Der Hamburger Energietisch

Für die Energiewende in Hamburg

Ersatz für das Heizkraftwerk Tiefstack

Die Verbrennung von Steinkohle im Hamburger Heizkraftwerk Tiefstack muss bis spätestens 2030 beendet werden.

Der Hamburger Umweltsenator Kerstan und der Geschäftsführer der Hamburger Energiewerke (HEnW) Christian Heine stellten bei einer Pressekonferenz am 17. Juni 2022 ein Konzept für den Ersatz der Steinkohle-Verbrennung im Heizkraftwerk (HKW) Tiefstack vor. Danach soll die Verbrennung von Steinkohle durch die Verbrennung von Holz oder Gas ersetzt werden, eingesetzt je nach wirtschaftlichen Konditionen.

Die Umweltverbände lehnen die Verbrennung von Holz im HKW Tiefstack entschieden ab.

  • Schon am 16. Juni 2022 erschien eine Gemeinsame Stellungnahme von 32 Organisationen „Hamburg, raus aus Kohle, Erdgas und Holz!“ in einer deutschen, und in einer englischen Fassung.
  • Aufsehen erregte eine nächtliche Videoprojektion von Robin Wood, DUH und NABU auf die beiden Kraftwerkstürme des HKW Tiefstack.
  • Spätestens seit der Affäre um die Planung eines Imports von Buschholz aus Namibia nach Hamburg gibt es ein erhöhtes internationales Interesse an der Ersatzlösung für die Kohleverbrennung im Heizkraftwerk Tiefstack. 78.000 Menschen hatten vor fast zwei Jahren eine Petition „Keine Büsche und Bäume in Großkraftwerken verfeuern!“ gegen die Verbrennung von Buschholz aus Namibia in Hamburg unterzeichnet.

Bei der Pressekonferenz am 17. Juni 2022 wurde der Ersatz des HKW Tiefstack von den HEnW in einen größeren Rahmen gestellt, der als „Energiepark Tiefstack“ bezeichnet wurde.

Seit dem 17. November 2022 veranstalten die HEnW einstündige, als Zukunftsdialog“ bezeichnete Videoveranstaltungen zu dem von ihnen geplanten Energiepark, bei denen im „CHAT“ Fragen gestellt werden dürfen. Bisher traten hierbei nur die Mitwirkenden an der „Vorzugsvariante“ des Ersatzkonzepts auf. Auf diese Art und Weise soll die Hamburger Zivilgesellschaft für die „Vorzugsvariante“ des Ersatzes des HKW Tiefstack gewonnen werden.

Wie schon beim geplanten Import von Buschholz aus Namibia wird auch bei der „Transformation Tiefstack“ den vom UBA anerkannten Umweltverbänden keine Mitwirkung an der Konzeptbildung und -diskussion eingeräumt. Vielmehr werden die meisten Planungsdokumente geheim gehalten. Das steht in eklatantem Widerspruch zum Volksentscheid von 2013 (Rückkauf der Energienetze), der eine „demokratische Kontrolle“ gesetzlich vorgeschrieben hat.

Näheres hier:

17. Mai 2022: „Kohleausstieg im Heizkraftwerk Tiefstack. Werden die Hamburger Energiewerke die Klimakrise anheizen statt sie zu verhindern?“

18. Juni 2022:  „HKW Tiefstack  – CO2-Schleuder für mindestens 13 weitere Jahre“

15. November 2022: „Die Hamburger Energiewerke auf dem Holzweg