14. Dezember 2020
von Redaktion
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Ende November und Anfang Dezember 2020 boten Befürworter eines Buschholz-Imports aus Namibia drei Video-Seminare an. Wem diese Seminare noch nicht gereicht haben, dem schenkt das Trierer Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) nun kurz vor Weihnachten neues, spannendes Lesefutter: ein Masterdocument Road-Map to BIP.
Datiert auf den 19. November 2020 lag dieses Masterdocument schon vor diesen Video-Seminaren vor. Die Veranstalter:innen hielten jedoch dicht. Nun ist die Überraschung perfekt.
Für die, die es noch nicht wissen: Biomasse-Industrieparks (BIP) sind die Lösung für die ökologische und sozioökonomische Katastrophe, die Namibia bedroht, das bush encroachment (S. 11). Namibia besitzt über 450 Millionen Tonnen einer ungenutzten erneuerbaren Ressource, nämlich der Biomasse, die auf 45 Millionen Hektar gedeiht (S. 11).
So ein BIP verarbeitet davon aber nur 0,25 Millionen Tonnen im Jahr. Für den Kohleersatz in Hamburg-Tiefstack wären die Lieferungen eines einzigen BIPs fast schon ausreichend. Welcher Investor würde da nicht sein Auge mit Wohlgefallen auf diese ungenutzte Ressource richten? Auch Flensburg, Berlin und Rostock wollen aus der Kohle aussteigen (S. 47).
Schon „konnten entscheidende strategische Partner mit konkretem Interesse an einer Biomassepartnerschaft erfolgreich angesprochen und verpflichtet werden, wie z. B. die Stadt Hamburg oder die Brüning-Gruppe.“ (S. 166)
Die internationale Nachfrage nach Holzpellets und Holzhackschnitzeln von europäischen Kraftwerksbetreibern wie von Stadtwerken, von Unternehmen wie Vattenfall, Uniper, Drax und von Großhändlern wie der Brüning-Gruppe etc. wird in den nächsten Jahren drastisch steigen (S. 24). Ein Riesengeschäft bahnt sich an!
Die Brüning-Gruppe handelt europaweit mit energieliefernden Massenrohstoffen und verfügt bereits über Zertifizierungen wie FSC, PEFC, SBP, ISO 14001, EFB und ENplus, die zunehmend von Endkunden in Europa gefordert werden. Wie praktisch. Also hat sie ebenso wie die Stadt Hamburg auch schon ein Memorandum of Understanding (MoU) mit IfaS unterzeichnet, basierend auf dem Biomass Hub-Konzept von IfaS, das gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) entwickelt wurde (S. 139). Die Zertifizierungen und Siegel und das Sustainable Resource Verification Scheme (SURE) spielen eine große Rolle (S. 156). Für die betroffenen Farmer und vor allem auch für die scheinselbständigen Erntearbeiter wird das zweifellos Auswirkungen haben. Ob sich das IfaS darüber wohl schon Gedanken gemacht hat?
Viel Arbeit und nicht wenige Erfolge dieser Arbeit in den letzten 18 Monaten beschreibt das Masterdocument. Aber alle MoU-Prüfprozesse sind selbstverständlich völlig ergebnisoffen. Honi soit qui mal y pense.
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