Der Hamburger Energietisch

Für die Energiewende in Hamburg

23. April 2021
von Redaktion
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Namibische NGO gegen Buschholzexport und für den Vorrang des Entwicklungsinteresses von Namibia

Bertchen Kohrs hat am 21. April 2021 für die namibische NGO Earthlife Namibia zur Frage, ob Steinkohle in Deutschland durch Buschholz aus Namibia ersetzt werden sollte, Stellung bezogen. (Fassung in Englisch und in Deutsch) Eine Kurzfassung ist bereits in der Zeitung AZ Namibia erschienen.

Frauz Kohrs hebt hervor, dass erst nach gründlicher und unabhängiger Forschung, bei der alle relevanten Faktoren berücksichtigt werden müssen, Entscheidungen über die Buschholzverwertung getroffen werden sollten und zwar in Namibia und nicht von anderen Interessengruppen. Namibias Entwicklungsinteresse müsse an erster Stelle stehen.

Sie stellt fest, dass leider Namibia wertvolle Rohstoffe exportiere, die dann in anderen Ländern weiterverarbeitet würden, anstatt vor Ort Wertschöpfungsketten zu schaffen.

Sie wertet es als ein Zeichen kolonialer Arroganz, wenn Prof. Dr. Heck (IfaS) ein Geschäft vorschlägt, bei dem das ‚ressourcenarme‘ Deutschland von der Ausbeutung wertvoller Ressourcen Namibias profitiere, und bezogen auf die geplante Transkontinentale Biomassepartnerschaft Namibia – Hamburg von einer Heilung der Wunden im Zusammenhang mit den historischen Ereignissen spricht, während die Forderungen der Nachkommen des Völkermords von der deutschen Regierung nicht mit der nötigen Ernsthaftigkeit behandelt würden.

Heck hatte in einer Machbarkeitsstudie geschrieben: “From the time of the colonialism of Germany in Africa, a chance arises for Germany to be able to heal the damages related to historical events.” („Aus der Zeit des deutschen Kolonialismus in Afrika ergibt sich für Deutschland die Chance, die mit den historischen Ereignissen verbundenen Wunden heilen zu können.“) Diese Textpassage wurde inzwischen aus der Studie des IfaS entfernt.

30. März 2021
von Redaktion
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Mehr als ein Dutzend Fehler in den Buschholz-Gutachten der GIZ

Am 31. März 2021 wurde den Medien ein im Auftrag des Hamburger Energietischs (HET) erstelltes Gutachten zur Klimawirkung eines Imports von Buschholz aus Namibia vorgestellt.
An der Pressekonferenz nahm aus Namibia Herbert Jauch, Arbeitswissenschaftler und Vorsitzender des ECONOMIC & SOCIAL JUSTICE TRUST (ESJT), teil.

♦ Das Ende März 2021 veröffentlichte Klimawirkungs-Gutachten von Prof. Dr. Dietrich Rabenstein „Buschholz aus Namibia: Ersatz für die Steinkohle in Deutschland?“:

Komplettes Gutachten,  deutsche Kurzfassung und englische Kurzfassung

♦ Eine Presseerklärung des ECONOMIC & SOCIAL JUSTICE TRUST:

Nutzung für Namibias Busch-Biomasse: Eine Chance für eine entwicklungspolitische Intervention, um koloniale Handelsmuster zu durchbrechen.“

Die Hamburger Umweltbehörde (BUKEA), die seit Mai 2020 den Import von Buschholz aus Namibia prüft, will Mitte 2021 die Ergebnisse dieses Prüfprozesses öffentlich vorstellen.

Sie stützt ihre bisherige Bewertung vor allem auf zwei externe, für die GIZ erstellte Studien:

Vom „Hamburg Szenario“ des IfaS gibt es bisher keine geschlossene und nachvollziehbare Darstellung. Zur Vervollständigung einer Bewertung mussten sechs weitere IfaS-Bruchstücke zur „Road Map“ hinzugezogen werden.

Was wurde im neuen HET-Gutachten untersucht?

Im neuen Gutachten von Prof. Rabenstein, einem Angehörigen der HafenCity Universität Hamburg, wurden die folgenden drei Fragen untersucht:

  1. Wie hoch wären die spezifischen Treibhausgas-Emissionen von Buschholz aus Namibia, wenn es in Hamburg oder in einer anderen europäischen Hafenstadt verbrannt werden würde?
  2. Ist es für einen Stopp der Verbuschung wirklich nötig, Buschholz in großem Maßstab aus Namibia zu exportieren?
  3. Ist die Verbrennung von Buschholz aus Namibia in deutschen Heizkraftwerken wirklich klimafreundlicher als eine Stromerzeugung mit Buschholz in Namibia, wie sie vom staatlichen Stromversorger NamPower geplant wird?

Nicht unmittelbar mit der Klimawirkung in Verbindung stehende Fragen wie die nach den sozialen und wirtschaftlichen Folgen, nach den Auswirkungen auf die Biodiversität und die Verfügbarkeit von Grundwasser in Namibia sind nicht Gegenstände dieses Gutachtens.

