Verbrennung von Erdgas und Heizöl am besten so beenden:

  • Industriebetriebe im Hafen ersetzen fossile Energieträger durch erneuerbaren Strom. Ist dies nicht möglich, setzen sie erneuerbaren Wasserstoff ein.
  • Wärme in Gebäuden, die bisher mit Erdgas oder Heizöl erzeugt wird, wird teils durch Wärme aus Wärmepumpen und teils durch klimafreundliche Fernwärme ersetzt.
  • Die Pläne der Gasnetz Hamburg GmbH, dem Hamburger Erdgasnetz Wasserstoff beizumischen, sollten unverzüglich beendet werden. Denn Heizen mit Wasserstoff ist sehr energieaufwendig, teuer, nicht sozialverträglich und klimapolitisch fragwürdig.

Hamburgs Ziele für den Ausstieg aus fossilen Energieträgern

Hamburg will die Verbrennung von Kohle in den Heizkraftwerken Wedel und Tiefstack spätestens im Jahr 2030 beenden. Damit der Klimavertrag von Paris und die Klimaziele Deutschlands und Hamburgs eingehalten werden, muss auch der Ausstieg aus der Nutzung anderer fossiler Energieträger wie Erdgas und Erdöl vorangetrieben werden. Umweltsenator Kerstan hat bereits im Februar 2021 eine Ausstiegsstrategie aus Erdgas und ein sehr deutliches Sinken des Gasanteils bis 2030 gefordert.

Die Fortschreibung des Hamburger Klimaplans aus dem Jahr 2019 sieht noch vor, dass Hamburg bis 2030 eine 55-prozentige CO2-Reduktion gegenüber 1990 vornimmt und erst im Jahr 2050 klimaneutral ist. Dieser Klimaplan steht sogar noch einer Zunahme des Verbrauchs von Erdgas unkritisch gegenüber. Bei den „Stellschrauben für eine erfolgreiche Zielerreichung“ wurde „von einer starken Reduzierung von Ölheizungen ausgegangen, bei gleichzeitiger Zunahme von Fernwärme, Erdgasversorgung und Wärmepumpen“.

Laut dem noch geltenden Klimaplan orientiert sich der Hamburger Senat an den Zielen der Bundesregierung auf nationaler Ebene, um das 1,5°-Ziel zu erreichen. Nach der Verschärfung des Bundes-Klimaschutzgesetzes am 24. Juni 2021 sollen auch in Hamburg der Klimaplan und das Klimaschutzgesetz synchron überarbeitet werden mit dem Ziel, die Hamburger Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2030 um mindestens 65 Prozent und gegebenenfalls darüber hinaus zu reduzieren. Außerdem tendiert auch Hamburg zum Ziel einer Klimaneutralität schon im Jahr 2045. Ob das Bundes-Klimaschutzgesetz vom 24. Juni 2021 ausreichend ist, wird rechtlich angezweifelt. Die Handelskammer Hamburg will, dass Hamburg schon 2040 Klimaneutralität erreicht.

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27. April 2020
von Redaktion
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Holzkohle aus Buschholz in Namibia?

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Ein sehr großer Teil der aus Namibia exportierten Holzkohle wird in Europa beim Freizeitvergnügen Grillen verbrannt. Auch wenn es sich um Holzkohle handelt, die nicht aus Tropenholz hergestellt wurde und daher auch von großen Umweltverbänden als „grün“ bezeichnet wird, ist ihre Verwendung extrem klimaschädlich. Das liegt zum einen an der sehr ineffizienten Herstellung und zum anderen an riesigen Mengen von Treibhausgasen wie Methan und Kohlenstoffmonoxid, die bei der Produktion freigesetzt werden.

Der Hamburger Energietisch hat am 10. April 2020 ein Dossier öffentlich zugänglich gemacht, das von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und vom Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) an der Hochschule Trier erstellt wurde. Unter dem Titel „Transkontinentale Biomassepartnerschaft Namibia – Hamburg“ wird darin die Errichtung von Biomasse-Industrieparks in Namibia vorgeschlagen. Ein YouTube-Video „Biomass Industrial Parks – Namibia“ bietet einen Überblick über die Vorstellungen der GIZ.

