Der Hamburger Energietisch

Für die Energiewende in Hamburg

Flüssiges Erdgas (LNG) und LNG-Terminals

Der Hamburger Energietisch unterstützt den Widerstand gegen den Bau von LNG-Terminals an der deutschen Nord- und Ostseeküste. Denn der Import von verflüssigtem Fracking-Erdgas vor allem aus Nordamerika würde wegen der Freisetzung großer Mengen von Methan das Klima schwer schädigen. Methan ist das zweitwichtigste Klimagas. Ein Methan-Molekül ist fast hundertmal schädlicher für das Klima als ein CO2-Molekül!

Eine Hintergrund-Information zu den Plänen, LNG-Terminals zu bauen: Kein Fracking-Erdgas für den Hamburger Hafen!

Karikatur: Mester

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) geht mit juristischer Unterstützung gegen die geplanten LNG-Terminals vor:

► Gegen das geplante LNG-Terminal in Brunsbüttel.
Ein Rechtsgutachten kann von hier heruntergeladen werden.

► Gegen das geplante LNG-Terminal in Wilhelmshaven.
Ein Rechtsgutachten, ein Faktenpapier und ein Lageplan können von hier heruntergeladen werden.

 

► Für die beiden möglichen Standorte in Stade und Rostock kündigte die Deutsche Umwelthilfe ebenfalls Prüfungen an.

Zur Einordnung in die aktuelle Klimapolitik:

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH:
„Während die Bundesregierung der klimafreundlichen Windenergie einen Stein nach dem anderen in den Weg legt, forciert sie Investitionen in klima- und umweltschädliche LNG-Terminals. Sie arbeitet intensiv daran, die eigenen Klimaziele zu verfehlen. Die Planungen untergraben den Ausstieg aus fossilen Energien und bilden darüber hinaus ein enormes Sicherheitsrisiko. Auch Niedersachsen steht hinter dem Terminal und macht – wie aktuell Ministerpräsident Stephan Weil bei einer Reise nach Katar – den Weg frei für gute Geschäfte mit fossilem Gas. Bundesregierung und Niedersachsen dürfen nicht länger Interessen einzelner Unternehmen über den Schutz von Umwelt und Klima stellen. Dieses Gebiet braucht Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel, nicht einen Störfallbetrieb mit gefährlichen und explosiven Stoffen.“

Karikatur: sfv/Mester

Die EU setzt die Förderung von europäischen LNG-Terminals unverändert fort.

Obwohl die EU aus fossilen Brennstoffen aussteigen und bis 2050 klimaneutral werden will,  tauchen neue LNG-Terminals in einer Liste von 55 geförderten Energieprojekten auf. Damit verspotte man die eigenen Klimaziele, meinen Umweltschützer.

Unter den Gasprojekten finden sich unter anderem neue LNG-Terminals in Griechenland, Zypern und Polen, sowie zwei besonders umstrittene Terminals im kroatischen Krk und im irischen Shannon, wo voraussichtlich durch Fracking gewonnenes Erdgas aus den USA nach Europa importiert werden soll.

Dass diese Projekte nun offiziell von der EU unterstützt werden, bedeutet vor allem, dass sie in Planungs- und Zulassungsverfahren bevorzugt werden und gute Chancen auf europäische Fördermittel haben. Die Gelder kommen aus dem 30 Milliarden schweren „Connecting Europe Facility“ Fonds. Rund 3,8 Millionen Euro fließen derzeit aus dem Fonds in jene Projekte, die von der EU als PCI ausgezeichnet wurden.              18.12.2019


 

Gustav StrunzGustav Strunz aus Hamburg – hier bei der großen Hamburger Demonstration von Fridays for Future am 20. September 2019 – engagiert sich gegen den Bau neuer LNG-Terminals.

Bei dieser Demonstration wurde vom HET ein Flugblatt gegen LNG-Importe verteilt. Darin wird angeprangert, dass der Hamburger Senat, in dem die Grünen mitregieren, den Bau von LNG-Terminals unterstützt. Im Bundesrat hat Hamburg sogar für eine Verordnung gestimmt, mit der die erheblichen Kosten für die Gas-Anschlussleitungen an die LNG-Terminals auf alle Gasverbraucher umgelegt werden.

Damit wird von der Bundesregierung ohne Rücksicht auf die Folgen für das Klima der Bau von LNG-Terminals auf Kosten aller Gas-Verbraucher unterstützt.


Hier mehr zur Information und Diskussion im Hamburger Energienetzbeirat am 24. Oktober 2019 über die Klimaschädlichkeit von Fracking-LNG und die angebliche Notwendigkeit, LNG im Hamburger Hafen zu unterstützen.