Mehr als ein Dutzend Fehler in den Gutachten von UNIQUE und IfaS

Die Klimabilanz des IfaS enthält dem HET-Gutachten zufolge mindestens ein Dutzend Fehler und Unstimmigkeiten, die teilweise auf UNIQUE zurückzuführen sind und teilweise erst in den IfaS-Bruchstücken auftauchen. Fast alle Fehler wirken sich auf gleiche Art und Weise aus: die errechneten Treibhausgas-Emissionen werden durch sie gesenkt.

Ein umfangreiches Kapitel 5 im HET-Gutachten beschreibt auf 13 Seiten besonders folgenreiche Fehler. Andere werden in den Kapiteln 6.3, 8, 9 und im Anhang aufgelistet.

IfaS behauptet, infolge der Verbrennung von namibischem Buschholz in deutschen Heizkraftwerken würde der Atmosphäre CO2 entzogen: 26 kg CO2 pro MWh des Energieinhalts der verbrannten Holzpellets. Diese „negativen Emissionen“ würden genau den Einsparungen an Treibhausgasen entsprechen, zu denen sich Namibia als Beitrag zum Klimavertrag von Paris 2015 verpflichtet habe, so das IfaS. Mehr als rund 100 kg CO2 pro MWh des Energieinhalts der Holzpellets aus Namibia würden auf keinen Fall emittiert.

Das HET-Gutachten stellte dagegen fest: Nach einer Korrektur aller in den UNIQUE-IfaS-Studien festgestellten Fehler ergaben sich rund 650 kg CO2 pro MWh. Das ist noch viel mehr als bei der bisher im Heizkraftwerk Tiefstack verfeuerten Steinkohle mit 439 kg CO2 pro MWh des Energieinhalts. Das folgende einfache Diagramm illustriert diesen Vergleich:

Vergleich der Treibhausgas-Emissionen gemäß IfaS und nach einer Korrektur

Einige der Unterschiede in der Bewertung werden im folgenden Bild veranschaulicht.

Links ist ein mit Büschen bewachsenes Gebiet vor der Buschernte zu sehen. Nach der Abholzung eines Teils dieser Büsche, „Ausdünnung“ genannt, entstehen Treibhausgase nicht nur durch die Verbrennung des Holzes. Vielmehr wird in bedeutendem Umfang Kohlenstoff aus dem Boden als CO2 freigesetzt. Für Jahre soll Nachwachsen von Büschen verhindert werden. Auf frei gewordenen Flächen sollen Rinder oder Wildtiere grasen, die Methan ausstoßen, ein fast hundertmal  stärkeres Klimagift als CO2. Bei einer vollständigen Lebenszyklusanalyse darf nicht übersehen werden, dass die Büsche bei einem 20-jährigen Weiterwachsen CO2 gespeichert hätten, hätte man auf die Abholzung verzichtet (rechte Seite im Bild).

UNIQUE und IfaS rechneten entgegen den meisten Literaturquellen und entgegen umfangreichen Messungen vor Ort, dass der in Grasland umgewandelte Boden CO2 nicht abgibt, sondern aufnimmt. Das Basis-Szenario „Weiterwachsen von Büschen“ wurde ignoriert. Die Methan-Emissionen wurden auf 100 statt 20 Jahre verteilt, obwohl Methan nur eine mittlere Lebensdauer von etwa 12 Jahren in der Atmosphäre besitzt.

Das folgende Bild wurde ohne die rot eingetragenen Korrekturen schon in der Bürgerschaftsdrucksache 22/1831 veröffentlicht. Außer der Holzverbrennung selbst mussten fehlerbedingt praktisch alle Einzelbeiträge zu den Treibhausgas-Emissionen korrigiert werden.

Fast jeder THG-Beitrag war in der IfaS-Berechnung fehlerhaft

Die Ausflüchte der BUKEA

Ein Klimawirkungsgutachten des HET vom Juni 2020, das bereits die UNIQUE-Studie kritisch analysiert hatte, prüfte die BUKEA nicht. Sie wandte in Drs. 22/3385 ein, es gehe von einer anderen Landnutzung und Landfolgenutzung aus als die Machbarkeitsstudie des IfaS. Daher seien die Ergebnisse nicht vergleichbar.

Weiter führte die Umweltbehörde an, es sei nicht bekannt, ob dieses HET-Gutachten einem Peer Review unterzogen worden sei (einer unabhängigen Überprüfung). Für die Machbarkeitsstudie des IfaS sei allerdings kein Peer Review geplant. Denn diese verfolge nicht den Anspruch einer wissenschaftlichen Publikation.

Das neue Gutachten des HET ist nun vollständig an das „Hamburg Szenario“ der Machbarkeitsstudie des Ifas angepasst. Wird die BUKEA sich  nun damit befassen? Oder wird sie neue Ausflüchte erfinden? Wird sie weiter eine Prüfung verweigern, gar eine „ergebnisoffene“?

Totale Verbuschung Namibias ohne Buschholzexport?

