Der Hamburger Energietisch

Für die Energiewende in Hamburg

5. Juli 2020
von Redaktion
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Erwiderung von Prof. Rabenstein auf Prof. Hecks Behauptungen im Zusammenhang mit seinem Vorschlag einer Biomasse-Partnerschaft Hamburg – Namibia

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In der Hamburger Morgenpost (MOPO) erschien am 29. Juni 2020 ein Artikel mit dem Titel Professoren-Streit in Hamburg. Zoff um das „Namibia-Gestrüpp“.

Prof. Dr. Peter Heck, Leiter des Instituts für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) der Hochschule Trier, äußerte darin Kritik an dem KurzgutachtenVerwertung von Buschholz aus Namibia in Hamburg. Auswirkungen auf das globale Klima“, das im Auftrag des Hamburger Energietischs ausgearbeitet und am 15. Juni 2020 mit einer Pressemeldung des HET der Öffentlichkeit vorgestellt worden war. Zu diesem HET-Gutachten gibt es auch eine kurze Zusammenfassung.

Zum Verständnis des gesamten Vorgangs kann eine Beschreibung des von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)  und von IfaS bearbeiteten ProjektsNutzung von Busch-Biomasse“ dienen, das am 7. Mai 2020 zu einem Memorandum of Understanding (MoU) mit der Hamburger Umweltbehörde (BUE) führte. Nach diesem MoU soll in den kommenden zwei Jahren eine Biomasse-Partnerschaft Hamburgs mit Namibia geprüft und etabliert werden. Es geht um die Verwendung von Buschholz aus Namibia im Hamburger Energiesektor, insbesondere bei der Erzeugung von Fernwärme.

Institutionelle Struktur für das Memorandum of Understanding (Im MoU steht noch BUE. Jetzt lautet die Abkürzung der Umweltbehörde BUKEA).
  • Die Forst-Beratung UNIQUE (Grafik) erhielt von der GIZ den Auftrag, die Treibhausgas-Emissionen zu bewerten, die durch verschiedene Arten der Nutzung von namibischem Buschholz entstehen würden.
  • Das von Prof. Heck geleitete IfaS wurde von der GIZ beauftragt, die Entwicklung von Biomasse-Partnerschaften mit Namibia zu entwickeln mit dem übergeordneten Ziel, strategische Partnerschaften mit deutschen Abnehmern zu arrangieren (siehe MoU).

Von Prof. Heck (IfaS) und von Frank Gschwender (GIZ) stammt ein Dossier vom 18. April 2019, Transkontinentale Biomassepartnerschaft Namibia – Hamburg. Entwicklung eines Biomasse Industrieparks (BIP) in Namibia, in dem Hamburg vorgeschlagen wird, Buschholz aus Namibia zu importieren, um es in der Fernwärme-Erzeugung zu verbrennen.

Das HET-Gutachten rät dagegen dringend von einer langjährigen energetischen Nutzung von Buschholz aus Namibia in Hamburg ab, da Hamburg bis spätestens 2050 Klimaneutralität anstrebt. Im Gutachten zeigte sich bei einem Vergleich der Energieträger Buschholz aus Namibia, Erdgas, Steinkohle und Altholz aus der BRD, dass für den Einsatz in der Hamburger Fernwärmeerzeugung je nach dem für Namibia gewählten Szenario die gesamten Treibhausgase des importierten Buschholzes im besten Fall nicht geringer sind als diejenigen von fossilem Erdgas und im ungünstigsten Fall weit höher sind als diejenigen von Steinkohle.

Dazu kommt, dass wegen der Folgeeffekte der veränderten Landnutzung in Namibia die durch den Buschholzeinsatz in Hamburg ausgelösten Treibhausgasemissionen mit zunehmender Zeit sogar ansteigen würden.

Zu der von Prof. Rahmstorf dargestellten Absenkung der CO2-Emissionen in Deutschland, die für die Einhaltung der Ziele des Pariser Klimaabkommens notwendig ist, passt das wie die Faust aufs Auge.

Um das CO2-Restbudget Deutschlands einzuhalten, müssen die deutschen CO2-Emissionen wie im Bild von Prof. Rahmstorf gesenkt werden.

Die Veröffentlichung des HET-Gutachtens fand in Teilen der Hamburger Medien Aufmerksamkeit (MOPO 16.6.20).

Am 29.6.2020 äußerte sich Prof. Heck in einem Interview mit der Boulevard-Zeitung MOPO zum HET-Gutachten:

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2. Mai 2020
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Die globalen Methan-Emissionen sind erneut alarmierend angestiegen

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Anfang April 2020 gab die Nationale Ozean- und Atmosphärenbehörde der USA (NOAA – National Oceanic and Atmospheric Administration) neue Werte der Treibhausgase CO2, CH4, N2O und SF6 bekannt.

