Der Hamburger Energietisch

Für die Energiewende in Hamburg

Erdgas – Brückentechnologie oder Sackgasse?

Diskussionspapier von Dietrich Rabenstein

Ein Ersatz der Fernwärme aus dem Kohle-HKW Wedel durch Fernwärme aus Moorburg wurde aus ökologischen Gründen von der Bevölkerung Hamburgs abgelehnt! Die ökologische Bewertung der jetzt diskutierten Ersatz-Lösungen für das Kohle-HKW Wedel ist daher sehr wichtig. Leider ist die ökologische Bewertung des jetzt vorliegenden Gutachtens von BET in mehrfacher Hinsicht irreführend. Eine besondere Rolle spielt, dass die „Achillesferse“ von Erdgas, die große Klimaschädlichkeit von Methan, völlig ignoriert wird. Denn anstelle von Treibhausgasen werden von BET nur CO2-Emissionen betrachtet.

Im beigefügten Diskussionspapier werden dagegen drei von BET ignorierte Effekte berücksichtigt:
(1)   Die Klimaschädlichkeit von Erdgas, das vom Weltmarkt bezogen wird, wird in den kommenden Jahrzehnten zunehmen.
(2)   Zusätzlich verbrauchtes Erdgas erhöht global die besonders klimaschädliche Förderung von unkonventionellem und schwer zugänglichem Erdgas.
(3)   Die Stilllegung des Steinkohle-HKW Wedel bedeutet infolge von Weltmarkteffekten nicht, dass der globale Verbrauch von Steinkohle in gleichem Umfang sinkt.

Zusammengenommen folgt, dass bei einem nahezu vollständigen Ersatz der Steinkohle in Wedel durch Erdgas keine ökologische Verbesserung erwartet und nicht zu Recht von einem „Brückenenergieträger“ Erdgas gesprochen werden kann. Dieses Ergebnis unterstreicht die Klugheit des Hamburger Netze-Volksentscheids mit seiner Zielsetzung auf erneuerbare Energien.

Das Diskussionspapier liegt aktuell in der Version 1.0 vom 10.10.2015 vor und kann als pdf im Downloadbereich heruntergeladen werden.

Ein Kommentar

  1. Diese Ausführung macht mir in bekräftigender Weise deutlich, dass wir alles daran setzen müssen, um den Einsatz AUCH VON GAS so schnell wie möglich durch erneuerbare Quellen ersetzen müssen.
    => Neubau sowie Ersatzanlagen GASEINSATZ VERMEIDEN.