Alle Unterstützer:innen des Buschholz-Exports sind sich einig und wiederholen es bei jeder sich bietenden Gelegenheit: In Namibia wachse so viel Buschholz, dass im Land selbst der Zuwachs auf keinen Fall vollständig verwertbar sei.

Eine genauere Betrachtung zeigt: Auch das ist falsch.

Vom jährlichen Biomasse-Zuwachs sind nämlich abzuziehen:

  1. was an Buschholz im selben Zeitraum durch Buschfeuer verbrannt wird – wahrscheinlich mehr als im Bild – und
  2. was sich in nicht nutzbarem Gelände befindet.

Bei einer Geländeneigung von mehr als 12 ° und in verschiedenen anderen Fällen darf nämlich nicht abgeholzt werden.

Keine Buschernte auf schiefen Ebenen (Bilder: Bond & Midgley 2012)

Der in Namibia selbst nutzbare Anteil des Zuwachses – zwischen 3 und 6 Mio. Tonnen Biomasse pro Jahr (rechts im Bild) – ist daher durchaus vergleichbar mit dem verbleibenden, tatsächlich  „nutzbaren Zuwachs an Busch-Biomasse“. Der entscheidende Unterschied: Eine Nutzung in Namibia selbst bedeutet Wertschöpfung im eigenen Land und beträchtlich mehr Jobs als bei einem hochindustrialisierten Rohstoffexport entstehen würden.

Polemik gegen Buschholznutzung in Namibia selbst

Auffallend war mehrfach, mit welchem Eifer sich Vertreter:innen von GIZ, UNIQUE und IfaS gegen eine Nutzung von Buschholz zur Erzeugung von elektrischem Strom in Namibia selbst wandten.

Die Ausschreibung für ein 40-MW-Biomasse-Kraftwerk ist bereits am 10. März 2021 abgelaufen. Mit Strom aus Buschholz kann Namibia Kohlestrom aus Südafrika ersetzen. Aber, so die Export-Unterstützer:Innen, in einem Heizkraftwerk in Deutschland, könne der Brennstoff effizienter genutzt werden. Das mag so sein. Es gibt aber keine Stromtrassen von Deutschland nach Namibia.

Auch hier zeigte eine Überprüfung im HET-Hutachten eine extrem einseitige Analyse in der Studie von UNIQUE.

Bewertung von Stromerzeugung mit Biomasse in Namibia – links unfair und rechts fairer

Während das exportorientierte UNIQUE-Szenario negative Emissionen aufwies (links), ergaben sich für die Stromerzeugung in Namibia selbst höhere THG-Emissionen als mit Erdgas (Mitte). Die Überprüfung im HET-Gutachten zeigte, dass UNIQUE nicht die Kraftwerks-Kennwerte benutzt hatte, mit denen das Stromversorgungsunternehmen NAMPOWER plant, sondern erheblich schlechtere. Mit den Kennwerten von NAMPOWER und noch ohne Korrekturen für die oben beschriebenen Fehler von UNIQUE ergab sich eine viel günstigere Treibhausgas-Bewertung für das von NAMPOWER geplante Kraftwerk als für den Holzpellet-Export.

Wie objektiv sind die Gutachten von UNIQUE und IfaS?

Nach all diesen Ergebnissen drängt sich die Frage nach der Glaubwürdigkeit und Objektivität der Buschholz-Gutachten auf, auf die sich die BUKEA bisher stützt.

Längst wurde die Frage aufgeworfen, ob es für diese Gutachter nicht Interessenkonflikte gibt, die an ihrer Objektivität zweifeln lassen.

In einer langen Einleitung zur Bürgerschaftsdrucksache 22/2792 wird sehr deutlich, dass UNIQUE wegen umfangreicher eigener wirtschaftlicher Interessen als Gutachter im vorliegenden Fall nicht geeignet ist.

Wie steht es mit der Unabhängigkeit und Objektivität des IfaS? Eine eifrig verbreitete Erzählung lautet, die namibische Regierung habe Hamburg im Jahr 2019 um Abnahme des wuchernden Buschholzes gebeten. Das sei der Auslöser für den Prüfprozess und das MoU von Hamburg und IfaS gewesen.

Das GIZ-Projekt BCBU hat aber schon im Jahr 2015 den Buschholz-Lobby-Verband N-BIG gegründet. IfaS war dabei ein Gründungsmitglied. N-BIG sitzt in allen drei Arbeitsgruppen des Prüfprozesses der BUKEA. Skeptiker:innen wurden nach der Gründung dieser Arbeitsgruppen sehr schnell nicht mehr eingeladen. Die BUKEA nennt das „ergebnisoffene“ Prüfung.

8. März 2021
von Redaktion
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Vattenfall erhält 1,6 Mrd. Euro für stillgelegte Kernkraftwerke

Die deutsche Bundesregierung hatte nach dem Super-GAU in Fukushima acht ältere Kernkraftwerke für immer abschalten lassen. Nach Meldungen vom 5. März 2021 erhalten die Besitzer nun Entschädigungen für Strommengen, die ihnen entgangen sind, für entwertete Investitionen sowie – das betrifft nur Vattenfall – für die Zustimmung zur Einstellung  des langjährigen Klageverfahrens vor dem internationalen Schiedsgericht ICSID.

