Der Hamburger Energietisch

Für die Energiewende in Hamburg

Gegen den Import von verflüssigtem Fracking-Erdgas nach Deutschland

Antrag des HET im Energienetzbeirat am 18. April 2019

Mit einem Antrag, der im Energienetzbeirat am 18. April 2019 beraten wurde, wurde Umwelt-Senator Jens Kerstan gebeten, sich unter Ausschöpfung aller bestehenden Möglichkeiten gegen den geplanten Import von flüssigem Erdgas (LNG) aus Fracking-Quellen in die Bundesrepublik Deutschland einzusetzen. Insbesondere sollten die Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums verhindert werden, die Kosten für die Anschlussleitungen zu den Terminals von den Gas-Verbrauchern tragen zu lassen.

Es geht um den Bau von Flüssiggas-Terminals in Brunsbüttel, Stade, Rostock oder Wilhelmshafen. Näheres in einem Offenen Brief zahlreicher Organisationen. Auch auf der anderen Seite des Atlantischen Ozeans können LNG-Terminals verhindert werden wie in Goldboro

Fracking-Erdgas, wie es in den USA gefördert wird, hat sogar eine schlechtere Klimabilanz als Kohle. Das ist leicht zu verstehen. Methan, aus dem Erdgas zum größten Teil besteht, ist 28-mal klimaschädlicher als CO2 [IPCC 2018]. Schon wenn drei Prozent des aus unkonventionellen Quellen wie Fracking-Bohrungen geförderten Gases in die Atmosphäre entweichen, ist die Klimaschädigung doppelt so hoch wie bei konventionell gefördertem Erdgas. Beim Erdgas-Fracking in den USA sind die Leckraten aber oft noch viel größer, weil die Bohrungen kaum abgedichtet werden.  Fracking-Erdgas aus den USA ist daher Gift für das Klima.

EU-Kommissionschef Juncker musste im Juli 2018 nach der Drohung des US-Präsidenten Trump mit einem Handelskrieg Zugeständnisse beim Import von flüssigem Erdgas aus den USA machen. Es kann jedoch nicht hingenommen werden, dass dem Klima massiv geschadet wird, um damit Trumps Drohungen mit Handelssanktionen abzuwenden.

Über diesen Antrag wurde am 18.4.2019 im Energienetzbeirat noch nicht abgestimmt. Er sollte in überarbeiteter Form zur nächsten Sitzung des ENB erneut vorgelegt werden.

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