Alarmierend ist, dass die Konzentration von Methan (CH4) in der Atmosphäre erneut beträchtlich angestiegen ist.

Methangehalt der Atmosphäre (ppb = Milliardstel) (Quelle: Global Monitoring Laboratory NOAA)

Wie das Bild zeigt, blieben die Werte der Methan-Konzentration von 1999 bis 2006 nahezu konstant. Da Methan im Gegensatz zu CO2 in der Atmosphäre nur eine mittlere Lebensdauer von 12,4 Jahren besitzt, hatten Wissenschaftler*innen gehofft, es werde nun so viel Methan abgebaut, wie gleichzeitig neu freigesetzt werde. Doch ab 2007 begann die Methan-Konzentration wieder stark zu steigen.

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27. April 2020
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Holzkohle aus Buschholz in Namibia?

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Ein sehr großer Teil der aus Namibia exportierten Holzkohle wird in Europa beim Freizeitvergnügen Grillen verbrannt. Auch wenn es sich um Holzkohle handelt, die nicht aus Tropenholz hergestellt wurde und daher auch von großen Umweltverbänden als „grün“ bezeichnet wird, ist ihre Verwendung extrem klimaschädlich. Das liegt zum einen an der sehr ineffizienten Herstellung und zum anderen an riesigen Mengen von Treibhausgasen wie Methan und Kohlenstoffmonoxid, die bei der Produktion freigesetzt werden.

Der Hamburger Energietisch hat am 10. April 2020 ein Dossier öffentlich zugänglich gemacht, das von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und vom Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) an der Hochschule Trier erstellt wurde. Unter dem Titel „Transkontinentale Biomassepartnerschaft Namibia – Hamburg“ wird darin die Errichtung von Biomasse-Industrieparks in Namibia vorgeschlagen. Ein YouTube-Video „Biomass Industrial Parks – Namibia“ bietet einen Überblick über die Vorstellungen der GIZ.

Große Mengen von Buschholz aus Namibia sollen in Form von Holzhackschnitzeln oder Holzpellets nach Hamburg verschifft werden, um hier in der Fernwärmeerzeugung eingesetzt zu werden. Die Hamburger Umweltbehörde, die Wärme Hamburg GmbH und die GIZ verhandeln schon seit etwa einem Jahr unter Ausschluss der Öffentlichkeit über dieses Projekt. Auf die ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekte eines solchen Entwicklungs- und Kooperationsprojekts ging bereits eine erste kurze Analyse des HET ein, die die Veröffentlichung des Dossiers begleitete. Welche Vorteile sich Namibia und die GIZ von einer Reduzierung der Verbuschung des nördlichen Landesteils erhoffen, wurde in dieser Analyse kurz beschrieben.

Bild 1: Holzkohle-Produktion in Namibia (Bildquelle: gondwana-Collection.com)

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10. April 2020
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Hamburger Kraftwerke: Kohleausstieg mit Biomasse?

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Das eindrucksvolle Klimaschutzprojekt „German Zero“, an dem zurzeit mit Hochdruck gearbeitet wird, nimmt die Verpflichtungen Deutschlands aus dem Pariser Klimaabkommen von 2015 wirklich ernst.

Während den gegenwärtigen Zielen und Selbstverpflichtungen Deutschlands ein globaler Temperaturanstieg um etwa 3 °C bis 2100 entspricht – vorausgesetzt es käme nicht zum Überschreiten weiterer Kipppunkte – setzte sich German Zero das Ziel, einen Plan für den Beitrag Deutschlands zur Begrenzung der Erderhitzung um maximal 1,5 °C auszuarbeiten.

Der „1,5-Grad-Klimaplan für Deutschland“ von German Zero sieht Klimaneutralität von Deutschland bis 2035 vor. Der Plan wird als notwendig und machbar bezeichnet.

Theoretisch kann Deutschland seinen Energiebedarf mit im eigenen Land erzeugten erneuer­baren Energien decken. Ergänzend kann aber auch, so wie heute, Energie importiert werden. „Partnerschaften mit potenziellen Lieferländern sind zu schließen und die notwendi­gen Infrastrukturen zu schaffen. … Wie viele Windräder und Photovoltaikanla­gen aufgestellt werden müssen, hängt davon ab, in welchem Maße Energie eingespart wird und in wel­cher Menge klimaneutrale Kraftstoffe importiert werden.“

German Zero zeigt als vereinfachtes Beispiel für eine Aufteilung der jährlich benötigten Energie durch Erzeugung in Deutschland und durch Importe aus anderen Ländern:

(Quelle: German Zero)

Gegenwärtig ist nicht bekannt, wie viele und welche „erneuerbar erzeugten Brennstoffe“ schon 2035 in großen Mengen importiert werden können. Denn es geht dabei um den Aufbau einer auf dem Weltmarkt operierenden Wasserstoff-Wirtschaft. Biomasse könnte schon in Kürze nach Hamburg importiert werden, wie das folgende Angebot zur Nutzung von Buschholz aus Namibia in der Hamburger Fernwärme-Erzeugung zeigt.