Bild: HET

Vor der Fukushima-Katastrophe hatte die Bundesregierung eine Verlängerung der AKW-Laufzeiten beschlossen. Nach den verheerenden Schäden am japanischen Atomkraftwerk waren die sieben ältesten Kernkraftwerke das Kernkraftwerk Krümmel von Vattenfall kurzfristig vom Netz genommen worden. Daraufhin forderten die Betreiber Entschädigungen.

Dass ein solcher Ausgleich erforderlich ist, hatte das Bundesverfassungsgericht in seinen Entscheidungen vom 6. Dezember 2016 und vom 29. September 2020 festgestellt. Den Atomausstieg selbst hatte es bestätigt. Es bleibt nun dabei, dass das letzte deutsche Kernkraftwerk spätestens Ende 2022 vom Netz geht.

Die Eckpunkte der Verständigung sehen vor, dass E.ON/PreussenElektra – der konzernbezogenen Betrachtungsweise des Bundesverfassungsgerichts folgend – über die rechnerisch ihrem Miteigentumsanteil entsprechenden Strommengen der Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel frei verfügen, das heißt in ihren konzerneigenen Kraftwerken verstromen können. Das war zwischen den Unternehmen sowie der Bundesregierung umstritten.

Die Steuerzahler kommt diese Einigung teuer zu stehen: Vattenfall, RWE, E.on und EnBW erhalten nun insgesamt rund 2,4 Milliarden Euro an Ausgleichszahlungen.

Wofür gezahlt wird

Die stillgelegten Kernkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel gehören zu unterschiedlichen Gesellschaftsanteilen E.ON/PreussenElektra (PE) und Vattenfall.

Vattenfall erhält für 35,30 TWh nicht mehr erzeugbare Strommengen der Kernkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel einen Ausgleich in Höhe von 33,22 €/MWh brutto. E.ON/PE erwirbt zusätzlich 13,00 TWh der verbleibenden Mengen des Kernkraftwerks Krümmel von Vattenfall zum Preis von 13,92 €/MWh. Der Bund zahlt für diese Strommenge zusätzlich die Differenz in Höhe von 19,30 €/MWh zu dem Preis, der für den Ausgleich vereinbart wurde, an Vattenfall (33,22 €/MWh – 13,92 €/MWh = 19,30 €/MWh).

Hieraus ergibt sich zugunsten von Vattenfall insgesamt eine Zahlung in Höhe von 1.606 Mio. Euro, die sich zusammensetzt aus der Ausgleichszahlung durch den Bund (1.425 Mio. Euro) und dem von E.ON/PE für die 13,00 TWh zu zahlenden Kaufpreis (181 Mio. Euro).

RWE erhält einen Ausgleich für 25,90 TWh des Kernkraftwerks Mülheim-Kärlich in Höhe von 33,22 €/MWh. Hieraus ergibt sich für RWE insgesamt eine Ausgleichszahlung in Höhe von 860 Mio. Euro.

Der Bund prüft, ob eine Option für EnBW geschaffen werden kann, bis zu 2,00 TWh gegen Ende 2022 zusätzlich zu einem Preis von 13,92 €/MWh zu erwerben. Vattenfall hat dazu grundsätzliche Bereitschaft erklärt. Diese Option würde die Kosten des Bundes um bis zu ca. 28 Mio. Euro verringern.

Es wird angestrebt, alle Regelungen 2021 zu vollziehen. Ob dies gelingt, ist noch abhängig vom Ergebnis der beihilferechtlichen Prüfung durch die EU-Kommission.

Als Ausgleich für nicht erzeugbare Strommengen zahlen die Steuerzahler somit 2.285 Mio. Euro.

Für Investitionen, die die Unternehmen im Vertrauen auf die Laufzeitverlängerung kurz vor dem Super-GAU in Fukushima getätigt hatten und die dann aufgrund der Rücknahme der Laufzeitverlängerung entwertet worden waren, erhalten:

EnBW: 80 Mio. Euro,   ON/PE: 42,5 Mio. Euro   und   RWE: 20 Mio. Euro

Als Ausgleich für entwertete Investitionen zahlen die Steuerzahler somit insgesamt 142,5 Mio. Euro.

Alle anhängigen Klageverfahren einschließlich des Schiedsverfahrens Vattenfall gegen die Bundesregierung werden beendet bei Tragen der jeweils eigenen Kosten sowie hälftiger Teilung der Gerichtskosten. Die Energieversorger erklären zudem einen Rechtsmittelverzicht.

Vattenfall hatte vor dem Schiedsgericht auf rund 6 Milliarden Euro Entschädigung geklagt. Das Urteil in dem seit 2012 laufenden ICSID-Verfahren war für den Frühsommer 2021 angekündigt worden.

Angesichts dieser horrenden Forderungen von Vattenfall vor dem Schiedsgericht der Weltbank (ICSID) in Washington sei der Vergleich womöglich das kleinere Übel, so Sylvia Kotting-Uhl (Bündnis 90/Die Grünen).

