Der Hamburger Energietisch

Für die Energiewende in Hamburg

Nord- und Südvariante

Pro und Kontra zur Elbtrasse

Gegenüberstellung auf zwei Seiten:
Argumente pro Elbtrasse
            von Wärme Hamburg GmbH und Umweltbehörde und
Argumente kontra Elbtrasse
            von der Bürgerinitiative „Keine Elbtrasse!“


Die Nordvariante im Stellinger Moor als Alternative zur Südvariante

Die Südvariante für den Ersatz des Heizkraftwerks Wedel benötigt eine Elbtrasse (oder „Südtrasse“). Der Ersatz des HKW Wedel kann aber auch mit einer Nordvariante ohne Elbtrasse vorgenommen werden. Von der Behörde für Umwelt und Energie (BUE) vorgestellte Szenarien wurden im Dezember 2016 durch Prof. Rabenstein bewertet:

Bewertung der „Szenarien“ der BUE zum Ersatz des Heizkraftwerks Wedel

Dass Vattenfall sich beim Ersatz des Heizkraftwerks Wedel für eine neue Moorburgtrasse einsetzte, lässt sich an Hand dieser Stellungnahme gut nachvollziehen.

Am 15. Dezember 2017 wurde bekannt, dass Vattenfall bis zur Stilllegung des Kohle-Heizkraftwerks Moorburg – bis 2030, 2035, 2040 oder später – klimaschädliche Fernwärme aus diesem Kraftwerk in das Hamburger Fernwärmenetz liefern wollte. Dass auch verantwortliche Hamburger Politiker sich für die Südvariante mit einer neuen die Elbe unterquerenden Trasse in Richtung Müllverwertungsanlage Rugenberger Damm und HKW Moorburg einsetzten und nicht für die in vieler Hinsicht überlegene Nordvariante ohne Moorburgtrasse, war angesichts zahlreicher offensichtlicher Nachteile dieser Südvariante für Hamburg nicht zu akzeptieren.

Ein aktuelles Dossier vom 12. Juni 2019 zur geplanten Elbtrasse und zum Vergleich von „Südvariante“ und „Nordvariante“.

Die Südvariante mit Elbquerung, die die Behörde für Umwelt und Energie (BUE) bauen lassen will, kann sich nur dann bei den ökologischen Eigenschaften einigermaßen gleichwertig mit der Nordvariante im Stellinger Moor, wenn Fernwärme aus der Verbrennung von Müll als nahezu CO2-frei bewertet wird. Hierzu ein Flugblatt des HET, das bei der großen Demonstration von Frydays for Future am 15. März 2019 verteilt wurde.

nach oben


Ältere Dokumente zur Nord- und Südvariante

Die detaillierte Beschreibung einer Nordvariante ist in der folgenden Stellungnahme eines Autorenteams aus Mitgliedern Hamburger Umweltinitiativen vom 13.9.2017 enthalten:

Etwas aktueller ist die folgende Präsentation vom Februar 2018:

Eine kurze Einführung in das Thema Elbtrasse findet sich im Infoblatt zur geplanten Fernwärmeleitung durch Othmarschen, Groß Flottbek und Bahrenfeld für Anwohnerinnen und Anwohner (bitte auf der rechten Seite dieses faltbaren Flyers mit dem Lesen beginnen).

nach oben


Planungen von Fernwärme-Trassen mit Elbquerung

Die Hamburger Behörde für Umwelt und Energie (BUE) plant eine Fernwärmetrasse mit Elbunterquerung (Elbtrasse oder auch Südtrasse), mit deren Hilfe die Fernwärme aus dem Kohle-Heizkraftwerk Wedel hauptsächlich mit Wärme aus Wärmeerzeugungsanlagen südlich der Elbe ersetzt werden soll.

Durch die lange Planungs- und Bauzeit für diese Trasse und das Gas-KWK-Kraftwerk würde die Stilllegung des Kohlekraftwerks Wedel weit hinausgeschoben. Nach der Bürgerschaftsdrucksache 21/14636 vom 16.10.2018 sollte diese Fernwärmeleitung „nach derzeitigem Planungsstand spätestens 2024 in Betrieb genommen werden.“ Die Stilllegung des Heizkraftwerks Wedel kann erst dann erfolgen, wenn ein etwa einjähriger Probebetrieb der Ersatzanlagen und der Elbtrasse erfolgreich abgeschlossen worden ist.

Vattenfall wollte zusätzlich zur Elbtrasse eine weitere Trasse vom Kohle-Heizkraftwerk Moorburg bis zum Anschluss an die Elbtrasse bauen – die „Anbindung Moorburg“. Damit wäre eine Moorburgtrasse komplett gewesen. Unterstützt wurde der Einsatz von Kohlewärme aus Moorburg von AfD, CDU, FDP und Bund der Steuerzahler, obwohl diese sehr klimaschädlich ist und mittelfristig immer teurer werden wird.

Die Behörde für Umwelt und Energie (BUE) wollte bis August 2018 zusätzlich zur Elbtrasse eine weitere Trasse vom HKW Moorburg zur Versorgung der Ölwerke Schindler bauen lassen. Bisher erhalten die Ölwerke Schindler Ferndampf von der nahegelegenen Müllverbrennungsanlage Rugenberger Damm (MVR). Die Wärme der MVR sollte bei dieser „MVR-Rochade“ über die Elbtrasse in das städtische Fernwärmenetz eingespeist werden. Kohle-Wärme aus dem HKW Moorburg wäre so zwar nicht in das zentrale Fernwärmenetz selbst geflossen. Die CO2-Bilanz Hamburgs wäre aber nicht entlastet worden. Das Klimaschutz-Ziel Hamburgs  –  50 % CO2 im Jahr 2030 im Vergleich zu 1990  –  wäre damit kaum zu schaffen gewesen.

Vattenfall erklärte im August 2018, wenn das Fernwärmenetz nicht von Hamburg zurückgekauft werden würde, wäre ein Verzicht auf Moorburgwärme möglich. Die BUE verzichtete zum gleichen Zeitpunkt auf die „MVR-Rochade“. Sie lässt nun eine Südvariante planen, die keine Auskoppelung von Fernwärme aus dem HKW Moorburg vorsieht. Obwohl zum 1. Januar 2019 das zentrale Hamburger Fernwärmenetz von Hamburg zurückgekauft wurde, ist nach dem Bau einer Elbtrasse unter einem anderen Senat der Anschluss des HKW Moorburg immer noch möglich.

nach oben