Große Mengen von Buschholz aus Namibia sollen in Form von Holzhackschnitzeln oder Holzpellets nach Hamburg verschifft werden, um hier in der Fernwärmeerzeugung eingesetzt zu werden. Die Hamburger Umweltbehörde, die Wärme Hamburg GmbH und die GIZ verhandeln schon seit etwa einem Jahr unter Ausschluss der Öffentlichkeit über dieses Projekt. Auf die ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekte eines solchen Entwicklungs- und Kooperationsprojekts ging bereits eine erste kurze Analyse des HET ein, die die Veröffentlichung des Dossiers begleitete. Welche Vorteile sich Namibia und die GIZ von einer Reduzierung der Verbuschung des nördlichen Landesteils erhoffen, wurde in dieser Analyse kurz beschrieben.

Bild 1: Holzkohle-Produktion in Namibia (Bildquelle: gondwana-Collection.com)

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20. Januar 2020
von Redaktion
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Der extensive Einsatz des Klimakillers Sulfurylfluorid in Hamburg wirft viele Fragen auf

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Ein Flugblatt der AG UEV der LINKEN

Erst durch eine Schriftliche Kleine Anfrage des LINKEN-Abgeordneten Stephan Jersch scheint die Hamburger Umweltbehörde (BUE) auf den sehr stark gestiegenen Einsatz des extrem klimaschädlichen Insektizids Sulfurylfluorid (SO2F2, kurz SF) aufmerksam geworden zu sein, mit dem im Hamburger Hafen, aber wohl ebenso in anderen Häfen, vor allem Holzexporte begast werden. Bei den Berechnungen der BUE zum gegenwärtig viel diskutierten neuen Hamburger Klimaplan blieb SF völlig unberücksichtigt.

Die Klimaschädlichkeit der Freisetzungen von Sulfurylfluorid wurde in den bisherigen Presse-Berichten sogar noch untertrieben. Für das Treibhausgaspotenzial (GWP) von SF ist im Zusammenhang mit den Klimazielen von Paris nicht ein Zeithorizont von 100 Jahren (GWP = 4732), sondern ein Zeithorizont von 20 Jahren anzusetzen (GWP = 6965). Bei 203,65 Tonnen SF gemäß der Bürgerschaftsdrucksache 21/19518 vom 10.1.2020 geht es im Jahr 2019 daher um 1,418 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Das ist mehr als der Ausstoß des Hamburger Steinkohle-Heizkraftwerks Tiefstack von 1,21 Millionen Tonnen CO2 im Jahr 2017.

Seit 2018 stieg die im Hamburger Hafen eingesetzte Menge von SF sehr stark an.
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17. März 2022
von Redaktion
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Klimastreik am Freitag, dem 25. März 2022

Treffen um 12 Uhr! in der Willy-Brand-Straße

Forderungen für die ersten 100 Tage der neuen Bundesregierung

Im Bundestags-Wahlkampf haben sich alle demokratischen Parteien zum 1,5°-Ziel bekannt. Ausreichende Pläne zur Umsetzung dieses Ziels hat jedoch bis heute keine Partei vorgestellt. Deshalb haben Fridays for Future von der neuen Koalition gefordert, in den ersten 100 Tagen die richtigen Weichen zu stellen, um das 1,5°-Ziel einhalten zu können.

Im Jahr 2020 hat Fridays for Future bereits zusammen mit dem Wuppertal-Institut gezeigt, dass das 1,5°-Ziel noch einhaltbar ist und was dafür gemacht werden muss. Die ersten 100 Tage der Ampel-Regierung sind nun vorbei und ES REICHT HALT NICHT.

Daher sollten sich möglichst viele am Globalen Klimastreik am 23. März 2022 beteiligen! 
Ab 12 Uhr in der Willy-Brand-Straße