Vattenfall könne sich nun mit einem „letzten Milliarden-Geschenk der Bundesregierung“ die Taschen füllen, sagte Greenpeace-Atomexperte Heinz Smital.

Bild: HET

Raus aus der Sondergerichtsbarkeit für Konzerne!

Nix wie raus aus dem Klimakiller-Pakt forderten drei Klima-Aktivistinnen am 2. März 2021 im Magazin klimareporter. Frankreich und Spanien sind dafür.

Der Energiecharta-Vertrag wurde vor gut 25 Jahren ins Leben gerufen. Damals war das Ziel, die Investitionen von Firmen wie RWE, Shell oder BP in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion zu schützen.

Die Wurzeln der Sondergerichte für Konzerne liegen aber im Kolonialismus. In den 1960er Jahren wurden sie entwickelt, um das Vermögen der Kolonisatoren in den von den Industrienationen unabhängig gewordenen Ländern des globalen Südens zu schützen – so erklärt Wirtschaftsexpertin Tonny Nowshin aus Bangladesch die Ursprünge.

Heute schützt der Energiecharta-Vertrag die Energiekonzerne vor demokratisch beschlossenen Klimaschutzmaßnahmen und torpediert damit viele Versuche, der Erfüllung des Paris-Abkommens näherzukommen. Der Vertrag droht die Erfolge der weltweiten Bewegung für Klimagerechtigkeit zunichtezumachen.

6. März 2021
von Redaktion
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Die Siegel der Hamburger Umweltbehörde

Hier als pdf-Datei

In zwei Schriftlichen Kleinen Anfragen der LINKEN in der Hamburger Bürgerschaft geht es um die Objektivität von Klimagutachten für die Nutzung von Buschholz aus Namibia. In der Kritik stehen zwei Studien, eine von der Forstberatung UNIQUE und eine vom Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS).

In der Einleitung zu Drs. 22/2792 wurde ausführlich begründet, dass die Begutachtung der Klimawirkung von namibischem Buschholz in Hamburg durch UNIQUE und IfaS infolge von Interessenkonflikten sehr fragwürdig ist. Dass sich die Hamburger Umweltbehörde bei ihrem Prüfprozess auf diese Gutachter stützen will, wird von vielen Seiten sehr kritisch beurteilt. So forderte die NGO Biofuelwatch in einer Analyse für die Böllstiftung am 2. März 2021, die UNIQUE-Studie müsse auf Grund ihrer extremen Fehlerhaftigkeit zurückgezogen werden.

Da der Hamburger Senat eine Reihe von Fragen in der Drs. 22/2792 einfach unbeantwortet ließ, bohrte die LINKE nach. Die Antworten in der Drs. 22/3385 sind leider ein fachliches Armutszeugnis für die Hamburger Umweltbehörde BUKEA.

Bild: Mester, sfv

Peer Reviews (unabhängige fachliche Überprüfung)

IfaS-Studie: Das IfaS legte im November 2020 eine „Machbarkeitsstudie“ vor, die unter anderem eine Berechnung der Treibhausgase für in Hamburg genutztes namibisches Buschholz enthält. In dieser Machbarkeitsstudie, in einer Präsentation und in kleineren Einzelartikeln wird das vom IfaS vorgeschlagene „Szenario Hamburg“ bewertet.

Die Umweltbehörde schreibt zur Frage nach der Objektivität dieser Berechnungen:

„Die „Machbarkeitsstudie“ wurde keinem Peer Review unterzogen. Sie hat den Zweck, aufzuzeigen, wie gegen Verbuschung vorgegangen und gleichzeitig Wertschöpfung realisiert werden kann. Die Studie verfolgt nicht den Anspruch einer wissenschaftlichen Publikation. Ein Peer Review ist nicht geplant.“

Die BUKEA verzichtet also in ihrem noch bis Mitte 2021 laufenden Prüfprozess auf eine wissenschaftliche Bewertung der vom IfaS behaupteten „negativen Emissionen“ der Buschholzverbrennung.

Das lautete in der Drs. 22/2792 noch anders. Da hatte der Senat noch festgestellt: „Im Rahmen der Beantwortung der Drs. 22/2352 hat der Senat dargelegt, dass nach Auskünften des Instituts für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) die in den Prozess eingebrachten Studien und Berechnungen nach wissenschaftlichen Kriterien erstellt wurden und entsprechend in Peer Reviews bestätigt worden sind.“

Erst eine Bestätigung in Eigenverantwortung. Jetzt doch nicht. Sehr glaubwürdig!

UNIQUE-Studie: Beim UNIQUE-Gutachten sieht das Peer Review nach Drs. 22/3385 so aus:

Die Autoren Seebauer et al. führten ein Jahr vor Abschluss ihres Gutachtens Interviews mit einer Reihe von „lokalen Experten“, die auf Seite 101 namentlich aufgeführt wurden. Nach der Fertigstellung des Gutachtens [am 2. Dezember 2019, die Redaktion] fanden zwei „Konsultations-Workshops“ statt (5.3.2019 und 27.3.2019), überwiegend mit diesen lokalen Experten.[Anmerkung der Redaktion: Sollte die BUKEA Vorgänge aus dem Jahr 2020 aus Versehen auf 2019 datiert haben?]