Eine Energie-Partnerschaft zwischen Hamburg und Namibia?

In einer etwa ein Jahr alten Projektbeschreibung wird eine Partnerschaft zwischen Hamburg und Namibia für den Import von Biomasse vorgeschlagen. Zu diesem Projekt mit dem Titel „Transkontinentale Biomassepartnerschaft Namibia – Hamburg. Entwicklung eines Biomasse Industrieparks (BIP) in Namibia“ gibt es ein Dossier vom 18. April 2019, das von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und vom Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) an der Hochschule Trier stammt.

Ein Youtube-Video „Biomass Industrial Parks – Namibia“ bietet einen Überblick über die Vorstellungen der GIZ.

Weitere allgemeine Informationen enthält ein Sonderdruck aus der Zeitschrift energie aus PflanzenBuschernte ersetzt Import von Kohle. Bioenergie in Namibia“.

Umfangreiche Informationen finden sich auch auf namibischen Internetseiten unter www.dasnamibia.org und www.n-big.org.

(Quelle: Zeitschrift energie aus pflanzen, Sonderdruck)

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21. März 2020
von Redaktion
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Sommerpause für Hamburgs Kohle-Heizkraftwerke

Erdüberhitzung als farbiger Strichcode

Mit der Verabschiedung des Hamburger Klimaschutzgesetzes im Januar 2020 und zuvor schon mit dem Hamburger Kohleausstiegsgesetz hat sich Hamburg verpflichtet, Wärmeerzeugung aus Kohle unter Beachtung des wirtschaftlich Vertretbaren möglichst weitgehend zu vermeiden. Hiervon sind die Hamburger Steinkohle-Heizkraftwerke Tiefstack und Wedel betroffen, die sich vollständig im Hamburger Eigentum befinden.

Etwa zwei Drittel der Fernwärme im zentralen Hamburger Fernwärmenetz wird immer noch durch Verbrennung von Steinkohle in diesen Heizkraftwerken erzeugt: Mindestens für fünf weitere Jahre in Wedel, wahrscheinlich länger, und noch für bis zu elf Jahren in Tiefstack.

Während der drei bis vier wärmsten Sommermonate kann die Verbrennung von Kohle schon kurzfristig vermieden werden: Im Sommer wird nur vergleichsweise wenig Fernwärme für den Warmwasserbedarf benötigt. Mit dem Einsatz der Müllverbrennungsanlagen in der Borsigstraße und dem Gas- und Dampfkraftwerk Tiefstack kann während dieses Zeitraums vollständig auf Kohle-Verbrennung verzichtet werden.  Wenn die Freie und Hansestadt Hamburg das Hamburger Klimaschutzgesetz ernst nimmt, kann sie dieser Maßnahme nur ausweichen, wenn sie zeigen kann, dass das nicht im Rahmen des wirtschaftlich Vertretbaren möglich ist.

In einer umfangreichen Stellungnahme „Debatte um eine Sommerpause für Hamburgs Kohle-Heizkraftwerke“ wird gezeigt, dass viele Vorbehalte, die beim 10. Hamburger Wärmedialog am 4. Februar 2020 von Vertretern des Unternehmens Hamburg Wärme GmbH, aber auch in einem Kurzgutachten des Öko-Instituts vorgebracht wurden, nicht stichhaltig sind.

Da das Kohle-HKW Tiefstack nur etwa halb so alt ist wie das HKW Wedel kann dieses ähnlich wie das Kohle-Heizkraftwerk München Nord in den Sommermonaten seinen Betrieb einstellen. Auch eine sommerliche Konservierung des HKW Wedel ist möglich. Wenn diese als zu riskant erscheint, so kann das HKW Wedel im Sommer zumindest mit der Minimal-Leitung betrieben werden.

Nach bisherigen Schätzungen des Öko-Instituts handelt es sich wie in München um eine Maßnahme mit relativ geringen CO2-Minderungskosten. Diese Kosten für eine entsprechende Klimaschutzmaßnahme Hamburgs sollten dem Unternehmen Hamburg Wärme GmbH aus öffentlichen Geldern erstattet werden.

Der Senat sollte unverzüglich eine vertiefende Untersuchung durch ein externes Beratungsbüros in Auftrag geben, mit der möglichst bald eine unabhängige und transparente Bewertung der in der Stellungnahme beschriebenen fünf Varianten zur sommerlichen Kohlevermeidung vorgenommen werden.