„Im Rahmen der Workshops gab es u.a. Vorschläge für weitere Untersuchungen, aber keine Widersprüche zum Inhalt der Studie.“ so die BUKEA. Das scheint für ihren Prüfprozess auszureichen.

Ein Gutachten zur Klimawirkung des Buschholzes, das von Prof. Rabenstein von der Hamburger HafenCity Universität ausgearbeitet und im Juni 2020 veröffentlicht wurde, war vom Auftraggeber HET als Beitrag zu einem Peer Review gedacht. Die BUKEA zum Rabenstein-Gutachten:

„Der zuständigen Behörde ist nicht bekannt, ob das genannte Gutachten einem Peer Review unterzogen wurde oder von anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit anerkannter Expertise in der Bilanzierung von Natur- und Landnutzungsprozessen bestätigt wurde.“

Aus mathematischer Sicht ergibt sich damit eine unendliche Folge: Die Peer Reviews eines Gutachtens müssen selbst wieder einem Peer Review unterzogen werden, das selbst wieder Peer reviewed werden muss – und so fort ad infinitum.

Übrigens erschien im April 2020 ein Policy Brief zur UNIQUE-Studie, der recht auffallende Änderungen an deren Szenarien enthält. Die BUKEA hat das offenbar nicht bemerkt.

Henne oder Ei?

Für die Untermauerung der Objektivität der Studie von UNIQUE hält die BUKEA gleich mehrere Begründungen bereit:

„Die darin getroffenen Aussagen zur Nachhaltigkeit und einer positiven CO2-Bilanz der Buschausdünnung stehen im Übrigen im Einklang mit vielen anderen weltweit anerkannten Veröffentlichungen.“

Drei davon werden von der BUKEA besonders hervorgehoben:

Begründung 1: Die Republik Namibia hat als verpflichtenden Beitrag zum Klimapakt von Paris 2015 (INDC) die Restaurierung von 15 Mio. ha Savannenlandschaft in Verbindung mit nicht unerheblicher CO2-Einsparung genannt. Das UNIQUE-Gutachten habe nun bestätigt, dass die Zurückgewinnung von Weideland durch Abholzen von Büschen erhebliche CO2-Einsparungen erbringe.

Ein überzeugender Beleg für die Objektivität des UNIQUE-Gutachtens? Oder doch eher ein Indiz für ein Gefälligkeitsgutachten?

Es kommt noch besser: Der Vertreter des IfaS hob bei einer Präsentation der Klimabewertung seines „Szenarios Hamburg“ am 1. Dezember 2020 ausdrücklich hervor: Die vom IfaS ermittelten CO2-Einsparungen durch das Abholzen und Verfeuern der Büsche entsprechen genau den INDC-Verpflichtungen von Namibia zur Reduktion von Treibhausgasen im Rahmen des Pariser Klimabkommens!

Welch ein glücklicher Zufall! Vor allem, wenn ein im Auftrag des HET ausgearbeitetes Gutachten, das in Kürze veröffentlicht werden wird, nach vielen Korrekturen für die Fehler des IfaS zum Ergebnis kommt, Buschholz aus Namibia sei klimaschädlicher als Steinkohle.

Begründung 2: „Der World Wildlife Fund (WWF) unterstützt mit seinem Logo und positiven Aussagen die Nutzung von Grillkohle aus namibischem Buschholz und bezeichnet diese als „wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung“.“

Wo ist der logische Zusammenhang mit der Frage nach der Objektivität des umstrittenen Gutachtens? Sollen nun doch nicht Holzpellets, sondern Grillkohle aus namibischem Buschholz in Hamburger Kraftwerken verbrannt werden? Oder soll nur das Logo des WWF überzeugen?

Der WWF bestätigt mit seinen Siegeln nur, dass kein Tropenholz in der Grillkohle enthalten ist. Diesem Verband scheint egal zu sein, dass in Namibia mehr als das Fünffache an Holz verbrannt wird, um einen Sack Grillkohle zu gewinnen, und dass dabei nicht nur sehr viel CO2 emittiert wird, sondern dass bei der Pyrolyse auch eine große Menge an klimaschädlichen Gasen wie Methan freigesetzt wird.

Die miserable Klimabilanz von Grillkohle aus Namibia (und auch von anderswo) wird sogar in der UNIQUE-Studie ganz explizit betont (Szenario 4). Die BUKEA müsste diese Studie nur lesen! Aber bestätigt das schon die Objektivität der UNIQUE-Studie, die gar nicht zur Holzkohle-Herstellung sondern zur Ausdehnung von Weideland und zum Export des Buschholzes nach Europa rät?

Begründung 3: Die Zertifizierung der Buschausdünnung und der daraus gewonnen Produkte (hauptsächlich Grillkohle) durch den “FSC National Forest Stewardship Standard for the Republic of Namibia“.

Auch das FSC-Siegel interessiert sich überhaupt nicht für die Klimawirkung der aus Buschholz gewonnen Produkte. Es dient der Vermarktung, wie in einem umfangreichen Abschnitt 8 der „Machbarkeitsstudie“ des IfaS  ausgeführt wird.

Überzeugendere Begründungen für die Objektivität des UNIQUE-Gutachtens hat die BUKEA nicht? Wo sind die „vielen anderen weltweit anerkannten Veröffentlichungen“, von denen sie schreibt?

Interessenkonflikte der Gutachter?

In der langen Einleitung zur Drs. 22/2792 wurde so viel über die wirtschaftliche Betätigung des Unternehmens UNIQUE berichtet, dass es wohl auch der BUKEA schwer fällt zu behaupten, Interessenkonflikte könne es für UNIQUE bei ihrem Klimawirkungs-Gutachten nicht geben.

Das IfaS bezeichnet sich als In-Institut der Hochschule Trier. Die BUKEA „kann beim Engagement des Non-profit-Institutes der Hochschule Trier keinen Interessenkonflikt erkennen.“

Gefälligkeitsgutachten, auch von Non-profit-Instituten, beispielsweise für die Pharmaindustrie, sind ein Dauerthema in den Medien. Wenn sich ein Institut wie IfaS im Auftrag der GIZ so sehr für die Realisierung der GIZ-Pläne einsetzt wie sich das in der „Machbarkeitsstudie“ nachlesen lässt, dann kann es dennoch keine Interessenkonflikte geben?

N-BIG, die wichtigste namibische Lobbyorganisation für die Verwertung von Buschholz, wurde 2015 vom GIZ-Projekt BCBU gegründet. Gründungsmitglied war, wie das folgende Bild zeigt, das Ifas.

Gründungsmitglieder von N-BIG (Bildquelle: N-BIG)

Treibhausgas-Emissionen?
Für die Hamburger Umweltbehörde „nur ein Faktor“

Einen Rest an Zweifeln scheint es bei der BUKEA noch zu geben. Jedenfalls bereitet sie die Mitwelt schon auf eine Entscheidung für die großmaßstäbliche Nutzung von namibischem Buschholz vor, auch für den Fall, dass die Klimawirkung sehr bedenklich sein sollte:

„Grundsätzlich ist zu beachten, dass die meisten dieser Berechnungen auf Szenarien beruhen, die einer Validierung in der Praxis bedürfen. Auch wird der Korridor der berechneten Treibhausgasemissionsbilanz nur ein Faktor in der Entscheidungsgrundlage für oder gegen dieses Projekt sein. Wie schon mehrfach betont, werden auch andere Nachhaltigkeitsaspekte, wie zum Beispiel die Biodiversität, der Grundwasserschutz oder soziale und wirtschaftliche Entwicklungschancen und -risiken eine wichtige Rolle spielen.“

Die GIZ- und IfaS-Analysen zu Biodiversität, Grundwasserschutz und sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungschancen und -risiken sind alle fragwürdig und umstritten.

Zudem: Es wird erwartet, dass zahlreiche Staaten, deren Finanzen in erheblichem Maß von der Förderung fossiler Brennstoffe abhängen, in extreme wirtschaftliche und soziale Schwierigkeiten geraten werden, wenn in den kommenden Jahrzehnten das Paris-Abkommen umgesetzt werden wird. Nach der Betrachtungsweise der grün geführten Hamburger Umweltbehörde müssten dann also zum Schaden des Klimas „andere Nachhaltigkeitsaspekte eine wichtige Rolle spielen“.

Eine wachsende Anzahl von Interessenten und Shareholdern erwarten ungeduldig das „Siegel“ der Hamburger Umweltbehörde auf ihren Plänen. Sobald sie es erhalten haben, werden sie an die „Validierung in der Praxis“ gehen. Und wo bleibt das Vorsorgeprinzip?

7. Februar 2021
von Redaktion
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ALDI als Nachhaltigkeits-Held

Dreieinhalb Seiten Akzeptanz und
ein halbe Seite Widerspruch
gegen Buschholz aus Namibia

Die Hamburger Umweltbehörde BUKEA bemüht sich nach Kräften, die Öffentlichkeit für die Verbrennung von Buschholz aus Namibia in Hamburg zu sensibilisieren.

In einem Beitrag „Diskussion Akzeptanz und Widerspruch“ auf ihrer speziellen Internetseite gibt es dazu dreieinhalb Seiten Akzeptanz. Am Ende tatsächlich auch eine halbe Seite Widerspruch.

Bild: FfF Windhoek

Der Text beginnt mit einer tiefgründigen Beteuerung zur Nachhaltigkeit des Prüfprozesses der BUKEA und des IfaS:

„Besonders die Nachhaltigkeit – und damit die (möglichen) Auswirkungen in jeglicher Hinsicht – auch soweit dies für die Zukunft abschätzbar ist – werden besonders untersucht.“

Anschließend wird viel „Akzeptanz“ geboten und – zugegeben – es ist auch Neues dabei:

ALDI Nord und ALDI Süd als Sustainability Heroes

ALDI Nord und ALDI Süd vertreiben also seit einiger Zeit Holzkohle aus Namibia für das deutsche Grillvergnügen und für die Unterstützung Namibias und als Dank für die dazu eingegangene Zusammenarbeit mit dem Siegelgeber FSC hat der Discounter vor kurzem den „Sustainability Heroes Awards“ in der Kategorie „Soziales Engagement“ erhalten.

Was schadet es da, dass sogar die Studie der Forstberatung UNIQUE in ihrem Szenario 3 der unter den gegenwärtigen Bedingungen hergestellten Holzkohle aus Namibia eine miserable Klimabilanz bescheinigt? Was der Hamburger Energietisch schon Ende April 2020 über die Holzkohle aus Namibia geschrieben hat, das dürfen ergebnisoffene Buschholz-Anhänger:innen nur mit spitzen Fingern anrühren. Auch wenn es sich um den am häufigsten aufgerufenen Beitrag auf der Homepage des HET handelt, so hat er doch den Makel, dass er „deutlich und frühzeitig“ verfasst wurde!

Die Expert:innen von Rettet den Regenwald und von FERN können noch so oft auf die Nutzlosigkeit all dieser Siegel für den Klimaschutz hinweisen. Die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) kann Grillen mit Holzkohle ein Klimaverbrechen nennen und Alternativen zur Holzkohle anbieten.  Wer wird ihnen noch Aufmerksamkeit schenken, wenn sich „die Umweltstiftung WWF Deutschland seit einigen Jahren mit Grillkohle aus Namibia beschäftigt“? Und wenn Prof. Dr. Heck vom IfaS sich im Kapitel 8 seines Masterdokuments viel gründlicher mit Siegeln beschäftigt als mit der zweifelhaften Treibhausgas-Bilanz des Buschholzes, der nicht einmal ein Unterkapitel zugestanden wird?

„Deutlich und frühzeitig“:   für ergebnisoffene Buschholzleute ein Graus!

„Deutlich und frühzeitig“ wird auch dem HET angekreidet, weil er schon im Juni 2020 ein Kurzgutachten vorstellte, das dem Buschholz-Export aus Namibia wegen seiner Klimaschädlichkeit ein vernichtendes Zeugnis ausstellte. Dazu fällt den Buschholz-Fans nichts Besseres ein, als dass im HET-Kurzgutachten „allerdings andere Landnutzungsstrategien als die im Projekt des Instituts für angewandtes Stoffstrommanagements IfaS geplanten“ untersucht worden seien. Wer wird an dieser Behauptung zweifeln, wenn dahinter die grün geführte Hamburger Umweltbehörde steht? 

Dass in diesem Kurzgutachten genau das Szenario 1 der UNIQUE-Studie von Seebauer et al. untersucht wurde, auf das sich die Treibhausgas-Berechnungen des IfaS stützen – wer will das schon wissen?

Der Hamburger Energietisch als großer Verführer

Richtig: Im Oktober 2020 gab es auch noch eine „Gemeinsame Stellungnahme gegen den Import von Buschholz aus Namibia für Hamburger Kraftwerke“. Die gibt es nicht nur auf Englisch wie für die BUKEA, sondern auch auf Deutsch.

Der HET war einer der 21 Unterzeichner. Die BUKEA hat das so eingeordnet:

„Der Energietisch hat diese Aussagen deutschlandweit und auch in Namibia verbreitet und eine Reihe von Organisationen davon überzeugt, ein Statement gegen das Projekt zu unterzeichnen.“

So groß ist der Einfluss des HET.   Wer hätte das gedacht?

Unterzeichnet haben unter anderen:

CampusGrün,
Deutsche Umwelthilfe (DUH),
Ende Gelände Hamburg,
NaturFreunde Hamburg,
Rettet den Regenwald,
ROBIN WOOD,
Earthlife Namibia und
Global Forest Coalition

Ganz Namibia setzt auf den Buschholzexport – oder?

In Namibia sieht die BUKEA nur „Akzeptanz“. Wer will schon wissen, dass es in Namibia einflussreichen „Widerstand“ gegen den Buschholz-Export und die erwarteten sozialen Folgen gibt? Dass das namibische Ministry of Mines and Energy seine Unterstützung für die Presseerklärung des ECONOMIC & SOCIAL JUSTICE TRUST (ESJT) vom 27. Januar 2021 signalisiert hat, das könnte störend sein für die Ergebnisoffenheit und Nachhaltigkeit des Hamburger Prüfprozesses oder? Dass Herbert Jauch, der Vorsitzende des ECONOMIC & SOCIAL JUSTICE TRUSTS, das dritte Buschholz-Seminar am 8. Dezember 2020 klar dominierte − vergessen. Das war so nicht geplant.

Nach dem selbstgewählten Zeitplan bleiben der BUKEA noch gut vier Monate, um sich aus der Umklammerung durch den gefährlichen Busch-Virus zu befreien. Nach dem jüngsten Auftreten einer ALDI-Nord-und-Süd-Mutante haben sich die Aussichten allerdings verschlechtert. Es soll an einem Vakzin gearbeitet werden. Aber niemand kennt bisher dessen Wirksamkeit. Und eine Impfpflicht gibt es ohnehin nicht.